Eine Redakteurin, eine Auszubildende, ein Priester und eine Pastoralreferentin sind neue „gute Botschafter“ des Bistums Münster

Eine Redakteurin, eine Auszubildende, ein Priester und eine Pastoralreferentin sind neue „gute Botschafter“ des Bistums Münster

Vier Influencer für ein Halleluja

Das Bistum Münster hat vier eigene Influencer abgestellt, die von ihrer Tätigkeit beim Bistum berichten. Die „Sinnfluencer“ sollen über die bekanntesten Sozialen Medien einen Blick auf ihren Arbeitsalltag geben – und ganz nebenbei das Bild der Kirche in der Öffentlichkeit positiv beeinflussen.

Das Bistum Münster möchte mittels vier „Botschaftern“ über die Sozialen Medien zeigen, was die Kirche tut und wie die Arbeit der Angestellten aussieht. Rund 22.000 Menschen arbeiteten für die Katholische Kirche im Bistum, teilt das Bischöfliche Generalvikariat Münster mit.

In den Kirchengemeinden und Einrichtungen, Verbänden und Schulen stellten sich die Frauen und Männer „täglich in den Dienst der guten Sache“, schreibt das Bistum auf seiner Webseite. Und sie würden dabei „eine Menge erleben“, heißt es weiter. „Diese Geschichten wollen wir erzählen. Vom Gewinnen und Scheitern, vom Lachen und Weinen, von der Fröhlichkeit und vom Traurigsein.“

Vier Personen sollen helfen, die Kirche auf modernen Kommunikationswegen darzustellen: eine Redakteurin, eine Auszubildende, ein Priester und eine Pastoralreferentin fungieren als „gute Botschafter“, oder auch: „Sinnfluencer“. In den sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter, Instagram oder YouTube zeigen sie dem Zuschauer ihren Arbeitsalltag.

Instagram, YouTube, Facebook

Die 38-jährige Jule Geppert etwa arbeitet als Redakteurin in der Kommunikationsabteilung des Bistums. Sie informiert und kommentiert künftig auf ihren Social-Media-Accounts, „was die katholische Kirche zu aktuellen Themen sagt – oder eben nicht“, sagt sie. Nach eigener Aussage möchte sie „mit einem Augenzwinkern einen guten Draht zu Menschen zu finden, die sonst nicht so eng mit der Kirche verbunden sind.“ Die Journalistin möchte dazu beitragen, „dass Kirche wieder als mehr wahrgenommen wird, als nur mit dem Thema des sexuellen Missbrauchs“. Sie begrüßt Diskussionen zu tiefgründigen Themen wie „Warum lässt Gott Schlimmes zu?“ und „Was passiert mit der Kirchensteuer?“ ebenso wie Tipps zu praktischen Fragen wie „Was schenkt man zur Erstkommunion?“. Ihre Eltern hätten sie christlich geprägt, sagt Geppert. „Ich sehe christliche Werte als allgemeingültig für die Gesellschaft an.“ Das heiße aber nicht, dass sie sich und die Kirche nicht hinterfrage.

Maria Bäumer macht in der Bischöflichen Verwaltung seit einem Jahr eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement. Die 19-Jährige gewährt ab sofort über Instagram und Facebook einen Blick in ihren Arbeitsalltag – „lebensnah und unverstellt“, wie es auf der Webseite des Bistums heißt. Mit ihrer Familie sei sie regelmäßig in den Gottesdienst gegangen und wurde nach der Erstkommunion Messdienerin. Neun junge Menschen hätten insgesamt im vergangenen Jahr die Ausbildung begonnen, sagt Bäumer. „Das Bistum bietet Einführungstage, Tage religiöser Orientierung und andere Ausbildungstreffen für uns an, außerdem gibt es einen Azubi-Raum, das sind tolle Angebote.“

Der 32-jährige Ralf Meyer wird im Mai Burgkaplan auf der Jugendburg Gemen. „Ich bin sehr gerne Priester – mit allen Einschränkungen und Möglichkeiten“, sagt er in der Ankündigung des Projektes „Sinnfluencer“. Meyer sei oft, viel und gerne in den Sozialen Medien unterwegs, sagt er: „Daran knüpfe ich an.“ Gemeinsam mit einem anderen Kaplan aus Damme produziert er monatlich einen Podcast unter dem Namen „Taufbolde“. Als Seelsorger möchte er digital, aber auch analog vor allem für diejenigen da sein, die mit Gott, dem Glauben oder ihrem Leben Schwierigkeiten haben: „Dafür bin ich Priester geworden“, betont Meyer.

Die Pastoralreferentin der Borkener Propsteigemeinde St. Remigius, Sonja Stratmann, nutzt nach eigener Aussage Facebook und Instagram auch, um sich mit anderen über Gott und die Welt auszutauschen. Die 34-Jährige möchte ihren Glauben in eine Sprache bringen, die jeder versteht: „Und ich möchte durch die Posts zeigen, dass wir in der Kirche nicht nur schwere Themen haben, mit denen wir nur schleppend vorankommen, sondern dass wir auch eine junge Kirche sind, die etwas bewegt.“ Stratmann hofft, durch ihre Aktivitäten in den sozialen Netzwerken das Bild der Kirche ein Stück mit verändern zu können: „Wir sind kein Verein von alten Männern, sondern eine Gemeinschaft von Menschen, die etwas dazu beitragen kann, dass diese Welt ein bisschen besser wird.“

Von: Jörn Schumacher

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