Heinrich Bedford-Strohm steht an der Spitze der deutschen Protestanten. Am Montag feiert er seinen 60. Geburtstag.

Heinrich Bedford-Strohm steht an der Spitze der deutschen Protestanten. Am Montag feiert er seinen 60. Geburtstag.

Heinrich Bedford-Strohm wird 60

Er ist der amtierende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und damit der oberste Repräsentant von fast 25 Millionen Protestanten. Am 30. März feiert Heinrich Bedford-Strohm seinen 60. Geburtstag.

Heinrich Bedford-Strohm feiert am Montag seinen 60. Geburtstag. Der Theologe ist aktuell Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland sowie Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Der Jubilar wurde 1960 in Memmingen geboren, wo sein Vater Albert Pfarrer war.

Nach Abitur und Grundwehrdienst studierte er Evangelische Theologie in Erlangen, Heidelberg und Berkeley. Später war er wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Systematische Theologie in Heidelberg beim späteren EKD-Ratsvorsitzenden Wolfgang Huber. Nach seiner Promotion 1992 absolvierte Bedford-Strohm sein Vikariat in Heddesheim und wurde als Pfarrer ordiniert. Danach nahm er eine Gastprofessur für Sozialethik in den USA an.

Seit 2014 EKD-Ratsvorsitzender

1998 habilitierte er sich in Heidelberg mit einer theologischen Arbeit zum „Sozialen Zusammenhalt in der modernen Gesellschaft“. Es folgten Stationen als Gemeindepfarrer in Coburg und als Professor an der Universität Gießen. 2004 folgte er einem Ruf an die Universität Bamberg als Professor für Systematische Theologie und Theologische Gegenwartsfragen.

2011 wurde der Theologe Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Seit November 2013 ist er Mitglied im Rat der EKD. Die Mitglieder der Synode wählten ihn im November 2014 außerplanmäßig zum Nachfolger von Nikolaus Schneider als EKD-Ratsvorsitzender, nachdem dieser zurückgetreten war. Im November 2015 wurde Bedford-Strohm für sechs Jahre im Amt bestätigt.

Ein Herz für Flüchtlinge

Als Landesbischof verbrachte Bedford-Strohm den Heiligabend 2011 in der Erstaufnahme-Einrichtung für Asylbewerber in München. In der Folge forderte der Theologe immer wieder einen humanen Umgang und mehr Respekt vor Flüchtlingen. Die politische Kultur müsse sich ihrer Verantwortung für die Schwachen bewusst sein, sagte Bedford-Strohm.

Der EKD-Ratsvorsitzende plädierte auch für den Sonntagsschutz. Der Mensch brauche Tage der Ruhe, die nicht der Kommerzialisierung dienen. Insofern sei der Sonntag als arbeitsfreier Tag wichtiges, um schließlich dem „Druck, der Wirtschaft alles unterzuordnen, zu begegnen“. In den Gottesdiensten könnten Menschen „Kraft schöpfen“ und „Grundorientierung“ gewinnen.

In der Ökumene betonte Bedford-Strohm, nicht nur das Trennende, sondern auch das Verbindende zu sehen. Er forderte alle Konfessionen auf, „eine authentische öffentliche Kirche zu sein, die leidenschaftlich ökumenisch denkt und fühlt“. Sein Engagement geht über die nationalen Grenzen hinaus: Der Theologe gehört der Internationalen Arbeitsgruppe für Bioethik des Weltkirchenrates an.

Kritik wegen des abgelegten Kreuzes

Seit seiner Wahl zum Landesbischof lässt Bedford-Strohm seine Mitgliedschaft in der SPD ruhen. Scharf kritisiert wurde der Theologe im Oktober 2016. Bei einem gemeinsamen Besuch mit Reinhard Kardinal Marx auf den Tempelberg legte er auf Bitten der Gastgeber sein Brustkreuz ab. Das wurde ihm von vielen als „Verleugnung des Kreuzes“ ausgelegt.

In den vergangenen Jahren hat Bedford-Strohm sich für die Aufnahme von Flüchtlingen aus dem Mittelmeerraum stark gemacht. Für sein Engagement in diesem Bereich erhielt er Anfang Januar 2020 Morddrohungen. Die sizilianische Stadt Palermo ernannte ihn zum Ehrenbürger. Seit 1985 ist Bedford-Strohm mit der amerikanischen Psychotherapeutin Deborah Bedford verheiratet. Das Paar hat drei erwachsene Söhne. Sein Bruder Christoph ist Professor für Kirchengeschichte an der Universität Heidelberg.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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