Harald Glööckler präsentierte im November 2016 einen Schmuckschuber für die revidierte Lutherbibel 2017.

Harald Glööckler präsentierte im November 2016 einen Schmuckschuber für die revidierte Lutherbibel 2017.

„Pompöös" - Modeschöpfer Glööckler predigt

Harald Glööckler ist bekannt für sein extravagantes Auftreten und seine mit Strasssteinen und Glitzer besetzten Kleidungsstücke. Nun wurde bekannt: Glööckler hat noch ganz andere Qualitäten.

Der Modeschöpfer Harald Glööckler predigt. Das berichtet die Bild am Sonntag. Der Designer hatte im November 2017 zum Reformationsjubiläum einen Schmuck-Schuber im Auftrag der Deutschen Bibelgesellschaft für die neue Lutherbibel gestaltet. Wie die Boulevard-Zeitung am Sonntag berichtet, erhielt Glööckler nach der Präsentation eine Predigtanfrage und predigte in einem Kino. Dort sprach er vor rund 700 Besuchern eines besonderen Gottesdienstes, der eigentlich für Kirchenkritiker konzipiert ist.

Kirche soll Menschen stützen, nicht klein reden

Glööcklers Predigt sei „gut und tief" gewesen, erklärte Pastor Karsten Böhm von der evangelischen Kirchengemeinde Niederhöchstadt gegenüber der Zeitung. Die Kirche und das Reich Gottes profitierten von Menschen wie Glööckler. Der Pastor erkennt in Aktionen mit Prominenen eine Chance, Menschen wieder an den Glauben heran zu führen. „Durch unsere ,Go Special‘-Gottesdienste sind unzählige Menschen neu zum Glauben und in unsere Gemeinde gekommen“, erklärte Böhm gegenüber der Zeitung. Nach Angaben der Bild hatte Glööckler seine Predigt in Niederhöchstadt mit einem Appell beendet. „Wir brauchen keine Kirche, die uns klein macht und sagt, was wir nicht machen dürfen“, zitiert die Zeitung den Modeschöpfer. „Wir brauchen eine Kirche, die uns stützt, wenn wir stolpern, die uns auffängt, wenn wir fallen!“

Kreuz bleibt anstößig

Nachbesserungsbedarf sieht der Modedesigner bei der Inneneinrichtung von Gotteshäusern. Man habe ihm erklärt, dass Luther den Prunk aus den Kirchen entfernt habe. Glööckler hält das für „Quatsch". Und dass „immer dieser Jesus am Kreuz" hänge, das findet der Modeschöpfer auch „furchtbar". Der Zeitung sagte er: „Wieso zeigen die Jesus nicht, wie er jemanden segnet oder mit einem Heiligenschein? Man hängt doch auch zu Hause kein Bild von einem Toten im Sarg auf." Seine Entwürfe von Mode, Schmuck und Einrichtungsgegenständen bezeichnet Glööckler selbst als „pompöös“ – so nennt sich auch sein Modelabel. Der Modeschöpfer ließ sich für die Tierrechtsorganistation PETA nackt fotografieren. Glööckler lebt in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft.

Das Interesse an dem Modeschöpfer ist scheinbar hoch. Nach Angaben der Zeitung haben noch weitere Kirchengemeinden Glööckler zu Diensten eingeladen. Im November ist Glööckler in Frankfurt und Saarbrücken, um die Weihnachtsgeschichte zu lesen und zu interpretieren.

Von Norbert Schäfer

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