Ein Mitglied hat seine Mitgliedschaft gekündigt, weil es mit der Moschee auf dem neuen Auswärtstrikot nicht einverstanden war

Ein Mitglied hat seine Mitgliedschaft gekündigt, weil es mit der Moschee auf dem neuen Auswärtstrikot nicht einverstanden war

Ditib-Moschee neben Dom auf neuem Köln-Trikot: Mitglied tritt aus

Die Fußballer des 1. FC Köln haben ihr Trikot für die neue Saison präsentiert. Darauf ist nicht nur die Silhouette der Stadt mit dem Kölner Dom zu sehen, sondern auch die Moschee im Stadtteil Ehrenfeld. Einem Vereinsmitglied passte das nicht und es kündigte seine Mitgliedschaft.

Das neue Auswärtstrikot der Fußballer des 1. FC Köln enthält neben der Silhouette des Doms auch die der Ditib-Zentralmoschee im Kölner Stadtteil Ehrenfeld. Einem Vereinsmitglied war das zu viel. Der Fan teilte dem Club mit, dass er aus der „Glaubensgemeinschaft 1. FC Köln“ austrete, weil er sich „nicht mit Moslems und Moscheen identifizieren kann“.

Außerdem äußerte der verärgerte Fan in seiner Kündigung die Vermutung, dass der 1. FC in der kommenden Saison in rosa Trikots auflaufe, um „die Weltoffenheit perfekt“ zu machen. Der Klub bestätigte laut Frankfurter Allgemeiner Zeitung den Fall und machte ihn öffentlich. Per Twitter bestätigte der 1. FC Köln „diese Kündigung gern“.

Bei seinem ehemaligen Mitglied bedankte sich der Verein für die Idee mit dem Trikot. Der Club verwies auf seine Charta, in der die Normen und Werte für das Miteinander zwischen Club, Mitgliedern und Fans in elf Artikeln zusammengefasst sind. Darin verpflichtet sich der Verein zu „Toleranz, Fairness, Offenheit und Respekt – immer und überall“.

FC-Geschäftsführer: „Unverwechselbarer Teil der Kölner Skyline“

FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle sagte der Bild-Zeitung: „Die Moschee steht symbolisch für die große türkische Community in Köln, in der es sehr viele eingefleischte FC-Fans gibt. Und sie ist ein unverwechselbarer Teil der Kölner Skyline geworden. Daher war für uns eindeutig, dass die Moschee auf einer aktuellen Abbildung der Skyline auf dem Trikot des 1. FC Köln dazugehört.“

Der Verein habe sich bewusst entschieden, nicht nur den Dom als Wahrzeichen, sondern auch die 2018 eröffnete Moschee auf dem Trikot zu tragen. Damit zeige sich der Verein „als weltoffener Club“, heißt es in einer Mitteilung.

Deutliche Kritik für die Auswahl der Moschee gibt es von Ali Ertan Toprak. Der Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände (BAGIV) veröffentlichte seine Stellungnahme auf Facebook: „Die wenigsten hätten mit einer Moschee ein Problem, wenn diese DITIB-Zentral-Moschee wirklich für das stehen würde, wofür der 1. FC Köln vorgibt zu stehen. Aber die DITIB-Moschee steht genau für das Gegenteil!“

Außerdem könne man nicht von der „türkischen Community“ reden. Diese sei alles andere als homogen: „Die sogenannte ‚türkische Community‘ ist genau aufgrund der Ideologie und Politik, die diese Moschee repräsentiert, gespaltener denn je. Was ist das hier für ein Verständnis von Vielfalt? Erst an dem Tag, wo diese Moschee allen Menschen offen steht, wie der Kölner Dom für alle Menschen offen ist, erst dann würde diese Moschee es verdienen respektiert und anerkannt zu werden. Solange ist diese DITIB-Moschee nur EINS‚ ein Symbol des türkischen Nationalislamismus‘ mitten in Deutschland!“

Im Juni hatte schon der FSV Mainz 05 eine Kündigung eines rassistischen Fans in den sozialen Netzwerken veröffentlicht. Der Mainzer Anhänger hatte sich unter anderem über zu viele dunkelhäutige Spieler in der Aufstellung beschwert. In der Stellungnahme des Clubs hieß es, dass der Verein diese Kündigung nicht ansatzweise bedauere.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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