Boko Haram-Chef Abubakar Shekau dementiert ein Waffenstillstands-Abkommen (Archivbild)
Boko Haram-Chef Abubakar Shekau dementiert ein Waffenstillstands-Abkommen (Archivbild)

Boko Haram dementiert Waffenruhe

Die Terrorgruppe Boko Haram hat eine Waffenruhe mit der nigerianischen Regierung zurückgewiesen. Nigerias Führung hatte Mitte Oktober einen vereinbarten Waffenstillstand mit den Islamisten bekanntgegeben.

Boko Harams Anführer, Abubakar Schekau, habe in einem am Samstag veröffentlichten Video erklärt, er weise ein Waffenstillstands-Übereinkommen von sich, meldet CNN. Es gebe keine Waffenruhe. Er kenne zudem den angeblichen Vertreter seiner Organisation nicht, der mit der nigerianischen Regierung verhandelt haben soll. Dieser Mann repräsentiere Boko Haram nicht. In dem Video droht Schekau: „Wenn wir ihn fangen, werden wir ihn nicht verschonen und ihn schlachten.“ Wann das Video aufgenommen wurde, ist nicht klar.

Über 200 Mädchen zum Islam konvertiert und verheiratet

Die über 200 im April verschleppten Mädchen würden auch nicht freigelassen, wie es Mitte Oktober in einer Erklärung aus nigerianischen Regierungskreisen hieß (pro berichtete). Schekau sagte im Video, dass die Mädchen zum Islam konvertiert seien, und weiter: „Wir haben sie verheiratet. Sie sind jetzt in ihren Familienhäusern.“

Die Hilfsorganisation Open Doors berichtet, Boko Haram-Kämpfer hätten kürzlich die Stadt Mubi mit 100.000 Einwohnern im nordöstlichen Bundesstaat Adamawa eingenommen. Dort hatten zuletzt viele Christen vor den Angriffen der Islamisten Zuflucht gesucht.

„Zurzeit finden jeden Tag neue Entführungen statt“

Tausende Menschen hätten die Flucht ergriffen, als Boko Haram-Kämpfer am Mittwoch in die Stadt stürmten, Banken ausraubten, den Zentralmarkt niederbrannten und das Regierungsgebäude besetzten. Augenzeugen berichteten von zahlreichen Opfern und Verletzten, darunter viele Frauen und Kinder. In Adamawa sind vor anderthalb Wochen 60 Mädchen und Frauen verschleppt worden, schreibt die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung.

Ein Open Doors-Mitarbeiter vor Ort berichtet: „Die betroffenen Dörfer waren mehrheitlich christlich, und die Entführten stammen aus christlichen Familien. Zurzeit finden jeden Tag neue Entführungen statt.“ Der Informationsfluss aus den betroffenen Landesteilen gestalte sich sehr zäh. Die muslimischen Extremisten kontrollierten weite Teile des Gebiets, viele Nachrichten gelangten deshalb gar nicht an die Öffentlichkeit. „Zahlreiche Christen sind in den Bergen gefangen und haben keinen Zugang zu Wasser oder Nahrungsmitteln. Viele von ihnen leiden unter Krankheiten“, sagte der Mitarbeiter der christlichen Hilfsorganisation.

Entführte zwangsislamisiert

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch interviewte kürzlich 30 Entführungsopfer und 16 Augenzeugen, von denen bis auf eine Person alle Christen waren. In dem auf YouTube veröffentlichten Video berichten Betroffene: „Sie sagten zu uns: Jetzt, da wir euch gefangen haben, werden wir euch zum Islam bekehren.“ Einer jungen Frau wurde eine Schlinge um den Hals gelegt und so gezwungen, ihren Glauben zu verleugnen. Anderen wurden Auspeitschungen, Schläge oder der Tod angedroht, sollten sie sich weigern, zum Islam zu konvertieren, die Schule abzubrechen und sich „islamisch“ zu kleiden.

Human Rights Watch schätzt, dass in den vergangenen 5 Jahren mindestens 500 Frauen und Mädchen entführt wurden. (pro)

Von: ms

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