Die Volkswagen Arena, Heimspielstätte des VfL Wolfsburg – nicht alle, die hier spielen, begrüßen die Regenbogenaktion

Die Volkswagen Arena, Heimspielstätte des VfL Wolfsburg – nicht alle, die hier spielen, begrüßen die Regenbogenaktion

Wolfsburger Stürmer wegen Vorwürfen der Homophobie in der Kritik

Dem Fußballspieler Josip Brekalo wird Homophobie vorgeworfen. Er gab an, sich nicht hinter die Aktion seines Vereins VfL Wolfsburg stellen zu können, den jeweiligen Kapitän mit Regenbogenbinde auflaufen zu lassen. Das widerspreche seinen christlichen Überzeugungen.

Außenstürmer Josip Brekalo vom Bundesligisten VfL Wolfsburg hat nach dem 2:1-Sieg seiner „Wölfe“ gegen Schalke 04 zum Bundesliga-Auftakt für Diskussionen gesorgt. Ihm wird Homophobie vorgeworfen.

Der Hintergrund: Die Kapitäne aller Wolfsburger-Mannschaften bis in die Jugend spielen ab dieser Saison mit einer Kapitänsbinde in Regenbogenfarben. Im Falle der Bundesligamannschaft des VfL ist das Mittelfeldakteur Josuha Guilavogui. Damit wolle der Verein ein Zeichen gegen Diskriminierung und für Vielfalt und eine offene Gesellschaft setzen, sagte Geschäftsführer Jörg Schmadkte.

Guilavogui hatte die Aktion im Vorfeld des Spiels gegen Schalke begrüßt. „Wir Fußballer sind Vorbilder und wollen mit dem Regenbogen zeigen, dass bei uns im Stadion und im Verein alle willkommen sind. Es ist egal, welche Hautfarbe oder welches Geschlecht du hast, wen du liebst, ob du ein körperliches Handicap hast oder welchen Glauben du hast – Fußball ist für alle da. Dafür steht der Regenbogen und wir als Team stehen hinter dieser Botschaft,“ sagte der Kapitän.

Nicht alle Wolfsburger Spieler stehen hinter der Aktion

In einem Punkt hat der Franzose allerdings Unrecht. Nicht das ganze Team steht hinter der Aktion. Von Brekalos Instagram-Account waren zwei ablehnende Kommentare zur Wolfsburger Bekanntmachung der Regenbogenbinde geliket worden. Der eine Nutzer postete sich übergebende Smileys, der andere befand: „Bah, Alter. sieht echt scheiße aus.“

Brekalo gab gegenüber dem Kicker-Sportmagazin an, die Likes seien keine Absicht gewesen, sein Handy mache sich gern selbstständig. Er zeigte eine Videoaufnahme seines – wie er sagte kaputten – Mobiltelefons, auf dem sich Fenster ohne Zutun des Nutzers öffnen und schließen und willkürlich Instagram-Postings geliket werden. Die Likes für die beiden Kommentare hat Brekalo inzwischen rückgängig gemacht.

Brekalo: Aktion widerspricht meiner „christlichen Überzeugung"

Ob Ausrede oder nicht: Der 20-jährige Kroate machte klar, dass er nicht hundertprozentig hinter der Aktion seines Vereins steht. Die sei nicht mit seinen christlichen Werten vereinbar. Der Linksaußen gab folgendes Statement ab:

„Ich würde solche negativen Kommentare nie liken, weil ich alle Menschen und ihre Art zu leben respektiere. Trotzdem muss ich aber auch sagen, dass ich nicht vollständig hinter dieser Aktion stehen kann, denn es widerspricht meiner christlichen Überzeugung. Ich bin sehr religiös erzogen worden. Wenn jemand eine andere Art zu leben bevorzugt, dann ist das okay für mich, weil das seine Sache ist. Aber ein spezielles Symbol für die Einstellung anderer Leute muss und möchte ich nicht tragen.“

In den sozialen Netzwerken hatte der Katholik Brekalo Kritik geerntet. Ein Nutzer schrieb etwa an den VfL: „Jetzt müsstet ihr nur noch Brekalo erklären, dass Homophobie eher uncool ist.“

Brekalo war im Sommer 2016 für eine Million Euro von seinem Jugendklub Dinamo Zagreb nach Wolfsburg gewechselt. 2017 spielte er ein Jahr leihweise beim VfB Stuttgart.

Von: Martin Jockel

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