In Syrien würden Christen durchaus verfolgt, teilte das Hilfswerk Open Doors mit
In Syrien würden Christen durchaus verfolgt, teilte das Hilfswerk Open Doors mit

Open Doors: Christen werden in Syrien massiv verfolgt

Christen werden in Syrien massiv in ihrer Existenz bedroht. Das teilte das überkonfessionelle Hilfswerk Open Doors am Samstag mit. Die Organisation widersprach damit den Worten des Leiters des Auslandsbüros der Konrad-Adenauer-Stiftung in Jordanien, Otmar Oehring.

Es gebe inzwischen Landstriche in Syrien, wo nahezu kein Christ mehr lebt, erklärte Open Doors. Die Freie Syrische Armee (FSA) und darin vor allem die Rebellengruppe „Islamischer Staat Irak und Syrien (ISIS)“ verfolge das Ziel, Christen auszurotten.

Das Hilfswerk widersprach ausdrücklich der Ansicht Oehrings, dass Christen in Syrien noch nicht die Hauptzielscheibe von Angriffen seien. Oehring hatte am Montagabend bei einem Vortrag in Gießen unter anderem gesagt: „Es gibt dort noch keine systematische Christenverfolgung“ (pro berichtete). Open Doors teilte mit: „Al Kaida-Kämpfer haben die aufständischen Kräfte durchsetzt. Gezielte Angriffe auf Christen und mehrheitlich christliche Ortschaften nehmen zu.“

„Wo sind unsere Mitchristen aus dem Westen?“

Eine Christin aus Damaskus habe Mitarbeitern der Organisation eine verzweifelte Botschaft anvertraut: „Christen werden alleine deshalb angegriffen, weil sie Christen sind. Dörfer sollen in Säuberungsaktionen von Christen befreit werden. Warum klagen unsere Mitchristen der westlichen Welt nicht mit uns gemeinsam diese Verbrechen an? Die Regierung bietet uns keinerlei Schutz. Warum interessiert es niemanden, dass immer mehr Christen sterben müssen?“

Erzbischof Silvanus Petros al-Nehmeh, Metropolit der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Homs und Hama, habe zudem von verheerenden Angriffen auf Christen berichtet, unter anderem in der christlichen Stadt Assad, bei denen 45 Christen getötet wurden. Er sagt: „Was zur Zeit passiert, sind die schlimmsten Verbrechen an Christen, die wir bisher erlebt haben. Wir haben in die Welt hineingerufen und niemand hat uns gehört. Wo ist das christliche Gewissen der Welt? Wo sind unsere Glaubensgeschwister?“ Youssef, ein Christ aus Syrien, erzählt: „Eines Nachts klopfte es an unserer Tür und fremde Männer sagten: ‚Wir haben euer Gebiet eingenommen: Für euch Christen ist es Zeit zu gehen.‘ Also flüchteten wir.“

Eine Stimme für die Christen in Syrien

Um auf die Situation der Christen in Syrien aufmerksam zu machen, hat Open Doors eine internationale Petition gestartet, die inzwischen alleine in Deutschland von mehr als 72.000 Personen unterschrieben wurde. Markus Rode, Leiter von Open Doors Deutschland, sagt: „Beinahe täglich bekommen wir neue Nachrichten über Angriffe auf Christen in Syrien. Wir müssen diesen Christen international eine Stimme geben.“ Am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, werden die bisher gesammelten Unterschriften an die Vereinten Nationen übergeben.

Mit der Syrien-Nothilfe versorgt Open Doors in Zusammenarbeit mit den lokalen Kirchen aus allen Denominationen derzeit mehr als 9.000 Familien. Rode: „Etwa 45.000 Personen kann Open Doors aufgrund der großzügigen Spenden derzeit tagtäglich mit lebensnotwendigen Dingen versorgen. Außerdem bieten wir Trauma-Seelsorge an. So möchten wir unserem Auftrag nachkommen und das Überleben der christlichen Gemeinschaft in Syrien sichern.“

Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors, einer Rangliste der Länder, in denen Christen am stärksten bedrängt werden, belegt Syrien aktuell Platz 11. (pro)

Von: js

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