Ist für einen Negativpreis nominiert worden: Die „Bibel für Frauen“ unterstützt aus Sicht der Initiatoren es Preises „Goldener Zaunpfahl“ Gender-Marketing

Ist für einen Negativpreis nominiert worden: Die „Bibel für Frauen“ unterstützt aus Sicht der Initiatoren es Preises „Goldener Zaunpfahl“ Gender-Marketing

„Gender-Marketing“: Bibel für Frauen und Männer für Negativpreis nominiert

Die Bibeln für Frauen und Männer sind für den „Goldenen Zaunpfahl“ nominiert. Der Negativpreis wird am 18. April in Berlin zum zweiten Mal verliehen. Die Initiatoren wollen damit Produkte oder Werbungen küren, die mit Geschlechterklischees spielen.

2017 hat der Brockhaus-Verlag die Bibel für Frauen und für Männer veröffentlicht. Die Farb- und Themenwahl der Bücher haben dazu geführt, dass sie für den „Goldenen Zaunpfahl“ nominiert wurden. Der Negativpreis wird nach Angaben der Initiatoren für „absurde Auswüchse des Gender-Marketing“ verliehen.

Die früher übliche Sitzordnung und Trennung der Geschlechter in den Kirchen ist längst überwunden. Die Bibeln für zwei verschiedene Geschlechter des SCM-R.-Brockhaus-Verlag hätten diese Zeiten seit März 2017 wieder in Erinnerung gerufen, finden die Initiatoren in ihrer Pressemitteilung. Sie sind irritiert von zwei verschiedenen Bibeln, „eine für Männer und eine für Frauen, die unterschiedlichen, sich bisweilen widersprechenden Interessen und Bedürfnisse von Kindern, Eltern und Unternehmen, einen Dialog, der die Erkenntnisse aktueller Forschung berücksichtigt“. Deftigere Worte findet das Onlineportal „ze.tt“, das die Bibel als „versandkostenfrei lieferbaren Sexismus“ bezeichnet.

„Eigentlich sollte es den Preis nicht brauchen“

Bei den fünf Nominierungen würden aus Sicht der Initiatoren Rollenbilder befeuert, die schon längst überwunden schienen. Neben der Bibel für Frauen wurde ein Werbeprospekt des Spielzeugherstellers Sigikid, eine Werbung für Grill-Artikel von Edeka, ein Experimentierkasten von Barbie sowie der Herbstkatalog des Spielwarenherstellers Jako-0 nominiert.

Mitinitiatorin Almut Schnerring hält die Nominierungen für Beispiele, die einen Rückschritt bei der Gleichberechtigung darstellten. Jeder Nutzer konnte Vorschläge per Mail, Twitter oder Facebook einreichen: „Eigentlich ist es unser Ziel, uns selbst abzuschaffen, denn es sollte so einen Preis gar nicht brauchen“, wünscht sich Schnerring. Am Mittwoch solle der Vorschlag gekürt werden, „der plump, altbacken und unreflektiert, einengende Rollenbilder reproduziert“.

Einer der Herausgeber der Bibel für Männer, Rüdiger Jope vom SCM-Bundesverlag, kritisierte die Berichte über die Bibel für Männer. Kaum ein Journalist habe sich die Mühe gemacht, in das Buch hinein zuschauen und niemand habe sich für die Berichterstattung mit den Herausgebern in Verbindung gesetzt. Jope widerprach der Darstellung, dass es in der Bibel für Männer darum gehe, konservative Rollenbilder zu transportieren. Die Nominierung für den „Goldenen Zaunpfahl" wertete er aber als positives Zeichen, denn die Bibel habe es damit in viele überregionale Medien geschafft.

Initiatoren des Preises sind Anke Domscheit-Berg, Almut Schnerring und Sascha Verlan. Sie kritisieren die aktuelle Werbepraxis und appellieren an die Unternehmen in ihrer Werbung Gendermarketing zu unterbinden. Stereotype Werbung dürfe das gesellschaftliche Bild nicht prägen. Diese Stereotypen dienten lediglich der Gewinnmaximierung. Ziel müssten intelligentere und innovativere Strategien zur Vermarktung ihrer Produkte sein.

Der Preis wurde 2017 erstmals verliehen. Preisträger im letzten Jahr waren die Verlage Pons und Klett Lerntraining und die beiden Lese-Lernbücher für Mädchen in Pink mit Handrührgerät und Pferde- und Prinzessinnengeschichten sowie für Jungs in Blau mit Außerirdischen und Piraten. Die Vorauswahl für die Verleihung am Mittwoch hatte eine 7-köpfige Jury aus über 140 Einreichungen ausgewählt.

Von: Johannes Weil

Sie können sich über Disqus, facebook, Twitter oder Google+ anmelden um zu kommentieren. Bitte geben Sie einen Namen, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine E-Mail-Adresse ein. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Um Missbrauch zu vermeiden, werden wir Ihren Kommentar erst nach Prüfung auf unserer Seite freischalten. Wir behalten uns vor, nur sachliche und argumentativ wertvolle Kommentare online zu stellen. Bitte achten Sie auch darauf, dass wir Beiträge mit mehr als 1600 Zeichen nicht veröffentlichen. Mit Abgabe des Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.

Datenschutz
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Moderation
Die Moderation der Kommentare liegt allein beim Christlichen Medienverbund KEP e.V. Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in den Nutzungsbedingungen.

comments powered by Disqus