Ottmar Hitzfeld, hier im Jahr 2011 als Nationaltrainer der Schweiz, feierte am 12. Januar seinen 70. Geburtstag

Ottmar Hitzfeld, hier im Jahr 2011 als Nationaltrainer der Schweiz, feierte am 12. Januar seinen 70. Geburtstag

Ottmar Hitzfeld erhält Papstaudienz

Ottmar Hitzfeld ist einer der erfolgreichsten Fußballtrainer der Welt. Seinen Fokus legt der frühere Profi neben dem sportlichen Erfolg auf den christlichen Glauben. Zu seinem 70. Geburtstag organisierte ihm ein Freund eine Audienz beim Papst.

Am 12. Januar feierte Hitzfeld seinen 70. Geburtstag. Als Geschenk erhielt er von einem Freund eine Audienz beim Papst. Diese bezeichnete Hitzfeld im Gespräch mit der Schweizer Zeitung Blick als „unheimlich emotionalen Moment". Das Oberhaupt der Katholischen Kirche strahle viel Wärme und Ruhe aus, „seine Demut ist zu spüren“. Der Papst segnete Fotos von Hitzfelds Enkelkindern und signierte sie. Hitzfeld ist als Katholik aufgewachsen. Er gehe zwar nicht jeden Sonntag in die Kirche, aber das tägliche Gebet gehöre zu seinem Leben, sagte er dem Blick.

Eigentlich wollte Ottmar Hitzfeld nach dem Studium Lehrer werden. Er wurde Fußball-Lehrer und zudem noch einer der erfolgreichsten aller Zeiten. Hitzfeld wurde als Spieler und Trainer siebenmal Deutscher und zweimal Schweizer Meister. Auch international gewann der gläubige Christ etliche Titel mit Borussia Dortmund und Bayern München.

Hitzfeld wuchs als jüngstes von fünf Geschwistern in Südbaden in der Nähe der Schweizer Grenze auf. Sein Herz schlug früh für den Fußball. Mit dem FC Basel wurde er schon in seiner ersten Profisaison als Spieler Meister. Ein Jahr später wurde er sogar Torschützenkönig. Nachdem er sein Lehramtsstudium abgeschlossen hatte, ging er nach Deutschland zum VfB Stuttgart und spielte dort in der Zweiten Liga.

Traineramt statt Lehramt

Seine Tore trugen dazu bei, dass der Verein 1976/77 wieder in die Erste Bundesliga aufstieg. Bis zu seinem Karriereende 1983 spielte er noch beim FC Lugano und dem FC Luzern. Nach seiner Profikarriere wollte sich Hitzfeld wieder dem Lehramt widmen. Weil der Abschluss seines Studiums zu lange zurücklag, verlangte das Staatliche Schulamt eine zusätzliche Nachprüfung. Verärgert über diese Entscheidung beschloss Hitzfeld, Profitrainer zu werden.

Bereits in der Saison 1984/85 gewann er zum ersten Mal den Schweizer Pokal und wurde zum Fußballtrainer des Jahres gewählt. Mit den Grasshoppers Zürich holte er fünf nationale Titel. 1991 ging er nach Dortmund und verpasste in seiner ersten Saison den Titel nur knapp; dieser gelang ihm drei Jahre später. Seine Erfolgsgeschichte beim BVB setzte sich mit dem Gewinn der Champions League fort.

Nach einem kurzen Intermezzo als Sportdirektor, in dieser Zeit gewann Dortmund den Weltpokal, ging er 1998 zum FC Bayern München. Hier gewann er sechsmal den Meistertitel, zweimal den Pokal, die Champions League und den Weltpokal. Weil der Verein 2003/04 keinen Titel gewonnen hatte, wurde Hitzfelds bis 2005 laufender Vertrag vorzeitig aufgelöst. In der Folge analysierte er als TV-Experte Fußballspiele.

„Ich schöpfe aus dem täglichen Gespräch mit Gott“

Im Februar 2007 kehrte Hitzfeld noch einmal zum FC Bayern zurück. 2007/08 gewann er das Double. Seine letzte Trainerstation hatte er als Schweizer Nationaltrainer, mit der er sich zweimal für die Weltmeisterschaft qualifizierte. Auch als Trainer erhielt er mehrere Auszeichnungen, unter anderem wurde er 2001 UEFA Trainer des Jahres.

Seinen Glauben verhehlt der Fußballtrainer nicht. Jesus habe für ihn eine wichtige Vorbildfunktion: „Er ist den geradlinigen Weg gegangen und hat nie versucht, auf krummen Wegen sein Ziel zu erreichen. Offenheit und Gerechtigkeit zeichneten ihn aus. So möchte ich auch leben“, sagte er im Christlichen Medienmagazin pro im Sommer 2018. Seine Kraft schöpfe er aus den täglichen Gebeten.

Auch bei schwierigen Lebensentscheidungen habe er gewusst, dass Jesus hinter ihm stehen würde: „Der Gekreuzigte ist auferstanden. Das ist mein großes Vorbild, und darum gehe ich auch nicht den bequemen Weg.“ Die auf der Erde geschenkte Zeit wolle er sinnvoll nutzen. Bei seinem Abendgebet etwa mache er sich bewusst, „dass der nächste Tag super laufen wird, auch wenn schwierige Verhandlungen und unlösbare Probleme auf mich warten“. Das irdische Leben verstehe er als Etappenziel und das ewige Leben als Endziel: „Wenn es kein Leben nach dem Tod gäbe, wäre das jetzige Leben doch letztlich sinnlos.“

Von: Johannes Blöcher-Weil

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