Im bayerischen Poing steht die Kirche Seliger Pater Rupert Mayer. Sie erhielt in diesem Jahr einen der renommiertesten internationalen Architekturpreis.

Im bayerischen Poing steht die Kirche Seliger Pater Rupert Mayer. Sie erhielt in diesem Jahr einen der renommiertesten internationalen Architekturpreis.

Schönste moderne Kirche der Welt steht in Bayern

Der „Oscar der Sakralarchitektur“ geht an die Pfarrkirche Seliger Rupert Mayer im bayerischen Ort Poing. Das 2018 eingeweihte moderne Gotteshaus gewann bereits zuvor einen wichtigen Architekturpreis, das Gebäude solle aber nicht nur Architektur-Fans anziehen, sondern ein Ort sein, „an dem Menschen Christus begegnen“, betonte der Pfarrer der Gemeinde.

Der internationale Preis für sakrale Architektur der italienischen Stiftung Frate Sole wird seit 1996 alle vier Jahre vergeben. Der Preis gilt als weltweit höchste Auszeichnung für sakrale Bauten. Ins Leben gerufen wurde die Stiftung Frate Sole vom 2007 verstorbenen Franziskaner Pater Constantino Ruggeri. Er wollte damit ein Bewusstsein für zeitgenössische Kirchenbauten fördern. Die „gebaute Kirche“, der „heilige Raum“, könne zu einem Ort „spiritueller Erhabenheit“ werden, war der studierte Bildhauer laut der Stiftungswebsite überzeugt. Pater Ruggeri wirkte an 30 Kirchenbauten weltweit mit. Der „Oscar der Sakralarchitektur“ ist mit 15.000 Euro dotiert.

In diesem Jahr ging der Preis an die Pfarrkirche Seliger Rupert Mayer in Poing, das etwa zwanzig Kilometer östlich von München liegt. Die Kirche gilt somit als schönste moderne Kirche der Welt. Die Verleihungszeremonie fand bereits am 3. Oktober in Pavia statt, der Preis wurde an das Münchner Büro Meck Architektur vergeben. Dort nahm der Leiter des Unternehmens, Axel Frühauf, die Siegerskulptur sowie 15.000 Euro Preisgeld entgegen. Ihr Bau konnte sich gegen 112 andere Projekte aus 33 Ländern durchsetzen. Frühauf hatte das Gebäude gemeinsam mit dem 2019 verstorbenen Andreas Meck geplant und konzipiert. Für die Preisvergabe 2020 konnten Bauten der vergangenen zehn Jahre eingereicht werden.

„Sprungschanze Gottes“

Die moderne Rupert-Mayer-Kirche wurde 2018 fertiggestellt und von Kardinal Reinhard Marx eingeweiht. Durch die Insolvenz der Firma, die für die Spezialkacheln der Fassade zuständig war, hatte sich die Fertigstellung um acht Monate verzögert. Die Kosten beliefen sich auf 14,6 Millionen Euro. Rupert Mayer war ein deutscher Jesuit und Präses der Marianischen Männerkongregation. In der Zeit des Nationalsozialismus gehörte er zum katholischen Widerstand und wurde 1987 seliggesprochen.

Die Kirche wird laut einem Bericht des Magazins Focus wegen ihrer auffälligen Form auch „Sprungschanze Gottes“ genannt. Sie ist einem Kristall nachgeahmt und erstrahlt außen wie innen in hellem Weiß. Die Fassade besteht aus 15.000 weißen, dreidimensionalen Kacheln. Auf der 34 Meter hohen Spitze des Gebäudes steht ein goldenes Kreuz. Die Kirche wird durch ein innen nicht sichtbares Stahlkreuz getragen. Bereits im Februar wurde das Gebäude mit dem Architekturpreis „Große Nike“ des Bundes Deutscher Architekten ausgezeichnet. Damals kam auf den zweiten Platz die Elbphilharmonie in Hamburg.

Laut einem Bericht des Münchener Merkurs freute sich Poings Pfarrer Philipp Werner über die renommierte Auszeichnung und sagte: „Es ist unsere Aufgabe, dass die Kirche nicht nur als architektonisches Bauwerk wahrgenommen wird, sondern dass Menschen darin Christus begegnen.“ Seit der Weihe im Juni 2018 würden immer wieder Besuchergruppen, insbesondere Architekturstudenten, nach Poing kommen, sagte Werner.

In einer Kurzbeschreibung des Bauwerks auf der Internetseite des Architekturbüros Meck heißt es: „Betritt man den Raum der Kirche mit seiner leichten Neigung zum Altar, öffnet sich nach dem Durchschreiten des Eingangsbereichs, der sich auf einer niedrigeren Ebene befindet, ein Raum des Lichts, der barocken Reminiszenz vor uns, der uns einlädt, in den Himmel zu schauen. Letztere besteht sowohl in ihrer Konstruktion als auch in ihrer symbolischen Bedeutung aus einem Kreuz im Raum, das sich als mächtiges Bild manifestiert. In Analogie zur Heiligen Dreifaltigkeit beleuchten drei große Oberlichter verschiedene Orte beziehungsweise liturgische Aktivitäten.“

Von: Jörn Schumacher

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