Einer der Hauptsitze der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit ist in Bonn

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Antisemitismus-Vorwurf gegen deutsche Hilfsorganisation

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) steht in der Kritik. Das Simon-Wiesenthal-Zentrum hat antisemitische Beiträge von Mitarbeitern recherchiert. Die GIZ will die Fälle prüfen.

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) beschäftigt offenbar Mitarbeiter, die durch antisemitische Äußerungen aufgefallen sein sollen. Diese Anschuldigung erhob das Simon-Wiesenthal-Zentrum in Jerusalem. Die unter anderem vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mitfinanzierte Hilfsorganisation verteidigte sich auf Facebook.

Das Simon-Wiesenthal-Zentrum sammelte diverse antisemitische Facebook-Beiträge von angeblichen Mitarbeitern. Danach hat beispielsweise der Mitarbeiter Mohammed al-Mutawakel eine israelische Flagge im sozialen Netzwerk gepostet, bei welcher der Davidstern mit einem Hakenkreuz vertauscht war. Darunter habe er geschrieben: „Ich hasse Israel.“ Er wird im Geschäfts-Netzwerk LinkedIn als Projektmanager der GIZ für den Nahen Osten aufgeführt.

Im Dezember hatte die Gesellschaft laut der israelischen Tageszeitung Jerusalem Post eine Mitarbeiterin in Amman gefeuert, weil sie auf Facebook einen pro-israelischen Kommentar gepostet hatte. Es ging dabei um die verhaftete 17-jährige Palästinenserin Ahed Tamimi, die israelische Soldaten geschlagen hat. Die Mitarbeiterin, die anonym bleiben will, hatte geschrieben, dass Tamimi in Jordanien für diese Tat sofort erschossen worden wäre. Für diese Äußerungen habe sie viel Gegenwind bekommen. Die Hilfsorganisation sagte, die Mitarbeiterin sei nicht gefeuert worden, sondern ihr Vertrag sei ausgelaufen.

„Anti-israelische Stimmung geht durch alle Ebenen“

Laut der Ex-Mitarbeiterin herrsche innerhalb der GIZ eine anti-israelische Stimmung. Das sei ein generelles Problem, weil es durch alle Ebenen bis zum Abteilungsleiter gehe. Wenn sie unter ihren Kollegen erzählte, dass sie am Wochenende nach Tel Aviv fahre, hieß es: „Das kann man nicht machen, das ist ein Apartheid-Staat, das darf man nicht unterstützen.“

Der Leiter des Wiesenthal-Zentrums in Jerusalem, Efraim Zuroff, sagt, die Mitarbeiterin erzähle die Wahrheit: „Solche Aussagen sind unangenehm für jordanische Ohren. Deswegen passen sich Europäer dem Gastgeberland an, um sie nicht zu beleidigen.“ Um für eine europäische Organisation in Jordanien zu arbeiten, müssten die Angestellten dem offiziellen Duktus folgen, egal wie die eigene Meinung laute. Das sei ein trauriger Kommentar zur arabischen Welt.

Der Leiter der Jerusalemer Organisation NGO Monitor, Gerald Steinberg, bezeichnete die GIZ auf Twitter als Organisation, die mit „Antisemitismus gespickt“ sei. Dem GIZ-Mitarbeiter Safa Kamal el-Naser bescheinigte er ein Facebook-Profil, das die Boykott-Bewegung BDS unterstütze und die jüdische Verbindung zum Tempelberg bestreite.

Die GIZ reagierte am Donnerstag auf die Vorwürfe: „Einige Mitarbeiter der GIZ haben sich in Facebook-Posts zum israelisch-palästinensischen Konflikt geäußert. Die GIZ prüft die Fälle konsequent.“ Antisemitische Äußerung würden nicht geduldet. Die GIZ hat angekündigt, jeden einzelnen Fall zu prüfen und gegebenenfalls Konsequenzen zu ziehen.

Von: Michael Müller

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