Auch nach sieben Jahren sind die Mörder von Tilmann Geske nicht verurteilt (Bild: Ausschitt des Buch-Covers "Ich will keine Rache" über das Drama von Malatya)
Auch nach sieben Jahren sind die Mörder von Tilmann Geske nicht verurteilt (Bild: Ausschitt des Buch-Covers "Ich will keine Rache" über das Drama von Malatya)

Mutmaßliche Christen-Mörder nicht mehr in Haft

Sieben Jahre sind seit dem Mord an drei Christen im türkischen Malatya vergangen – nun sind die mutmaßlichen Täter aus dem Gefängnis frei gekommen. Der Grund dafür ist eine Gesetzesänderung.

Die fünf mutmaßlichen Mörder sind Informationen der Nachrichtenagentur Agence France Presse zufolge bereits am Freitag aus dem Hochsicherheitsgefängnis von Malatya entlassen worden. Ein neues Gesetz schränkt die Dauer ihrer Untersuchungshaft auf fünf Jahre ein. Die Regelung verbietet zudem sogenannte „Sondergerichte“, wie es jenes ist, vor dem der Malatya-Fall bisher verhandelt wurde. Sollte der Fall nun an eine andere Instanz übertragen werden müssen, könnte dies den bereits sieben Jahre dauernden Prozess erneut erheblich in die Länge ziehen. Und das, obwohl schon bald ein Ende der Verhandlung erwartet wurde. Im Februar hatte der vorerst letzte Prozesstag stattgefunden.

Am 18. April 2007 waren drei Missionare, unter ihnen der Deutsche Tilmann Geske, in Malatya brutal ermordet worden. Die fünf Verdächtigen sollen ihre drei Opfer im Gebäude des protestantischen Verlags Zirve überfallen, gefesselt, gefoltert und ihnen dann die Kehlen durchgeschnitten haben. Sie wurden kurz nach der Tat festgenommen. Die Ultranationalisten sollen zu dem Netzwerk Ergenekon gehören, das einen Sturz der Regierung Erdogan anstrebt. Es wird angenommen, dass sie gezielt christliche Minderheiten angegriffen haben, um den Anschein zu erwecken, es seien Islamisten am Werk gewesen. So könnten sie das Militär gegen die islamisch-konservative Regierung aufzubringen versucht haben.

Auch nach ihrer Freilassung sollen die fünf Verdächtigen Medienberichten zufolge unter Aufsicht der Justiz stehen. Der Evangelische Pressedienst (epd) berichtet, sie stünden unter Hausarrest. Die Vereinigung Protestantischer Kirchen, ein Zweig der Evangelischen Allianz in der Türkei, nannte die Freilassung am Samstag eine „fürchterliche Ungerechtigkeit“. Die Christen teilten mit, die Bemühungen von Anwälten und Menschenrechtsorganisationen seien nun „mit einem Schlag zunichte gemacht worden“. Die Kirchen rufen die türkische Regierung und die Rechtsorgane deshalb dazu auf, einzuschreiten und dagegen vorzugehen, dass mutmaßliche Täter sich frei in der Gesellschaft bewegen können. (pro)

Von: al

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