Präses Manfred Rekowski (Archivbild) hat im Auftrag der Evangelischen Kirche im Rheinland erstmals einen Preis für digitale Medien vergeben

Präses Manfred Rekowski (Archivbild) hat im Auftrag der Evangelischen Kirche im Rheinland erstmals einen Preis für digitale Medien vergeben

Mit digitalen Medien nah bei den Menschen

Die Evangelische Kirche im Rheinland hat erstmals einen Preis für neue Medien und digitale Projekte vergeben. Präses Manfred Rekowski ehrte am Mittwoch einen Instagram-Kanal, die Jugendarbeit des Kirchenkreises Saar-West für ein Partnerschaftsprojekt und die Evangelische Kirchengemeinde Hilden für ihre Internetseite. Außerdem erhielt ein Videoprojekt für Gehörlose den Inklusionspreis.

Vier Preise für vier unterschiedliche Projekte hat die Evangelische Kirche im Rheinland am Mittwoch verliehen. Präses Manfred Rekowski dankte den Verantwortlichen in seiner Laudatio, dass die Kirche die Chancen der Digitalisierung vor Ort, in den Gemeinden und Kirchenkreisen nutze und so nah bei den Menschen sei: „Als Kirche sind wir in der digitalen Gesellschaft mit dabei, wollen sie mit gestalten, nutzen digitale Medien für unsere Arbeit.“

Sowohl der virtuelle 360-Grad-Rundgang durch das Kirchengebäude als auch der Live-Stream des Gottesdienstes fänden sich unter den eingereichten Projekten. Dabei müssten sich Gemeinden aber bewusst auf eine Marktsituation einlassen, so der rheinische Präses: „Der digitale Marktplatz ist voller Angebote. Wenn unsere kirchlichen Angebote wahrgenommen werden sollen, müssen diese nicht nur gut, sondern auch einladend sein.“

Den ersten Preis erhielt der Instagram-Kanal @raderbergundthal. Die Jury würdigte das im Januar 2018 gestartete Social-Media-Projekt für seine Bildsprache und die gut gestalteten Porträt-Aufnahmen. Die Macher des Projekts möchten einen Beitrag dazu leisten, die Evangelische Philippus-Gemeinde Köln-Raderthal im Stadtteil sichtbar zu machen, damit neue Gemeindemitglieder den Weg in die Gemeinde finden. Die Zielgruppe der jungen Menschen und Familien sei über Internet und soziale Medien gut erreichbar.

Internet erleichtert interkulturelle Begegnung

Die Macher des Kanals wollen Geschichten von Personen aus dem Wohngebiet erzählen, die Lust machen, mehr über sie zu erfahren. Eine Kirchenmitgliedschaft ist keine Voraussetzung für ein Porträt. Mit dem Kanal möchten sie die Menschen vor Ort vernetzen und ins Gespräch bringen. Laut Jury gelinge es so, neue Zielgruppen über Social Media für die Gemeindearbeit anzusprechen.

Mit dem zweiten Preis ausgezeichnet wurde das Projekt „Partnerschaft 2.0 – Virtuelle Begegnung zwischen Jugendlichen aus dem Kirchenkreis Goma/DRC und dem Kirchenkreis Saar-West“. Das digitale Projekt dient dazu, interkulturelle Begegnungen von Jugendlichen auf zwei Kontinenten zu ermöglichen und so das Zusammenleben in einer global vernetzten Welt positiv erlebbar zu machen, heißt es in der Begründung der Jury.

2016 und 2017 hatten Jugendliche aus beiden Kirchenkreisen mittels Videokonferenz per Skype auf unterschiedlichen Kontinenten zusammen einen Gottesdienst in deutscher und französischer Sprache gefeiert. Ein ähnliches Projekt sei dieses Jahr geplant. Der virtuelle Raum werde hier zum gemeinsamen Gottesdienstraum. Die interkulturelle Begegnung gewinne durch gemeinsame Vorbereitungen an Tiefe und Nachhaltigkeit. Zudem gebe es seit 30 Jahren regelmäßig gegenseitige Besuche. Die Jury würdigte „Begegnung 2.0“ als ein Projekt, das den Horizont in die Welt öffnet.

Inklusionspreis für Gehörlosen-Projekt

Den dritten Preis erhielt die Kirchengemeinde Hilden für ihren Internetauftritt. Die gut gemachte Seite sei für den Abruf auf mobilen Endgeräten optimiert. Die Jury zeigte sich sowohl von den Inhalten als auch von der technischen Umsetzung überzeugt. Sie sei optisch klar strukturiert, responsiv und zu den Social-Media-Kanälen der Kirchengemeinde verlinkt. Die Seite werde von sechs Ehrenamtlichen gepflegt und und trage durch ihren Aufbau und die Umsetzung auch der Tatsache Rechnung, dass Gemeinden bald weniger Hauptamtliche zur Verfügung hätten. Die Webseite stelle das lebendige Geschehen in der Gemeinde aktuell dar.

Den Sonderpreis Inklusion erhielt das Videoprojekt „Allerhand Alltagsgeschichten“ des Evangelischen Kirchenverbandes Köln. Das Angebot richtet sich an gehörlose Menschen. Die zwei- bis vierminütigen Filme werden alle 14 Tage über Facebook und YouTube verbreitet. Das Pfarrer-Ehepaar Dagmar und Dieter Schwirschke erzählt kleine Geschichten in Gebärdensprache anhand des Kirchenjahres oder theologisch-spirituelle Themen. Die Videos werden in Gebärdensprache gedreht und danach vertont. Die Jury würdigte, dass dieses Angebot in Gebärdensprache die Chancen des digitalen Mediums „Video“ für Gehörlose in besonderer Weise wahrnimmt und damit einen Beitrag zur Inklusion leistet.

Teilnehmen an der Preisverleihung konnten Gemeinden, Kirchenkreise, kirchliche Einrichtungen, Arbeitskreise und Initiativen aus dem Raum der rheinischen Kirche, bei denen digitale Medien eine zentrale Rolle spielen und kirchliches Leben bereichern. Zur sechsköpfigen Jury gehörten unter anderem der Digitalexperte der ARD, Dennis Horn, sowie Nora Sonnabend, Social-Media-Redakteurin beim Handelsblatt. Die Preise sind mit 1.000, 750 und 500 Euro dotiert.

Von: Johannes Weil

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