Der junge Indonesier Aldi Novel Adilang war sieben Wochen in Seenot. Sein Glaube und die Bibel halfen ihm, zu überleben, sagt er.

Der junge Indonesier Aldi Novel Adilang war sieben Wochen in Seenot. Sein Glaube und die Bibel halfen ihm, zu überleben, sagt er.

Bibel an Bord: Indonesischer Teenager überlebt 49 Tage in Seenot

Ein indonesischer Jugendlicher hat sieben Wochen in Seenot überlebt. Hunger, Selbstmordgedanken und andere Bedrohungen machten ihm zu schaffen. Seine Bibel habe ihm an Bord in besonderer Weise geholfen, am Leben zu bleiben.

Eine Geschichte wie aus einem Abenteuerroman: Ein indonesischer Teenager trieb sieben Wochen lang auf einem Floß mit Fischerhütte allein über den Ozean. Erst dann rettete ihn ein vorbeifahrendes Schiff unter panamaischer Flagge. Der Jugendliche, Aldi Novel Adilang, war spärlich ausgestattet, hatte aber eine Bibel dabei – und betete jeden Tag. Das habe ihn am Leben gehalten, erklärte der Jugendliche Reportern. Das berichtet die Nachrichtenseite The Daily Beast unter Berufung auf die Jakarta Post und die indonesische Tribun Manado. Er soll je nach Quelle 18 oder 19 Jahre alt sein.

Doch wie war Adilang in die lebensbedrohliche Situation gekommen? Der junge Mann mit wohl einem der einsamsten Jobs der Welt arbeitete auf einer schwimmenden Fischfalle 125 Kilometer draußen auf dem Meer, beschreibt die Jakarta Post seine Aufgabe. Dort war er Lampenwärter. Die Fischfalle wird „Rumpon“ genannt und ist eine Art Fischsammelapparatur. Auf dem Floß findet sich eine kleine Hütte. Unterstützt von Bojen schwimmt das Rumpon mitten auf dem Ozean und ist am Meeresboden durch ein langes Seil befestigt.

Vom Betreiber der Fischfalle hatte der Jugendliche den Auftrag, sechs Monate lang jede Nacht die Lampen an der Apparatur mit einem Stromgenerator anzumachen, um Fische anzulocken. Jede Woche schickte der Besitzer jemanden, um die Fische aus der Falle zu lesen. Dieser gab dem jungen Indonesier wieder Vorrat für eine Woche: Nahrung, Gas zum Kochen, sauberes Wasser und Treibstoff für den Generator. Auch hatte er ein Walkie-Talkie an Bord.

Kampf ums Überleben

Nachdem Adilang sich mehrere Monate um die Fischfalle gekümmert hatte, riss ein starker Wind sie am 14. Juli von der Fixierung los und trieb ihn von der Nordküste der indonesischen Insel Sulawesi in Richtung Guam, mitten im Pazifik. Nun musste er um sein Überleben kämpfen, da sein Vorrat knapp war.

Um seinen Hunger und Durst zu stillen, habe Adilang Fische gefangen, versucht, sich seinen Wasservorrat lange einzuteilen und schließlich Regen- und Meereswasser getrunken, berichtet der indonesische Generalkonsul in Osaka, Mirza Nurhidayat, der Jakarta Post nach der Rettung vom Leben auf dem offenen Meer. Das Meereswasser trank der Jugendliche von seiner durch Meereswasser benässten Kleidung. So wollte er versuchen, möglichst wenig Salz zu sich zu nehmen. Nachdem ihm das Kochgas ausgegangen war, nutzte er die Holzzäune des Rumpons als Brennstoff, um sich die Fische zuzubereiten.

Der lokalen Zeitung Tribun Manado sagte Adilan, dass er während seiner Zeit auf See stets in der Bibel gelesen habe. Dies habe ihm geholfen, geistliche Stärke zu erlangen. Sein Vater habe ihm gesagt, dass er die Bibel lesen und morgens und abends beten solle.

Geistliche Lieder gegen Selbstmordgedanken

In der dritten Woche seiner Odyssee war er besonders in Gefahr. Er dachte, er würde „da draußen sterben“. Einen ganzen Tag lang schwamm ein Hai um sein Floß herum. Die Flosse des Tiers sei die ganze Zeit zu sehen gewesen. Er habe gedacht, das einzige, was er tun könne, sei, dafür zu beten, dass der Hai verschwindet.

Auch kämpfte der Teenager einmal mit Selbstmordgedanken, überlegte, sich einfach ins Meer zu stürzen. Doch dann erinnerte er sich an die Bibel und betete. Durch das Singen geistlicher Lieder wurden seine Suizidgedanken vertrieben, schildert Adilang sein Erlebnis der Tribun Manado.

Vereint mit der Familie

Bei jedem Schiff, das vorbeisegelte, hoffte er auf eine Rettung und versuchte, mit dem Wedeln seiner Kleidung auf sich aufmerksam zu machen. Doch mehr als zehn Schiffe hielten nicht an oder sahen ihn nicht. Auch der Frachter „Arpeggio“, der ihn letztendlich rettete, fuhr zuerst an ihm vorbei. Da das Schiff aber nah war, machte er mit einem Funksignal über sein Walkie-Talkie auf sich aufmerksam. Da die Wellen am 31. August hoch gewesen sind, war seine Rettung schwierig – doch die Crew und er schafften es. Er hatte rund 2.000 Kilometer auf dem Floß zurückgelegt.

Nach ein paar Tagen auf dem Schiff und in Quarantäne traf er wieder mit seiner Familie zusammen, bei der er jetzt in Wori, Manado, ist. Laut der Jakarta Post ist Adilang in guter gesundheitlicher Verfassung. Reportern der Tribun Manado sagte er, dass ihn sein Glaube und seine Bibel am Leben gehalten hätten.

Von: Martina Blatt

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