Pastor Roger Jimenez wird für seine Äußerungen aufs Schärfste kritisiert
Pastor Roger Jimenez wird für seine Äußerungen aufs Schärfste kritisiert

Pastor verhöhnt Orlando-Opfer als „Sodomiten“

Ein Pastor aus Sacramento sorgt nach dem Orlando-Anschlag für Entsetzen: Die Opfer hätten den Tod verdient, erklärte er. Seine Gemeinde ist wohl als fundamentalistische Splittergruppe einzuordnen.

Seit am Sonntag im amerikanischen Orlando 50 Menschen bei einem Terroranschlag auf einen Homosexuellen-Club starben, ist das Land in Trauer. Präsident Barack Obama war sichtlich bewegt, als er seine Worte der Anteilnahme an das Volk richtete: „Angriffe gegen Amerikaner, ungeachtet der Rasse, ethnischen Herkunft, Religion oder sexueller Orientierung sind Angriffe gegen jeden von uns und die fundamentalen Werte der Gleichheit und Würde, die uns als Land definieren.“

Christen und Kirchen in den USA hatten mit großer Anteilnahme auf den Anschlag reagiert. Für Empörung sorgt nun aber ein Video, in dem ein Pastor aus Sacramento das Attentat gutheißt. Roger Jimenez von der „Verity Baptist Church“verhöhnte in einer Predigt die Opfer als „Sodomiten“ und setzte sie mit Pädophilen gleich. Er empöre sich lediglich darüber, dass der Attentäter „sein Werk nicht vollendet habe, weil diese Leute Raubtiere und Missbrauchstäter“ sind. Mittlerweile hat YouTube das Video gelöscht, da es gegen die Richtlinien zu „Hassrede“ verstoße.

„Was ist mit ‚Hasse die Sünde, aber liebe den Sünder‘?“

Am Dienstag wurde Jimenez, der in Venezuela aufwuchs, von TV-Reportern des Lokalsenders ABC 10 vor seinem Haus zur Rede gestellt. Der Pastor verteidigte seine Aussagen: „Wenn Menschen sterben, die es verdienen, müssen wir nicht um sie trauern. Die Bibel sagt über den Schützen auch, dass er den Tod verdient hat. Er ist gestorben – und wir sollten seinen Tod ebenfalls nicht betrauern.“

Was denn mit dem Grundsatz sei, die Sünde zu hassen, aber den Sünder zu lieben, wollte die Reporterin wissen. Jimenenz beantwortete die Frage nicht und winkte ab. Er wolle nicht zu den Waffen rufen, aber „wenn die Regierung den Gesetzen Gottes folgen würde, würden sie es tun“. Er wäre einverstanden damit, wenn die Regierung Homosexuelle umbringen würde.

Evangelikale distanzieren sich

In den sozialen Medien wurde der Pastor aufs Schärfste kritisiert, auch von zahlreichen Christen. Aktivisten riefen zu Demonstrationen auf. In einer öffentlichen Erklärung distanzierten sich zwei einflussreiche Evangelikale von dem umstrittenen Pastor: Samuel Rodriguez, Präsident der National Hispanic Christian Leadership Conference, und John Jackson, Präsident der christlichen Willam Jessup University, die in direkter Nähe zu Sacramento ist. Sie verurteilten nicht nur den „abscheulichen Anschlag“ in Orlando: „Wir verurteilen auch die widerwärtigen Aussagen, die ein Pastor aus Sacramento gemacht hat.“ Die Äußerungen von Jimenez würden nicht den wahren christlichen Glauben widerspiegeln, „und als Nachfolger Christi distanzieren wir uns von dem blinden religiösen Eifer“ des Pastors. Als Nachfolger Jesu würden sie „in Einheit mit der Nation“ der homosexuellen Gemeinschaft „Liebe, Gebet und eine helfende Hand“ anbieten.

Jeder in Amerika solle sein Leben frei von Furcht leben können. Christliche Leiter würden Menschen zur Liebe führen, zur Gnade, Wahrheit und zur „heilenden Hoffnung“ von Jesus, „nicht zu gefühllosen Verurteilungen“. Man bete dafür, dass die homosexuelle Gemeinschaft die „Liebe und Gnade von Jesus und seinem Volk“ erfahre.

Die Verity Baptist Church des umstrittenen Pastors Jimenez bezeichnet sich selbst als „unabhängig, fundamentalistisch und Seelen-gewinnend“. Als einzige Bibel akzeptiert die Gemeinde die King-James-Übersetzung, von der sie glaubt, dass Gott sie inspiriert habe. Sie gehört nicht zu einer evangelikalen Organisation und ist wohl als fundamentalistische Splittergruppe einzuordnen.

Die hasserfüllten Ausfälle des US-Pastors erinnern an zahlreiche Wortmeldungen der „Westboro Baptist Church“, die sich regelmäßig menschenverachtend gegen Homosexuelle äußert, oder auch den Tod von US-Soldaten im Ausland bejubelt und deren Begräbnisse stört. (pro)

Von: nf

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