Frankreich will dem Polizisten Arnaud Beltrame in einem Nationalen Trauerakt gedenken.

Frankreich will dem Polizisten Arnaud Beltrame in einem Nationalen Trauerakt gedenken.

IS-Terror: Der Held von Frankreich war gläubiger Christ

Der Polizist Arnaud Beltrame hat sich am Freitag bei einem Terrorakt für eine Geisel eintauschen lassen und wurde erschossen. Der Franzose war gläubiger Katholik und besuchte eine Kirche.

Der Polizist Arnaud Beltrame hat sich am Freitag bei einer Geiselnahme in einem Supermarkt im Süden Frankreichs freiwillig in die Hände des Geiselnehmers begeben, um ein ziviles Opfer zu befreien. Der Terrorist, der sich zum „Islamischen Staat“ bekannte, hatte zuvor bereits zwei Menschen im Supermarkt erschossen sowie einen Mann beim Raub von dessen Auto getötet. Warum der Täter dem Polizisten im weiteren Verlauf in den Nacken schoss, ist ungeklärt – am Sonntag erlag der Beamte seinen Verletzungen. Der Täter, ein in Marokko geborener Islamist, wurde am Freitag beim Polizeieinsatz erschossen.

Wie mehrere Medien berichten, war Beltrame ein gläubiger Katholik, der sich für seine Kirchengemeinde begeisterte. Er sei nicht in einer religiösen Familie aufgewachsen, habe sich aber 2008 dem Glauben zugewandt, schreibt etwa der britische Catholic Herald, und die Erstkommunion sowie die Firmung empfangen. „Er hat seinen Glauben nicht versteckt, er hat ihn ausgestrahlt und davon erzählt“, sagte der Polizeiseelsorger Dominique Arz gegenüber der Presse. „Sein Akt der Selbst-Hingabe stand in Einklang mit dem, woran er glaubte.“

Kirchliche Trauung stand bevor

Ähnlich äußerte sich der Priester, der am 9. Juni die kirchliche Trauung für Beltrame und dessen Ehefrau Marielle durchführen sollte. „Das junge Paar kam regelmäßig in die Abtei, um an Messen, Gottesdiensten und Lehreinheiten teilzunehmen“, zitiert der Catholic Herald Pater Jean Baptiste. Er führte die Trauung stattdessen auf dem Sterbebett kurz vor dem Tod Beltrames durch.

Jesus habe gelehrt, dass es keine größere Liebe gebe als die, sein Leben hinzugeben für seine Freunde, erklärte der Pater. Dies habe Beltrame gewusst. „Ich glaube, nur der christliche Glaube kann ein solches übermenschliches Opfer fordern“, sagte der Geistliche.

Frankreich will Beltrame in einem Nationalen Trauerakt gedenken. Der mit 45 Jahren Getötete war Absolvent der Militärakademie Saint-Cyr in Coëtquidan in der Bretagne, einer 1802 von Napoleon gegründeten Offiziersschule des Heeres. Dort graduierte er 1999 als Bester seines Jahrgangs. Seine Ausbilder beschrieben ihn als jemanden, der niemals aufgebe, schreibt die Deutsche Presse-Agentur.

Von: Moritz Breckner

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