Gibt es Fortschritte im Zusammenleben der Religionen in Saudi-Arabien?

Gibt es Fortschritte im Zusammenleben der Religionen in Saudi-Arabien?

Saudi-Arabien will erstmals Kirchenbau erlauben

Zum ersten Mal in der Geschichte sollen in Saudi-Arabien Kirchen gebaut werden. Dies sieht ein Abkommen mit dem Vatikan vor. Der Schritt soll die wichtige Rolle der Religion betonen und für Stabilität sorgen.

Die Islamische Weltliga und der Vatikan haben ein gemeinsames Abkommen unterzeichnet. Dieses soll unter anderem den Bau von christlichen Kirchen in Saudi-Arabien ermöglichen. Unterzeichner sind der Generalsekretär der Islamischen Weltliga, Scheich Mohammed Bin Abdel Karim al-Issa, und der Präsident des päpstlichen Rats für den interreligiösen Dialog Jean-Louis Kardinal Tauran.

In dem Schriftstück geht es darum, einvernehmliche Ziele für beide Seiten zu erreichen. Eine Stelle soll die zukünftigen Treffen beider Partner organisieren. Diese finden wechselweise in Rom und in einer von der Islamischen Weltliga bestimmten Stadt statt, schreibt die saudische Presse. Kardinal Tauran, der den Päpstlichen Rat für Interreligiösen Dialog leitet, hatte den Besuch in Saudi-Arabien gegenüber „Vatican News“ als Durchbruch bezeichnet.

„Es ist ein gutes Zeichen, dass Saudi-Arabien bereit ist, dem Land eine neue Außendarstellung zu geben“, erklärte Tauran. Es war der erste Besuch des Leiters eines Vatikan-Dikasteriums in dem Land, in dem sich die beiden heiligsten Stätten des Islam, Mekka und Medina, befinden. Der historische Besuch beinhaltete auch ein Treffen mit dem saudischen Kronprinzen Mohamed Bin Salman in der Hauptstadt Riad.

Tauran unterstützte dabei die Gleichbehandlung aller Bürger ohne Rücksicht auf ihre Religion. Dazu gehörten auch Menschen, die sich zu keiner Religion bekennen. Im März hatten sich Bin Salman und der koptische Papst Tawadros II. getroffen. Tawadros würdigte Bin Salman damals als Repräsentanten eines offenen und modernen Königreichs. 2007 hatte Salmans Vorgänger eine Audienz beim damaligen Papst Benedikt XVI.

Von: Johannes Weil

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