Ihr konnte das Corona-Virus nichts anhaben: Ordensschwester André, die mit bürgerlichem Namen Lucile Randon heißt

Ihr konnte das Corona-Virus nichts anhaben: Ordensschwester André, die mit bürgerlichem Namen Lucile Randon heißt

Ordensschwester überlebt Corona-Infektion mit 116

Als Lucile Randon geboren wurde, war vom Ersten Weltkrieg noch keine Rede. Die älteste Europäerin, die mittlerweile katholische Ordensschwester ist und in einem französischen Altenheim lebt, hat mit 116 Jahren jetzt eine Corona-Infektion überlebt – ohne es zu bemerken.

Lucile Randon wurde 1904 in eine protestantische Familie geboren. Als Volljährige hat sie sich katholisch taufen lassen. Mit 40 Jahren trat sie den Vinzentinerinnen bei und heißt seitdem Ordensschwester André – in Erinnerung an ihren Bruder. Kurz vor ihrem 117. Geburtstag am 11. Februar hat sie jetzt eine Corona-Infektion überlebt.

„Ich habe es gar nicht bemerkt“, zitiert das Nachrichtenportal n-tv die Geistliche. Angst vor der Krankheit habe sie nicht gehabt, da sie sich nicht vor dem Tod fürchte. Aktuell lebt die Ordensschwester in einem Altenheim im südfranzösischen Toulon. Dort war es im Januar zu einem Corona-Ausbruch gekommen.

Neben ihr wurden mehr als 80 Hochbetagte positiv auf das Virus getestet, sieben von ihnen starben. Die Ordensfrau blieb ohne Symptome. 1944 trat sie als Schwester André in ein Pariser Kloster ein. Ihren Ordensnamen wählte sie nach ihrem Bruder, den sie als „Vater, Mutter und Kindermädchen“ zugleich bezeichnete. Ab 1945 kümmerte sie sich im Krankenhaus Vichy drei Jahrzehnte um Waisenkinder und ältere Menschen.

„Leute entlasten, die sich um mich kümmern“

1979 beendete sie ihren aktiven Ordensdienst und lebte 30 Jahre in Les Marches. 2009 zog sie in das Altenheim in Toulon, in dem sie noch heute wohnt. Dort besucht sie täglich die Messe, hört Radio und nimmt am Abendgebet teil. Die Ordensfrau ist erblindet und sitzt im Rollstuhl, hat aber noch ein gutes Gedächtnis. Anlässlich ihres 115. Geburtstages hatte sie sich gewünscht, „dass sie im nächsten Jahr sterbe, damit sie die Leute entlaste, die sich um sie kümmern“.

Die Widerstandsfähigkeit gegen das Corona-Virus von Menschen in diesem Alter wird inzwischen Thema der Forschung. Die Expertin für Virologie an der Universität Mailand, Maria Rita Gismondo, vermutet, dass diese Infizierten mit dem Erreger der Spanischen Grippe in Berührung gekommen sein könnten. An der Pandemie sind zwischen 1918 und 1919 rund 50 Millionen Menschen gestorben.

Laut Wikipedia hält die katholische Ordensfrau einige Altersrekorde. Seit 2017 ist sie die älteste lebende Französin und seit dem 18. Juni 2019 die zweitälteste lebende Person überhaupt sowie die älteste lebende Europäerin. Aktuell belegt sie Platz 10 der ältesten lebenden Personen aller Zeiten. Als älteste Nonne der Welt erhielt sie einen von Papst Franziskus gesegneten Rosenkranz.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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