In Nigeria sind in den vergangenen Jahren viele Christen durch Anschläge der islamistischen Sekte Boko Haram getötet, viele Kirchen zerstört worden
In Nigeria sind in den vergangenen Jahren viele Christen durch Anschläge der islamistischen Sekte Boko Haram getötet, viele Kirchen zerstört worden

Viele Tote durch Islamisten-Anschläge in Nigeria

In Nigeria gab es in den letzten Tagen mehrere Anschläge mit zahlreichen Toten, darunter auch Christen. Offenbar ist die islamistische Sekte Boko Haram dafür verantwortlich. Seit Anfang des Jahres sind laut der Gesellschaft für bedrohte Völker über 660 Menschen durch Überfälle islamistischer Extremisten gestorben.

Allein am vergangenen Wochenende gab es im Norden Nigerias mehrere Anschläge mit über hundert Toten. In der Nacht zum Montag haben Mitglieder der Sekte Boko Haram nach Angaben der Presseagentur dpa ein Dorf, das etwa 40 Kilometer von der Provinzhauptstadt Maiduguri entfernt liegt, mit Maschinengewehren, Sprengstoff und Raketenwerfern angegriffen. Die Täter seien laut Augenzeugenberichten in die Häuser eingedrungen und hätten wahllos auf die Menschen geschossen. Dabei kamen mehr als 80 Menschen ums Leben. Fast drei Viertel des Dorfes wurden zerstört.

Am Samstag explodierten in Maiduguri zwei Autobomben kurz hintereinander. Verschiedenen Medienberichten zufolge starben dabei mindestens 35 Menschen. Augenzeugen und Rettungskräfte gingen aber von bis zu hundert Toten aus. Unter den Opfern seien auch Hochzeitsgäste gewesen sowie Fußballfans, die sich ein Spiel auf einer Leinwand an der Straße angeschaut hätten. Am Abend habe Boko Haram zudem ein Dorf in der Nähe der Stadt überfallen, 39 Menschen getötet und die Siedlung zerstört. Welcher Religion die Opfer angehören, ist nicht klar.

Angriff auf christliche Schüler

Wenige Tage zuvor sind zahlreiche Christen durch Anschläge ums Leben gekommen. Am Dienstag starben bei einem Angriff mutmaßlicher Boko-Haram-Kämpfer auf eine Schule 59 christliche Schüler. Einen Tag später starben 37 Christen bei weiteren Angriffen, teilte die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) mit. Dabei seien die Islamisten als Soldaten verkleidet in mehrere Dörfer eingedrungen. Auch ein theologisches Seminar sei niedergebrannt worden. Seit Anfang des Jahres seien bereits über 660 Christen und Muslime durch Bombenanschläge und Überfälle der Extremisten getötet worden. Seit der Ausrufung des Ausnahmezustandes im Mai vergangenen Jahres habe es im Boko-Haram-Konflikt knapp 2.000 Todesopfer gegeben. Boko Haram sei in Nord-Nigeria „präsenter denn je zuvor“ und verunsichere Christen und Muslime gleichermaßen durch ihre Terror-Akte.

Die Stadt Maiduguri gilt als Gründungsort der islamistischen Sekte Boko Haram und ist Hauptstadt der Provinz Borno. Dort gilt ebenso wie in zwei weiteren Bundesstaaten seit 14. Mai 2013 der Ausnahmezustand wegen der Gewalt von Boko Haram. Über 290.000 Menschen sind seitdem nach Angaben der GfbV vor der Gewalt der Islamisten im Norden des Landes geflohen. Die Gruppe will einen islamischen Gottesstaat errichten und greift vor allem Christen, aber auch Muslime an. (pro)

Von: JSt

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