Das Kolloquium sollte ein Signal für die Ehe zwischen Mann und Frau setzen
Das Kolloquium sollte ein Signal für die Ehe zwischen Mann und Frau setzen
Rick Warren (links) und Thomas Schirrmacher (rechts) auf der Konferenz im Vatikan
Rick Warren (links) und Thomas Schirrmacher (rechts) auf der Konferenz im Vatikan

Rick Warren argumentiert beim Papst für traditionelle Ehe

US-Pastor Rick Warren hat sich auf einer Konferenz im Vatikan für die traditionelle Definition der Ehe ausgesprochen. Zuvor erklärte Papst Franziskus, Kinder hätten das Recht auf einen Vater und eine Mutter.

Der Pastor Rick Warren war einer der Sprecher auf einer dreitägigen Konferenz im Vatikan über Ehe und Familie. „Heute wird die Ehe verspottet, abgelehnt und umdefiniert“, sagte Warren vor Kirchenführern aus 23 Ländern. Christliche Leiter müssten den Gläubigen Wege zeigen, wie sie ihre christlichen Überzeugungen in einer Welt vertreten können, in der sich die Ansichten über die Ehe verändern. Warren bekannte sich zur traditionellen christlichen Definition der Ehe zwischen einem Mann und einer Frau.

„Die Geschlechter sind Gottes Idee“, sagte der kalifornische Pastor, der durch sein Buch „Leben mit Vision“ weltbekannt wurde. „Gott hat sich entschieden, uns entweder männlich oder weiblich zu schaffen.“ Warren erklärte weiter: „Die Ehe wird von Gott definiert, nicht von Menschen.“ Der männliche und der weibliche Körper seien passend zueinander geschaffen. Sex gehöre in die Ehe. Die Bibel fordere dazu auf, die Ehe zu ehren. Stattdessen werde sie heute allgemein entehrt, erklärte der Theologe. Dazu könne die Kirche nicht schweigen.

Zur Gender-Ideologie sagte Warren laut der Online-Zeitung Christian Today, dass diese die Menschen in ihrer Identität verwirre und ihrer Würde beraube.

„Ich hasse sie nicht und habe keine Phobie“

Warren sagte in seinem Vortrag, dass die heutige Kultur zwei Irrtümer verinnerlicht habe. Der eine Irrtum sei der, dass Menschen andere, mit deren Lebensstil sie nicht übereinstimmten, entweder hassten oder Angst vor ihnen hätten. „Ich hasse sie nicht, und ich habe keine Phobie, ich stimme nur einfach nicht zu“, sagte Warren und spielte damit auf den Vorwurf der „Homophobie“ an. Der zweite Irrtum sei die Annahme, dass man mit allen Handlungen einer Person einverstanden sein müsse, wenn man sie liebe. „Das ist Unsinn“, sagte Warren.

Papst Franziskus hatte die Ehe zu Beginn der Konferenz als eine „fundamentale Säule“ der Gesellschaft bezeichnet und gesagt, Kinder hätten das Recht, mit einem Vater und einer Mutter aufzuwachsen. Dies sei wichtig für die Entwicklung der Kinder. Es sei „weder konservativ noch progressiv“, für die zweigeschlechtliche Langzeitehe als besten Ort für Kinder einzutreten. Die Familie sei kein politischer Spielball, erklärte der Pontifex.

Mehrheit der Menschen für klassische Familie

Zu den Rednern gehörten Vertreter unterschiedlichster Weltreligionen und christlicher Konfessionen. Ein gemeinsames Gebet dieser unterschiedlichen Gläubigen habe es ausdrücklich nicht gegeben, erklärte Thomas Schirrmacher, der Vorsitzende der Theologischen Kommission der Weltweiten Evangelischen Allianz, gegenüber pro. Es sei auf der Konferenz deutlich geworden, dass die große Mehrheit der Menschen nach wie vor an dem Ideal der klassischen Familie aus Vater und Mutter, die lebenslang zusammenbleiben, festhalte.

Schirrmacher stellte in seinem Redebeitrag fest, dass in dem Kolloquium auch das jüngste engere Zusammengehen zwischen dem „Päpstlichen Rat für die Familie“ und den Familienexperten der Weltweiten Evangelischen Allianz zum Ausdruck komme. Er wies darauf hin, dass es besonders erfreulich sei, dass der Schwerpunkt auf der positiven Werbung für die lebenslange Ehe als Investition für die Kinder lag, nicht auf der Verurteilung anderer Lebensformen.

Besonnen mit Journalisten umgehen

Warren wies den Medien eine Mitschuld daran zu, dass die Ehe heute in der Gesellschaft an Stellenwert verloren hat. Er kritisierte vor allem, dass in Filmen und Fernsehserien immer weniger normale Familien gezeigt würden. „Wann war zuletzt eine glückliche Ehe im Fernsehen zu sehen?“ fragte Warren. Väter würden in Serien meist als Karrikaturen dargestellt, denen nichts gelingt. In Disney-Filmen seien die Helden fast ausnahmslos Waisen. „Wir brauchen mehr Serien und Filme, die glückliche Ehen abbilden“, forderte der Pastor. Christen sollten Medien wie Fernsehen und YouTube aktiv nutzen, um den Lügen der Gesellschaft etwas entgegenzusetze – wie etwa der Lüge, dass Lust wichtiger sei als Liebe.

Im Kulturkampf um die Ehe verschärften sich die Fronten, und die Ansicht der Minderheit habe die Mehrheit in der Presse, sagte Warren. Er rief die Zuhörer dazu auf, das Böse mit Gutem zu überwinden. „Die Angreifer sind nicht der Feind, sondern das Missionsfeld“, stellte er fest. „Willst du einen Freund gewinnen, oder einen Streit? Bevor Menschen Jesus vertrauen, müssen sie dir vertrauen.“ Er habe hunderte Interviews gegeben, bei denen die Journalisten feindselig eingestellt waren. „Ich habe gelernt: wenn man ärgerlich wird, kann man seinen Standpunkt nicht gut vertreten.“ (pro)

Von: mb

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