Bereiche aus Fernsehen und Hörfunk wurden auch in diesem Jahr wieder mit dem Robert Geisendörfer-Preis der Evangelischen Kirche in Deutschland ausgezeichnet

Bereiche aus Fernsehen und Hörfunk wurden auch in diesem Jahr wieder mit dem Robert Geisendörfer-Preis der Evangelischen Kirche in Deutschland ausgezeichnet

Kirchlicher Medienpreis für sechs Produktionen

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) zeichnet sechs Produktionen mit dem Robert-Geisendörfer Preis aus. Die offizielle Verleihung findet am 10. Oktober in München statt.

Sechs Produktionen erhalten den Medienpreis der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Den Robert-Geisendörfer-Preis bekommen jeweils zwei Beiträge im Hörfunk- und Fernsehbereich sowie zwei Kinderprogramme. Außerdem verleiht die Jury 2017 einen Sonderpreis. Den Vorsitz der Jury hat der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Jung.

Im Bereich Hörfunk wird die Produktion „Schöner neuer Wahn. Eine Verschwörungstheorie Marke Eigenbau“ ausgezeichnet. Der Beitrag des Bayerischen Rundfunks beschäftigt sich mit boomenden Verschwörungstheorien. In dem Beitrag mit seinen O-Tönen erfahre der Hörer alles Wichtige, was es zum Verschwörungstheorie-Komplex zu sagen gibt.

„Spannend, virtuos und realistisch“

Der zweite Preisträger im Bereich Hörfunk ist das MDR-Hörspiel „Die meisten Afrikaner können nicht schwimmen“. Darin nimmt ein junges Paar bei einer Yachttour afrikanische Flüchtlinge in Seenot auf. Der Beitrag beleuchtet das schlechte Gewissen derjenigen, die in den Geretteten plötzlich Verbrecher zu erkennen glauben. Das Hörspiel sei spannend, virtuos und realistisch.

Der Fernsehbeitrag „La buena vida. Das gute Leben“ erinnere in seiner Machart an einen Wirtschaftsthriller. Der Film zeige die Konsequenzen der billigen Förderung von Kohle im Norden Kolumbiens am Beispiel einer Dorfumsiedelung. Das sei ein bedrückendes Beispiel für die von Großkonzernen rücksichtslos betriebene Natur- und Lebensraumzerstörung.

„Endstation Bataclan. Vom Busfahrer zum Attentäter“ gewinnt den zweiten Fernsehpreis. Die Dokumentation handelt von dem Busfahrer Samy Amimour, der im Konzerthaus „Bataclan“ in Paris fast 90 Menschen tötete. Der Film beleuchtet, wie aus ihm ein Massenmörder wurde. Die Kamera arrangiere Begegnungen und Entdeckungen als fotografisch anspruchsvolle Tableaus. Die Frage, ob sich entlang der Buslinie auch die Motive des Attentäters erkennen lassen, lasse der Film offen.

Feinfühliger Umgang mit dem Thema Sterben

Die Jury „Kinderprogramme“ unter Leitung des Pfarrers Bernd Merz verleiht einen Preis an den Beitrag „Checker Tobi. Der Leben- und Sterben-Check“. Die Sendung konfrontiere Kinder dank ausgezeichnet ausgewählter Gesprächspartner auf feinfühlige und berührende Weise mit dem Thema Sterben – und vermittle überzeugend, dass der Tod zum Leben gehört und das Leben überhaupt erst lebenswert macht.

Der Beitrag des Hessischen Rundfunks „Schau in meine Welt! Jons Welt“ beschäftigt sich mit einem autistischen Jungen. „Jons Welt“ zeigt den Protagonisten als Helden seines Alltags und zeichne ein „authentisches Porträt mit intuitivem Gespür für die relevanten Momente, das ohne große Worte auskommt“.

Der Sonderpreis der Jury 2017 für exemplarische publizistische oder künstlerische Leistungen geht an Gabriela Sperl. Sie hat die Trilogie „Mitten in Deutschland: NSU“ produziert und aus Sicht der Jury einen schwierig fassbaren Komplex rechter Gewalt dargestellt. Daraus seien drei inhaltlich wie ästhetisch hervorragende Filme entstanden, die nun den Maßstab setzten für die fiktionale Auseinandersetzung mit diesem Thema und seine Aufarbeitung. Sperls Begeisterungsfähigkeit und Durchsetzungskraft hätten die Umsetzung möglich gemacht.

Feierliche Verleihung am 10. Oktober

Die Verleihung des Medienpreises der Evangelischen Kirche findet am 10. Oktober 2017 in Kooperation mit dem Bayerischen Rundfunk in München statt. Dabei werden auch Ausschnitte der einzelnen Produktionen gezeigt. An dem Wettbewerb beteiligen sich öffentlich-rechtliche und private Rundfunkveranstalter.

Ausgezeichnet werden laut EKD Sendungen aus allen Programmsparten, die das persönliche und soziale Verantwortungsbewusstsein stärken, zum guten Miteinander von Einzelnen, Gruppen, Völkern und zur gegenseitigen Achtung der Geschlechter beitragen. Die Preise sind insgesamt mit 30.000 Euro dotiert, der Sonderpreis ist nicht dotiert. (pro)

Von: jw

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