In diesen 18 Ländern hat sich die Lage zur Religionsfreiheit im Gegensatz von vor zwei Jahren verschlechtert

In diesen 18 Ländern hat sich die Lage zur Religionsfreiheit im Gegensatz von vor zwei Jahren verschlechtert

Lage für Christen in China und Indien spitzt sich zu

In 38 Ländern weltweit werden Menschen wegen ihrer Religionszugehörigkeit verfolgt oder diskriminiert. Zu dieser Einschätzung kommt die katholische Hilfsorganisation „Kirche in Not“. Vor allem in China und in Indien hat sich die Lage deutlich zugespitzt.

Der radikale Islam ist die größte Bedrohung, wenn Menschen wegen ihrer Religionszugehörigkeit verfolgt werden. Das geht aus dem Bericht der katholischen Hilfsorganisation „Kirche in Not“ hervor. In 38 Ländern werden Christen wegen ihrer Religionszugehörigkeit verfolgt oder diskriminiert. Der radikale Islam beschränkt das Grundrecht auf Religionsfreiheit in 22 Ländern. In acht Staaten gehe der Druck auf religiöse Minderheiten von autoritären Regimen aus, in acht weiteren von extremem Nationalismus.

Laut Bericht hat sich die Lage vor allem in China und in Indien deutlich zugespitzt. Aber auch in Pakistan befänden sich zahlreiche Christen wegen Blasphemie-Vorwürfen in Haft. Das teilte die päpstliche Stiftung „Kirche in Not“ am Mittwoch in Frankfurt am Main mit. Der Auswertung zufolge leben rund 61 Prozent der Weltbevölkerung in Ländern, in denen die Religionsfreiheit missachtet wird – nicht nur gegenüber Christen.

Zwischen Ultra-Nationalismus und Entspannung

Für jedes der 196 untersuchten Länder wurde angegeben, wie sich die Lage im Vergleich zum Vorjahr entwickelt hat. Die Erhebung zeigt 18 Länder, in denen sich die Lage gegenüber der vorherigen Untersuchung deutlich verschlechtert hat. Mit Nordkorea, Eritrea und Saudi-Arabien seien dabei auch drei Länder, in denen die Lage sich kaum noch hätte schlimmer werden können.

In einem Kurzfilm mit den wichtigsten Ergebnissen wird aber auch Indien erwähnt, in dem ein Ultra-Nationalismus grassiere mit schweren Gewalttaten gegen religiöse Minderheiten. Auch die chinesische Regierung sei verschärft gegen religiöse Gruppen vorgegangen, die sich der Überwachung der Regierung entziehen wollen. In der Türkei stünden religiöse Minderheiten nach dem gescheiterten Putsch zunehmend unter Druck.

Verbesserung konstatiert der Bericht im Irak und Syrien. Obwohl die Ideologien der Machthaber dort noch weit verbreitet seien, habe sich die Situation in den vergangenen zwei Jahren etwas entspannt, findet Berthold Pelster, Menschenrechtsexperte von Kirche in Not. Er sieht ein Anwachsen der religiösen Intoleranz in Ländern wie China und Indien. Nach wie vor existierten radikalislamische Gruppen, die vor allem in Ägypten, Nigeria und Somalia aktiv seien. Laut Pelster verfügten auch Indien, Russland und Türkei über starke nationalistische Strömungen, die nur einheimische Religionsgemeinschaften akzeptierten.

Kultur des Verdachts und des Misstrauens

Erstmals werden in dem Bericht in der Kategorie „Diskriminierung“ auch Russland und Kirgisistan erwähnt. In Europa hätten zudem islamistische Anschläge zugenommen und für eine „Kultur des Verdachts und des Misstrauens“ gesorgt, heißt es in einem Video auf der Seite „Kirche in Not“.

Für den Bericht wurden Meldungen über Missstände in den jeweiligen Ländern unter anderem von Autoren, den Ortskirchen, Ministerien und UN-Berichterstattern zwischen Juni 2016 und Juni 2018 gesammelt. Die päpstliche Stiftung „Kirche in Not“ ist in 140 Ländern tätig. Der Bericht zur Religionsfreiheit erscheint alle zwei Jahre vor. Das 1947 gegründete Hilfswerk unterstützt nach eigenen Angaben jährlich rund 5.300 kirchliche Projekte mit gut 125 Millionen Euro.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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