Die Irrtumslosigkeit der Bibel war eines der wichtigsten theologischen Anliegen des verstorbenen Theologen James Innell Packer

Die Irrtumslosigkeit der Bibel war eines der wichtigsten theologischen Anliegen des verstorbenen Theologen James Innell Packer

James Innell Packer gestorben

James Innell Packer, bekannt als J. I. Packer, ist tot. Er gilt als einer der einflussreichsten Evangelikalen des 20. Jahrhunderts. Bekannt gemacht hat ihn sein Buch „Knowing God“ (Gott erkennen). Der Theologe starb am Freitag kurz vor seinem 94. Geburtstag.

Er galt als einer der einflussreichsten evangelikalen Theologen der Gegenwart. Am Freitag ist James Innell Packer mit 93 Jahren gestorben. Tief beeinflusst haben ihn die Werke Johannes Calvins und der englischen Puritaner. 2005 wählte ihn das Time Magazine zu einem der 25 einflussreichsten Evangelikalen. Zu seinem Hauptwerk zählt das Buch „Knowing God“ (Gott erkennen). Das 1973 veröffentlichte Buch wurde allein in Nordamerika über eine Million Mal verkauft.

Packer kam 1926 im englischen Gloucester zur Welt. Sein Vater war Beamter bei der Eisenbahn. Nach dem Schulbesuch erhielt er ein Stipendium an der Oxford-Universität. Wie das Regent-College, sein späterer wissenschaftlicher Wirkungsort, in einem Nachruf schreibt, wuchs Packer in einem „nominell anglikanischen Elternhaus“ auf.

Auftrag, die anglikanische Kirche theologisch zu stärken

Am 22. Oktober 1944 bekehrte sich Packer nach einer Predigt in der St. Aldate's Kirche in Oxford. In dieser Zeit prägten ihn vor allem die Schriften des englischen Puritaners John Owen. In Oxford absolvierte Packer 1948 den Bachelor of Arts. Er begann sein Theologie-Studium an der Wycliffe Hall und wurde vier Jahre später zum Priester der anglikanischen Kirche ordiniert.

Von 1952 bis 1954 war er Hilfspastor in einem Vorort von Birmingham. In diesem Jahr heiratete Packer die walisische Krankenschwester Kit Mullett. Gemeinsam adoptierten sie drei Kinder. Seine Doktorarbeit schrieb der Theologe über die Heilslehre des Puritaners Richard Baxter. Packer arbeitete zunächst sechs Jahre als Dozent in Tyndale Hall und danach am evangelikalen Forschungsinstitut Latimer Trust. Es sollte dazu dienen, die Kirche von England theologisch zu stärken.

Als Autor publizierte Packer mehr als 40 Bücher. In ihnen beschäftigte er sich unter anderem mit der Irrtumslosigkeit der Bibel, dem ökumenischen Dialog zwischen Evangelikalen und Katholiken sowie der Bedeutung vom Tod Jesu am Kreuz. Sein letztes Werk, „The Heritage of Anglican Theology“ (Das Erbe der anglikanischen Theologie) soll im März 2021 erscheinen.

Unterzeichner der Chicago-Erklärung zur Irrtumslosigkeit der Bibel

Ab 1977 war er als einziger Nicht-Amerikaner Gründungsmitglied des „International Council on Biblical Inerrancy“. Dieses Gremium erarbeitete 1978 die Chicago-Erklärung über die Irrtumslosigkeit der Bibel. 1979 zog Packer nach Kanada, um eine Professur am Regent College in Vancouver anzunehmen. Diesen hatte er bis zu seiner Emeritierung inne.

Zu Packers Biographie gehören aber auch Brüche: Anfang der 1970er Jahre veröffentlichte er Thesen für die Gründung einer Vereinigten Kirche in England. Dabei blieb die langjährige Freundschaft mit dem Theologen Martin Lloyd-Jones auf der Strecke. Im März 1994 unterzeichnete er gemeinsam mit mehreren Evangelikalen und römischen Katholiken die Erklärung „Evangelicals and Catholics Together“. 2002 erlaubte die Synode seiner Diözese ihrem Bischof, Gottesdienste zur Segnung gleichgeschlechtlicher Vereinigungen zu feiern. Packer verließ aus Protest die Synode. Durch diese Entscheidung werde das Evangelium Christi verfälscht und die Autorität der Schrift aufgegeben.

2008 beschloss die Gemeinde, in der Packer sich auch ehrenamtlich engagierte, die Anglikanische Kirche von Kanada zu verlassen. Infolgedessen wurden Packer und die anderen Geistlichen suspendiert, weil sie sich der öffentlichen Lehre ihrer Kirche verweigerten und in eine andere religiöse Körperschaft außerhalb der Anglikanischen Kirche Kanadas eintreten wollten.

Der Theologe schrieb mehr als dreißig Jahre Artikel für die Zeitschrift Christianity Today. Zudem war er Gesamtherausgeber für die evangelikale Überarbeitung einer englischen Bibel. Ehrenamtlich brachte er sich in der St. John's Shaughnessy ein, die als größte anglikanische Gemeinde von Kanada galt. Daneben fungierte er als theologischer Berater.

Justin Taylor beschreibt Packer in dem Blog der Gospel Coalition als einen Theologen, der „in den fast 70 Jahren seines Dienstes immer wieder betont hat, wie wichtig es ist, den dreieinigen Gott zu kennen, zu ihm zu beten und mit ihm zu kommunizieren. 2015 meinte Packer gegenüber Taylor: „Wenn ich auf mein Leben zurückblicke, möchte ich, dass man sich an mich als eine Stimme erinnert – eine Stimme, die sich auf die Autorität der Bibel, die Herrlichkeit unseres Herrn Jesus Christus und das Wunder seines stellvertretenden Opfers und seiner Sühne für unsere Sünden konzentriert.“

Von: Johannes Blöcher-Weil

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