Es gibt wieder Hoffnung für den Erhalt des Bibelmuseums in Frankfurt

Es gibt wieder Hoffnung für den Erhalt des Bibelmuseums in Frankfurt

Kirche stellt Bibelmuseum halben Zuschuss in Aussicht

Aus Spargründen sollte der tragende kirchliche Zuschuss für das renommierte Frankfurter Bibelhaus Erlebnis-Museum ab 2025 eingestellt werden. Widerstand in der Synode der Landeskirche führte nun zu einem Kompromiss.

Das Frankfurter Bibelhaus Erlebnis-Museum darf auf ein Fortbestehen hoffen. Die Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau stimmte am Freitag einem Kompromissvorschlag der Kirchenleitung mit großer Mehrheit zu. Demnach gewährt die Kirche einen Zuschuss von jährlich 300.000 Euro ab 2025, wenn die Frankfurter Bibelgesellschaft bis 2024 ein neues Konzept mit zusätzlichen Finanzquellen vorlegt.

Das Bibelhaus äußerte sich erfreut darüber, dass die Kirche einen Finanzierungsbeitrag auch in Zukunft in Aussicht stellt. Ursprünglich hatte die Kirchenleitung beantragt, den bisherigen Zuschuss in Höhe von jährlich 616.500 Euro aus Spargründen Ende 2024 komplett einzustellen. In den verbleibenden vier Jahren solle das Bibelhaus ein neues Konzept aufstellen und intensiv um Spenden werben.

Entwicklung eines Zukunftskonzepts

Der Museumsdirektor Jürgen Schefzyk hatte sich entsetzt über die Beschlussvorlage geäußert. Der Jahresetat des Museums betrage rund eine Million Euro. Der Kirchenzuschuss werde sich schwerlich durch Spenden ersetzen lassen, sagte er dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Die digital tagende Synode hatte am Donnerstag kontrovers über die Zukunft des Bibelhauses debattiert. Kirchenpräsident Volker Jung stellte am Freitagmorgen den Kompromissvorschlag der Kirchenleitung vor. Er fand in der Aussprache große Zustimmung. Jung machte klar, dass der Ball nun bei der Frankfurter Bibelgesellschaft als Träger des Bibelhauses liege, ein neues Zukunftskonzept zu entwickeln. Die Kirche könne dabei helfen.

Das Bibelhaus reagierte erfreut auf die Annahme des Kompromissvorschlags. Er sichere die bisherige Bezuschussung bis Ende 2024 und gebe zugleich die Chance auf jährliche Zuschüsse der Kirche in den Folgejahren, sagte der designierte künftige Museumsdirektor Veit Dinkelaker.

Das 2003 eröffnete Bibelhaus Erlebnis-Museum ist nach den Worten des Direktors Jürgen Schefzyk das einzige Bibelmuseum in Deutschland, das die Welt der Entstehung der Heiligen Schrift vom 2. Jahrhundert vor Christus bis zum 2. Jahrhundert nach Christus anhand von originalen archäologischen Funden erklärt. Es zeigt die Überlieferung, Lebenswelt und aktuelle Bedeutung der Bibel mit Funden, thematischen Inszenierungen und vielen Mitmach-Elementen. Durchschnittlich 23.000 Gäste besuchen jährlich das 500 Quadratmeter große Museum.

Von: epd

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