Der sächsische Landesbischof Carsten Rentzing steht in der Kritik, weil er Mitglied in einer schlagenden Verbindung ist und als Student Texte in einer rechten Zeitschrift veröffentlicht hatte

Der sächsische Landesbischof Carsten Rentzing steht in der Kritik, weil er Mitglied in einer schlagenden Verbindung ist und als Student Texte in einer rechten Zeitschrift veröffentlicht hatte

Rentzing gibt Bischofsamt Ende Oktober ab

Der Landesbischof der evangelischen Kirche in Sachsen, Carsten Rentzing, scheidet zum 31. Oktober auf eigenen Wunsch aus dem Dienst aus. Der Kirchenmann steht unter anderem wegen seiner Mitgliedschaft in einer schlagenden Verbindung und Texten aus seiner Studienzeit in der Kritik.

Carsten Rentzing, der in die Kritik geratene Bischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, scheidet am 31. Oktober aus dem Amt. Bis dahin wird er keine Aufgaben mehr übernehmen, teilte Synodalpräsident Otto Guse nach einer Sondersitzung am Montag in einer Stellungnahme mit. Die Leitung der Landeskirche habe seinen am 11. Oktober erklärten Verzicht einvernehmlich angenommen. Die Kirchenleitung danke Rentzing für seinen Dienst in den vergangenen vier Jahren. „Er hat sich in schwieriger Zeit für die Einheit der Landeskirche verdient gemacht und das Amt des Landesbischofs auf geistliche und seelsorgerliche Weise ausgefüllt“, schreibt Guse.

In seiner Erklärung hatte Rentzing mitgeteilt, er werde das Amt wegen der Debatte um seine Person zum nächstmöglichen Zeitpunkt zur Verfügung stellen. Er hatte geschrieben: „Mein oberstes Ziel war und ist die Einheit der Kirche. Ich muss mit großem Bedauern feststellen, dass die aktuelle Diskussion um meine Person diesem Ziel schadet.“ Nicht nur für ihn persönlich, auch für die Kirche sei die Diskussion eine Belastung. Er wolle durch seinen Rücktritt „Schaden von meiner Kirche abwenden“.

Gegen politische Instrumentalisierung

Der 52-Jährige ist seit 2015 Landesbischof. Er war zunächst wegen der Mitgliedschaft in einer schlagenden Verbindung in die Kritik geraten. Danach wurden Texte bekannt, die er als Student zwischen 1989 und 1992 in der rechten Zeitschrift „Fragmente“ veröffentlichte. Am Sonntag gab er eine weitere Erklärung ab und betonte: „Mich von allem zu distanzieren, was in meinem früheren Leben dem Geist des Evangeliums vom Frieden, der Versöhnung und der Liebe Gottes zu allen Menschen widersprach, fällt mir leicht, da ich dies bereits vor über 25 Jahren gegenüber meinem Beichtvater getan habe.“ Zudem wies er „Versuche der politischen Instrumentalisierung“ seiner Person „von links und vor allem rechts“ zurück. „Sie schaden dem Evangelium meines Herrn Jesus Christus.“

Ein Nachfolger soll am 29. Februar oder 1. März des kommenden Jahres gewählt werden. Wie der Dienst von Renzting in Zukunft aussehen wird, darüber werde nach seinem Urlaub im Landeskirchenamt beraten.

Von: Swanhild Zacharias

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