Der Theologe Christoph Stiba ist seit März dieses Jahres Präsident der VEF

Der Theologe Christoph Stiba ist seit März dieses Jahres Präsident der VEF

Stiba: „Viele Herausforderungen zu bewältigen“

Eine „profilierte, starke evangelische Stimme“ in der Gesellschaft zu sein, wünscht sich der Präsident der Vereinigung Evangelischer Freikirchen, Christoph Stiba. Im Interview der KNA spricht er auch über die Beziehung der Freikirchen zur Deutschen Evangelischen Allianz.

Die größte Herausforderung der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) sei es, das Evangelium in Wort und Tat unter die Menschen zu bringen. Das betont der Theologe Christoph Stiba, der seit März dieses Jahres Präsident der VEF ist. Hauptberuflich ist Stiba Generalsekretär des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden.

Im Gespräch mit der Katholischen Nachrichtenagentur KNA wünscht er sich, dass die VEF eine profilierte, starke evangelische Stimme in der Gesellschaft ist. Natürlich habe sie auch einige Herausforderungen zu bewältigen. In der Flüchtlingsfrage hätten die Freikirchen gemeinsam einen Ansprechpartner für das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) geschaffen. Eine große Herausforderung sei es auch, Flüchtlinge in die Gemeinden zu integrieren und die Frage, wie man trotz unterschiedlicher Kulturen zu einem gemeinsamen Glauben finde.

„Tauft nicht zu schnell!“

Ernst nehmen müsse die VEF auch die Vorwürfe von Scheintaufen bei Flüchtlingen, um ihre Chancen auf eine Aufenthaltsgenehmigung zu vergrößern. „Wir empfehlen unseren Gemeinden: Tauft nicht zu schnell“, sagt der Theologe. In den Fällen, die er kenne, könne er sicher sein, dass Menschen tatsächlich zum Glauben gefunden haben, und dass das nicht nur vorgespielt sei. Anstoß nimmt Stiba an den „teils haarsträubenden“ Fragen, die das Amt den Getauften stellt, um deren Glauben zu testen.

Stiba freut sich über die große Bandbreite in der Vereinigung Evangelischer Freikirchen. Durch die Aufnahme der Anskar-Kirche sei dies noch einmal erweitert worden. Die Zusammenarbeit in dem Bund sei trotz unterschiedlichen Taufverständnisses sehr eng. Streitfragen und das Trennende stünden nicht so sehr im Mittelpunkt. Man sollte Wege finden, Gemeindebünde zu unterstützen, die auf Ökumene ausgelegt seien. Neu entstandenen Gemeinden empfehle er immer, sich einem Gemeindebund anzuschließen.

Ökumene hat sich auf die beiden großen Kirchen beschränkt

Sein eigener Gemeindebund diskutiere auf den Tagungen unterschiedlichste Fragestellungen und suche dann gemeinsam nach einem Weg. Der Austausch zwischen den einzelnen theologischen Positionen sei sehr wichtig und immer wieder nötig. Das Reformationsjubiläum ist für ihn keine „fremde Veranstaltung“. Als Kinder oder Enkel der Reformation, „gehören wir da hinein“. Stiba beklagt allerdings, dass die Freikirchen nicht in alle Prozesse eingebunden waren. „Leider hat sich die Ökumene oft auf die beiden großen Kirchen beschränkt.“

Stiba betonte den regelmäßigen Austausch der VEF mit der Deutschen Evangelischen Allianz, erklärte aber auch Unterschiede zwischen den beiden Organisationen: Die Deutsche Evangelische Allianz sei ein Netzwerk von einzelnen Christen, die eine bestimmte Glaubensüberzeugung teilten. „Das ist etwas anderes als eine VEF, die eine gegliederte Struktur hat, wo die einzelnen Kirchen durch Delegierte vertreten sind und in einer Mitgliederversammlung die Position der einzelnen Freikirchen deutlich machen.“

Wenn Freikirchler und Evangelikale gleichgesetzt würden, beruhe dies oft auf Unkenntnis der theologischen Breite in den Freikirchen. In der VEF hätten ganz unterschiedliche Positionen ihren Platz, man höre einander zu und lerne voneinander. Denn nur so, sagte Stiba, „können wir unserem Hauptanliegen, das Evangelium in Wort und Tat unter die Menschen zu bringen, auch gerecht werden.“

Die VEF gibt es seit 1926. Ihr gehören mittlerweile zwölf Kirchen an, drei Kirchen sind Gastmitglieder. (pro)

Von: jw

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