Dieses Modell zeigt, wie das „House of One" aussehen soll

Dieses Modell zeigt, wie das „House of One" aussehen soll

„House of One“ bekommt prominent besetztes Kuratorium

Die drei monotheistischen Weltreligionen Christentum, Islam und Judentum alle unter einem Dach – dieses außergewöhnliche Projekt in Berlin bekommt nun Unterstützung durch ein hochkarätiges Kuratorium. Mit dabei ist auch der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff.

Das Drei-Religionen-Projekt „House of One“ in Berlin hat sein Kuratorium vorgestellt. Am Montag kamen die zwanzig neuen Kuratoriumsmitglieder erstmals zu einer Sitzung zusammen. Diese fand auf Grund der aktuellen Corona-Situation online statt. Geleitet wurde die Videokonferenz von Michael Müller, dem Regierenden Bürgermeister von Berlin und Vorsitzenden des Kuratoriums.

Weitere Unterstützer sind unter anderem der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, der Erzbischof von Berlin, Heiner Koch, der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), Christian Stäblein, und Altbundespräsident Christian Wulff.

Zu Beginn des Treffens erläuterte der Verwaltungsdirektor der Stiftung House of One, Roland Stolte, die aktuelle Lage. Das 47,3 Millionen Euro teure „House of One“ solle auf dem Petriplatz in Berlin-Mitte entstehen. Nach einer coronabedingten Verschiebung sei die Grundsteinlegung für Mai nächsten Jahres geplant. Die Fertigstellung werde für 2024/25 erwartet. Geplant ist ein Gebäude, das einer Kirche, einer Synagoge, einer Moschee und einem gemeinschaftlichen Begegnungssaal Platz bietet. Zusätzlich solle mit Hilfe eines Teams von Pädagogen Aufklärungs- und Präventionsarbeit geleistet werden.

Mehr als ein Haus der Religionen

Während der Bauzeit und auch darüber hinaus wünsche sich Stolte vielfältige Kooperation mit Vereinen, Akademien und Organisationen, um beispielsweise Lesungen oder Diskussionsrunden zu organisieren. Diese sollen ebenfalls der Förderung von Austausch und Dialog dienen. Das Netzwerk und die Reichweite könnten noch deutlich erweitert werden.

Im anschließenden Austausch äußerten sowohl Erzbischof Koch als auch Altbundespräsident Wulff, man müsse – trotz vieler positiver Stimmen – auch mit Kritik rechnen. Koch wünsche sich außerdem einen theologischen Austausch und warb für eine kritische Auseinandersetzung der Religionen mit sich selbst. Für Kaweh Niroomand, den Sprecher der „Initiative Berliner Proficlubs“, solle das „House of One“ mehr sein als nur ein Ort der Religionen. Es gehe auch darum, den Respekt und die Akzeptanz für andere Meinungen zu fördern. Der Leiter des Zentrums für Islamische Theologie in Münster, Mouhanad Khorchide, betonte die internationale Strahlkraft dieses Projekts. Bürgermeister Müller zeigte sich begeistert und sprach von einer großen Chance für die Stadt Berlin.

Die Idee für das „House of One“ entstand durch die Zusammenarbeit der evangelischen Kirchengemeinde St. Petri-St. Marien mit der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und der muslimischen Dialoginitiative Forum Dialog. Ziel ist es, einen Ort der Begegnung, des Friedens und der Versöhnung zu schaffen.

Von: Valerie Wolf

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