Gab zum ewigen Leben Auskunft: der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich-Bedford-Strohm

Gab zum ewigen Leben Auskunft: der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich-Bedford-Strohm

„Am Ende kommt die Wahrheit auf den Tisch“

Das Christentum ist unter den Weltreligionen einmalig. Das hat der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm gegenüber dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel festgestellt. Er erklärte auch, warum ewiges Leben auf der Erde nicht erstrebenswert ist.

„Am Ende kommt die Wahrheit über unser Leben auf den Tisch, und zwar mit ihren hellen und dunklen Seiten“, sagt der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm im Interview des Wochenmagazins Der Spiegel. Das Magazin interviewte den Theologen im Zusammenhang der aktuellen Spiegel-Titelgeschichte „Ewiges Leben – Demnächst für alle!“ zum Leben nach dem Tod, dem Glauben an den richtigen Gott und zur Frage, warum ewiges Leben auf der Erde nicht erstrebenswert ist.

Nach dem Tod müsse der Mensch Rechenschaft ablegen, erklärte Bedford-Strohm. „Ich werde dann einsehen, wo ich, vielleicht ohne es zu merken, Unrecht getan habe“, sagte Bedford-Strohm. Es werde dann ein Gefühl ungeheurer Scham geben. Durch diese Erkenntnis der Wahrheit müsse der Mensch aber hindurch, bevor er bei Gott geborgen sein könne.

Wie bei einem Samenkorn

Auf die Frage, was genau nach dem Tod geschehe, antwortete Bedford-Strohm: „Niemand war tot, ist zurückgekommen und kann uns sagen, wie es eigentlich ist. Wir können uns davon nur Bilder machen.“ In diesem Zusammenhang zitiert er die Offenbarung des Johannes: „Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein.“

Das ewige Leben stellt sich Bedford-Strohm wie folgt vor: „Wir werden verwandelt werden. Wir können uns jetzt nicht genau vorstellen, wie wir aussehen.“ Es sei wie beim Samenkorn: Das Alte sterbe, und etwas Neues wachse. So habe es Paulus geschrieben. „Das finde ich ein sehr schönes Bild.“

Christentum einmalig unter den Weltreligionen

Bedford-Strohm ist sich sicher, an den richtigen Gott zu glauben: „Ich glaube an den Gott, der sich in einem Menschen gezeigt hat, der am Kreuz mit einem Schrei der Verzweiflung gestorben ist. Das ist für mich einmalig und nicht in anderen Religionen zu finden.“ Deshalb sei er von Herzen überzeugt von der Wahrheit der christlichen Tradition. Dieser Gott habe das Leid und die Verzweiflung am eigenen Leib erfahren. Daran erinnere der Karfreitag.

Auf die Frage nach der Ewigkeitsformel, die Wissenschaftler und Multimilliardäre mit Gentechnik und Anti-Aging-Pillen jagen, erinnerte Bedford-Strohm an die Schöpfungsgeschichte. „Am Ende werden Adam und Eva aus dem Garten Eden vertrieben und die Cherubim vors Paradies gestellt – sie sollen den Eingang bewachen. Warum? Weil im Paradies nicht nur der Baum der Erkenntnis steht, sondern auch der Baum des Lebens“, sagte Bedford-Strohm.

Die Cherubim hätten Adam und Eva davor geschützt, auch noch von diesem Baum zu essen und so unsterblich zu werden. Das sei ein Akt der Liebe Gottes gewesen. „Unsterblich zu sein, ist für mich keine gute Vorstellung“, erklärte Bedford-Strohm. Die Perfektion des Menschen anzustreben, habe Auswirkungen darauf, wie die Gesellschaft mit Menschen umgehe, die schwach seien. In seinen Augen wäre der Verlust von Barmherzigkeit die Folge. (pro)

Von: mm

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