Die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff kritisiert die moderne Sprache in Gottesdiensten
Die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff kritisiert die moderne Sprache in Gottesdiensten

Schriftstellerin kritisiert weichgespülte Sprache in Gottesdiensten

Viele Pfarrer predigen „weichgespült“ und sind „glaubensschwach“. Das kritisiert die mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnete Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff.

Die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff und die Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Petra Bahr, haben über die liturgische Sprache in evangelischen Gottesdiensten diskutiert. Anlass war eine Feier zum zwanzigjährigen Bestehen des Liturgiewissenschaftlichen Instituts der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche in Deutschland (VELKD).

Sibylle Lewitscharoff kritisierte die moderne Sprache in Gottesdiensten als „neumodisches Gewaber“. Die Georg-Büchner-Preisträgerin sagte, sie stelle immer wieder fest, dass es in Predigten eine „Auslieferung an moderne Sprachformen“ gebe.

“Pfarrer müssen keine Glaubenshelden sein”

Viele Pfarrer predigten „weichgespült“. Der Drang, es allen recht machen zu wollen, sei „entsetzlich“. Schließlich sei die Bibel „ein sehr weises Buch, das zur Zivilisierung des Menschen und zur Abkehr von Menschenopfer und Mord beigetragen“ habe. Ihrer Ansicht nach sind viele Pfarrer „glaubensschwach“ und müssten rhetorisch und schauspielerisch auftreten, um dies auszugleichen.

Die Theologin Petra Bahr warnte dagegen vor zu scharfer Kritik am Gottesdienst. Manche Fürbitten klängen schon jetzt wie Reden vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen. Sie vertritt die Meinung, dass Glaubensarmut kein neues Phänomen ist und dass auch jeder Pfarrer Anfechtungen erfährt und daher kein Glaubensheld sein muss. Bahr legt mehr Wert darauf, dass in den Gottesdiensten die Furcht vor Gott vermittelt wird. Eine „kolossale Wortverschwendung“ bei Predigten wäre dabei nur zweitrangig. (pro)

Von: dim

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