Die Bedeutung der Judenmission und messianischer Juden sind häufig Grund für Debatten

Die Bedeutung der Judenmission und messianischer Juden sind häufig Grund für Debatten

Allianz: Messianische Juden und Christen gehören zusammen

Ein Netzwerk innerhalb der Evangelischen Landeskirche in Württemberg will messianische Juden nicht ausgrenzen. Eine Erklärung des Netzwerks zum Verhältnis von Christen und Juden findet Anklang bei der Deutschen Evangelischen Allianz.

Die Deutsche Evangelische Allianz (DEA) vertritt die Meinung: Messianische Juden und Christen gehören zusammen. Der DEA-Hauptvorstand hat sich deswegen bei seiner Frühjahrssitzung einstimmig hinter eine Erklärung der „ChristusBewegung Lebendige Gemeinde" zu Israel und zu messianischen Juden gestellt.

Zur Rückendeckung für die Erklärung durch die DEA erklärte deren Vorsitzender, Ekkehart Vetter, in einer Pressemitteilung, dass eine Ausgrenzung messianischer Juden, wie sie in weiten Teilen der evangelischen Landeskirchen geschehe, und die Nicht-Zulassung zum Deutschen Evangelischen Kirchentag nicht länger still hingenommen werden dürfe. In der Erklärung selbst heiße es zu recht, dass die „Ausgrenzung messianischer Juden, ihrer Gemeinden und Organisationen“ eine „tiefe Verletzung ökumenischer Verbundenheit“ sei und „ein nicht hinnehmbarer Skandal“.

Die Mitgliederversammlung der „ChristusBewegung Lebendige Gemeinde", einem Netzwerk innerhalb der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, hatte Anfang März eine Erklärung zum Verhältnis von Christen und Juden verabschiedet. Sie trägt den Titel „Die Wurzel trägt dich“ zum Verhältnis von Christen und Juden verabschiedet.

EKD verzichtet auf Judenmission

Grund für die Erklärung ist ein Beschluss der EKD-Synode vom November 2016 in Magdeburg. Darin hatte das Kirchenparlament der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) erklärt, völlig darauf zu verzichten, Juden zu missionieren. Über den Synoden-Beschluss und die Haltung der Kirchen gegenüber den messianischen Juden waren die Meinungen auseinander gegangen.

In einem Gastkommentar hatte Pfarrer und EKD-Synodenteilnehmer Steffen Kern gegenüber pro erklärt: „Es bleibt unhaltbar, dass sie vom Kirchentag nicht zum Markt der Möglichkeiten zugelassen wurden. Dabei brauchen gerade sie unsere Solidarität. Das heißt nicht, dass wir manche Lehre und Gemeinde- oder Missionspraxis nicht auch hinterfragen dürften. Aber grundsätzlich haben wir sie als Schwestern und Brüder zu achten und zu respektieren.“ Kern, der auch dem Hauptvorstand der DEA angehört, ist Vorsitzender des Evangelischen Gemeinschaftsverbandes in Württemberg „Die Apis" und im Vorstand der „ChristusBewegung Lebendige Gemeinde".

Bereits bei der Verabschiedung der Erklärung hatte der DEA-Generalsekretär, Hartmut Steeb, verlauten lassen: „Ich freue mich über die Erklärung der ,ChristusBewegung‘, die mitten in mancherlei Verirrungen und Verwirrungen deutlich macht: Christen achten die Geschichte Gottes mit den Juden in ihrer Einzigartigkeit. Christen stehen an der Seite Israels. Christen freuen sich über die Juden, die Jesus Christus als ihren Messias erkennen. Messianische Juden sind deshalb unsere Schwestern und Brüder.“

Die „ChristusBewegung Lebendige Gemeinde“ ist seit mehr als 60 Jahren ein breites Netzwerk innerhalb der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Zu ihm zählen sich Personen aus Kirchengemeinden, Jugend- und Gemeinschaftsverbänden, Missionswerken und freien Initiativen zählen. Das Netzwerk hat seine Wurzeln im Pietismus und in der Erweckungsbewegung. (pro)

Von: nob

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