Oberlandeskirchenrat Thilo Daniel hat Mitverantwortung der Kirche über den Unmut zum Rücktritt des ehemaligen Landesbischofs Carsten Rentzing eingestanden

Oberlandeskirchenrat Thilo Daniel hat Mitverantwortung der Kirche über den Unmut zum Rücktritt des ehemaligen Landesbischofs Carsten Rentzing eingestanden

„Sächsische Landeskirche blieb Antworten schuldig“

In Dresden hat die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland begonnen. Im Fokus der Beratungen steht das Engagement der Kirche für Frieden. Am Unfrieden über den Rücktritt des ehemaligen sächsischen Landesbischofs ist die Kirche mit verantwortlich. Das hat Oberlandeskirchenrat Thilo Daniel in der Eröffnungspredigt eingestanden.

Am Sonntag hat in Dresden die Herbstsynode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) begonnen. Im Mittelpunkt des Auftakt-Gottesdienstes zur Synode in der Kreuzkirche der Stadt stand die Suche nach Frieden.

In seiner Predigt über Philipper 4,7 („Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren.“) ging der Oberlandeskirchenrat der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens Thilo Daniel unter anderem auf den Rücktritt des ehemaligen Landesbischofs seiner Kirche, Carsten Rentzing, ein. „Wie könnte ich wohl über den Frieden predigen? Was wüsste ich mehr und besseres als andere dazu zu sagen – gerade hier und heute“, sagte Daniel und weiter: „Viele wissen, wie aufgewühlt und auf der Suche nach Frieden wir sind – Friede und Sicherheit. Nach dem Rücktritt unseres Landesbischofs ist der Wunsch nach Frieden obenauf.“

Kirche für Unfrieden mitverantwortlich

Die Frage, wofür jemand stehe oder wogegen, habe viel Unfriede unter den Mitgliedern der Landeskirche gestiftet. „Unfrieden hat es gestiftet, dass wir für viele die Antwort auf diese Frage schuldig geblieben sind“, sagte Daniel, der den zurückgetretenen Landesbischof bis zur Wahl eines Nachfolgers 2020 vertritt. Rentzing war zum 31. Oktober auf eigenen Wunsch hin aus dem Dienst ausgeschieden, nachdem er wegen seiner Mitgliedschaft in einer schlagenden Verbindung und Texten aus seiner Studienzeit in die öffentliche Kritik geraten war.

Göttlicher Friede sei mehr als die Abwesenheit von Unfrieden, sagte Daniel in seiner Predigt. Der Glaube sei die Botschaft des Friedens und der Versöhnung, auch wenn Christen nicht immer die besseren Menschen seien. Das Kreuz sei nicht ein Symbol der Gewalt geblieben, sondern am Ostermorgen zum Lebensbaum geworden, erklärte der Theologe.

In diesem Jahr steht die Herbstsynode der EKD unter dem Motto: „Auf dem Weg zu einer Kirche der Gerechtigkeit und des Friedens“. Bei der Tagung des Kirchenparlamentes in Dresden beraten die 120 Delegierten vier Tage lang über Gerechtigkeit und Frieden sowie die Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in den EKD-Gliedkirchen.

Von: Norbert Schäfer

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