Billy Graham (2. v. l.) war 1993 im Rahmen von ProChrist in Deutschland. Neben ihm auf dem Pult sind Pfarrer Wilfried Reuter, Ulrich Parzany und Wolfgang Baake (1., 3. und 4. v. l.).

Billy Graham (2. v. l.) war 1993 im Rahmen von ProChrist in Deutschland. Neben ihm auf dem Pult sind Pfarrer Wilfried Reuter, Ulrich Parzany und Wolfgang Baake (1., 3. und 4. v. l.).

Billy Graham war „einflussreichster Evangelist seit dem Apostel Paulus“

Weggefährten und Freunde haben den am Mittwoch im Alter von 99 Jahren gestorbenen Evangelisten Billy Graham gewürdigt – darunter Donald Trump. Auch die Deutsche Evangelische Allianz erinnerte an Grahams Verdienste.

Billy Grahams Sohn Franklin, heute Leiter des Missionswerks seines Vaters, teilte mit, sein Vater werde schmerzlich vermisst. „Aber welche Freude muss es für ihn sein, von Gott, seinem Vater, willkommen geheißen zu werden, und wieder mit meiner Mutter vereint zu sein, in der Gegenwart von Jesus!“

Tochter Anne Graham Lotz schrieb in einer Stellungnahme, ihr Vater sei nun zuhause im Himmel. Sie bete dafür, dass nun „zehntausende Pastoren, Lehrer, Evangelisten und normale Leute aufstehen und seinen Platz einnehmen“.

US-Präsident Donald Trump schrieb auf Twitter: „Es gab keinen so wie ihn! Er wird von Christen und allen Religionen vermisst werden. Ein sehr besonderer Mann.“ Etwas später veröffentlichte das Weiße Haus eine längere Würdigung Grahams. Trump und seine Frau Melania trafen Graham zu dessen 95. Geburtstag 2013, danach aber nicht mehr.

Vizepräsident Mike Pence teilte mit, Grahams unnachahmliche Stimme habe das Leben von Millionen Menschen verändert. Der frühere US-Präsident Bill Clinton teilte mit: „Billy hat seinen langen und guten Lauf vollendet. Er hinterlässt unsere Welt als einen besseren Ort und nimmt seinen Platz in der Herrlichkeit ein.“ Der Pastor und Autor Jobert Jeffress sagte über Graham: „Er war der einflussreichste Evangelist seit dem Apostel Paulus.“ Der frühere Vorsitzende der Christian Coalition of America, Ralph Reed, nannte Graham ein „amerikanisches Original und einen wahren Champion für Christus“. Die Pastorin Paula White, schrieb auf Twitter: „Wir spüren seinen Verlust und schauen auf das Vorbild seines Lebens“.

Der frühere Präsident George H. W. Bush sagte: „Ich glaube, Billy hat die Herzen nicht nur von Christen, sondern von Menschen allen Glaubens berührt, weil er so ein guter Mann war. Es war ein Privileg, ihn zum Freund zu haben.“

Erinnerung an Graham in Deutschland

Der Journalist und frühere Politik-Beauftragte der Deutschen Evangelischen Allianz, Wolfgang Baake, arbeitete bei ProChrist 1993 in Essen als deutscher Pressesprecher für Graham. „Ich habe ihn als einen bescheidenen Mann kennengelernt, dem es in seinem Leben nur um eines ging: Menschen für Jesus zu gewinnen. Dem ordnete er alles unter", sagte Baake gegenüber pro. „Wenn ich über Evangelisation mit dem Einsatz von Medien nachdenke, dann immer in Verbindung mit Billy Graham. Er ist der Wegbereiter des Medieneinsatzes für die Verbreitung des Evangeliums.“

Der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA), Hartmut Steeb, teilte gegenüber pro mit: „Auch wenn sich geistliche Früchte schlecht mit menschlichen Marken messen lassen: Unzweifelhaft hat Billy Graham nicht nur weltweit, sondern gerade auch in Deutschland wohl am meisten Spuren hinterlassen, die einem Evangelisten geschenkt wurden. Er hat auch Tausende Deutsche zum lebendigen Glauben an Jesus Christus geführt.“ Dies gelte für viele Einsätze seit den 1950er Jahren bis zur „Euro 70“, die erstmals an viele Orte live übertragen wurde.

„,Mr. Bible‘ in Verkündigung unmissverständlich klar“

Die Einladung Grahams zum „Lausanner Kongress“ 1974 habe zu dem neuen Aufbruch „Alle Welt soll sein Wort hören“ geführt, sagte Steeb. Dem Christival 1976 habe Graham die weltmissionarische Perspektive gegeben. „Und er hat uns nach der politischen neuen Ära in Deutschland zu einer neuen ungeahnten missionarischen Offensive geholfen“, von der Bereitschaft zum Kurzzeiteinsatz 1990 bis zur Mitentwicklung und als Verkündiger bei ProChrist 1993. Steeb wörtlich über Graham: „,Mr. Bible‘ war in der Verkündigung der frohen Botschaft unmissverständlich klar, elementar, für jedermann verständlich. In den persönlichen Begegnungen habe ich Billy Graham als zielstrebig, aber den Menschen nah und sehr bescheiden wahrgenommen. Er hat auch mein Leben und meine Sicht für die Evangelisation gründlich geprägt und mich auch davon überzeugt, wie nötig die konkrete Einladung zur klaren Stunde der Entscheidung ist.“

Auch der Verein „Geschenke der Hoffnung“ in Berlin trauert um Billy Graham. Die Wurzeln des christlichen Werks, das vor allem für seine Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ bekannt ist, gehen auf Graham zurück: 2001 ist der Verein aus der Billy Graham Evangelistic Association hervorgegangen. Deshalb sei auch Grahams Lebensaufgabe, die christliche Botschaft weiterzugeben, ein Grundpfeiler der Arbeit von „Geschenke der Hoffnung“, teilte der Verein mit.

„Herausragendster Leiter unserer Generation“

Der Gründer der christlichen Regent-Universität und des Fernsehsenders CBN, Pat Robertson, sagte in seiner Sendung über Graham: „Er war ohne Frage der herausragendste evangelikale Leiter unserer Generation." Graham sei ein furchtloser Prediger gewesen, der sich zur Wahrheit Gottes gestellt habe.

Zahlreiche US-Prominente aus Politik, Sport und Kultur äußerten sich auf Twitter zum Tod von Billy Graham:

Von: Moritz Breckner

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