Unser Kolumnist Jürgen Mette ist begeistert von ProChrist

Unser Kolumnist Jürgen Mette ist begeistert von ProChrist

Warum ich von ProChrist begeistert bin

ProChrist erreicht seit Jahrzehnten unzählige Menschen mit dem Evangelium. Unser Kolumnist Jürgen Mette hat sich schon für die Evangelisationsbewegung eingesetzt, als noch Billy Graham am Rednerpult stand.

Ich bin ein Fan von ProChrist, darum schreibe ich nach der Mitgliederversammlung am 10. November, die selbstverständlich als Videokonferenz stattgefunden hat, ein paar Gedanken zu diesem großartigen Unternehmen. Und dies nicht als kritischer Beobachter, sondern als jahrelang überzeugter Mitgestalter dieser durch modernste Medientechnik ermöglichten Kommunikationsform, um viele Menschen mit dem Evangelium zu erreichen.

Die erste Zentralveranstaltung fand 1993 in der Essener Grugahalle statt, eine technische und organisatorische Meisterleistung mit nahezu 1.400 Übertragungsorten in 54 Ländern. Der weltbekannte Evangelist Billy Graham war der Redner. Bei allem Respekt vor meinem damaligen Vorbild bin ich nach dem ersten Vortrag etwas deprimiert nach Hause gegangen. Wir wohnten zehn Minuten Fußweg von der Übertragungshalle entfernt. Meine Frau hatte mit großer Sorgfalt ihre Freundinnen auf diese Vortragsreihe vorbereitet, aber die Freundinnen hatten x Ausreden.

„Das hätte Ulrich Parzany besser gemacht!“

Die Predigt am ersten Abend hat mich nicht überzeugt. Für manche Freunde war ich froh, dass sie nicht gekommen waren. Einige waren gekommen und haben am Schluss vermieden, mir noch einmal in die Augen zu schauen. Auf dem Heimweg sagte ich noch zu meiner Frau: „Das hätte Ulrich Parzany besser gemacht!“ Aber Billy Graham wurde von Tag zu Tag besser! Aber meine Freunde kamen nicht mehr.

Nach Billy Grahams letztem Auftritt in Deutschland – er war damals bereits 75, aber immer noch geistig in Topform –, haben vermutlich viele geistliche Leiter erkannt, dass wir für ProChrist ein eigenes heimisches Predigttalent brauchen. Ulrich Parzany war die Idealbesetzung für diese Position. Er war Pfarrer der Westfälischen Kirche, hauptberuflich in leitender Position beim CVJM. Im Raum des landes- und freikirchlichen Pietismus anerkannt und bewährt, übernahm 1995 der talentierte Redner das Pult und erreichte mit seinem eindringlich werbenden, monologischen Predigtformat breite Schichten der Bevölkerung. Ulrich Parzany war das ProChrist-Gesicht schlechthin.

Ich selbst war ab 1995 mit vielen anderen als Schulungsreferent unterwegs, um die örtlichen Mitarbeiterteams fit zu machen für eine große gemeinsame Sache, die quer durch alle Frömmigkeitsprägungen zu einer beispielhaften Gemeinschaft zusammenwachsen sollte. Dieser Wir-Effekt ist bis heute ein wertvolles Kennzeichen von ProChrist. Ich weiß nicht, welches christliche Werk durch solch eine einigende Vision, nämlich eine in der Mitte auf Jesus Christus konzentrierte und an den Rändern in einer toleranten Willkommenskultur die Tür zum Mitmachen offen hält.

Es ging um das große Ganze

Wir hatten uns lange auf dieses Megaevent vorbereitet, der viele Kirchen und Freikirchen und Gemeinschaftsverbände unter einem Ziel zusammengeführt hat, nämlich Menschen mit dem Evangelium bekannt zu machen. Da ging es nicht um Interessen meiner Institution, sondern um das große Ganze. Wer mit dem Mandat seiner Institution für ProChrist freigestellt wurde, hat am Ende ganz viel für sich und seinen Dienst profitiert.

Die Männer der ersten Stunde waren neben Parzany der württembergische Prälat Rolf Scheffbuch, Raimund Utsch und Frieder Trommer, der von einem abbruchreifen Gebäude an der Hauptbahnlinie zwischen Basel und Hamburg direkt am Kasseler Hauptbahnhof aus die Geschäfte geführt hat.

Natürlich ging unter den bereits etablierten Missionswerken die Sorge um die Bewahrung des eigenen Bestands um. Eine über 100 Jahre alte Institution, die sich im Namen bereits auf ein mobiles Gehäuse festgelegt hatte, musste den Rückgang durchleiden. Einstige Evangelisationswerke, die den Namen des Gründers zur Marke erhoben haben, operieren heute in anderen zum Teil kleineren Formaten, wie zum Beispiel das Janzteam im Bildungs- und Musikbereich.

ProChrist – nun unter der Leitung eines Geschäftsführenden Vorstands mit Roland Werner (Vorsitzender), Margarete Hühnerbein, Klaus Göttler und Michael Klitzke (Geschäftsführer) und einem neuen Rednerteam mit Matthias Clausen, Klaus Göttler, Carsten Hokema, Steffen Kern und Elke Werner – vollzog den Generationswechsel zur richtigen Zeit. Nach der Fixierung auf einen Referenten standen nun zwei auf der Bühne. Mit Mihamm Kim-Rauchholz und Yassir Eric als Hauptredner sollte es in Dortmund weitergehen.

Aber dann hat Corona alle Pläne vereitelt. Doch auch diese Krise konnte den Vorstand und das Team nicht in ihrer Mission stören. Da wurde nicht Trübsal geflötet, sondern die Chance genutzt, das Konzept weg vom Arena-Gefühl zur persönlichen Stuben-Evangelisation am TV oder PC weiterzuentwickeln. Diese Flexibilität ist es, die mich an ProChrist begeistert. Darum freue ich mich auf die nächste Runde, die 2021 aus einer Eventkirche in Dortmund ausgestrahlt wird. Eine Stuben-Evangelisation am TV oder PC, in einem Hybrid-Format, das die Zuschauer und Gäste einbinden wird. Wenn es um Jesus Christus geht, dann dürfen und müssen die Methoden immer wieder auf ihre Zweckmäßigkeit hin überprüft und wenn nötig korrigiert werden.

Von: Jürgen Mette

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