Nach dem Tod von George Floyd protestieren in den USA Menschen gegen Polizeigewalt

Nach dem Tod von George Floyd protestieren in den USA Menschen gegen Polizeigewalt

Opfer von Polizeigewalt in den USA war Mitarbeiter der Heilsarmee

Der Afro-Amerikaner George Floyd bei seiner Verhaftung in den USA von Polizisten getötet. Das Opfer war 2017 Mitarbeiter der Heilsarmee.

Der bei einem Polizeieinsatz getötete George Floyd war offenbar 2017 Mitarbeiter der Heilsarmee in den Vereinigten Staaten. Am Montag wurde der 46-jährige in Minneapolis verhaftet. Bei der Festnahme drückte ein Polizist dem auf dem Boden liegenden Afro-Amerikaner minutenlang sein Knie so vehement in den Nacken, dass der Mann keine Luft mehr bekam und anschließend in einem Krankenhaus seinen Verletzungen erlag.

Floyd hatte Medienberichten zufolge in einem Geschäft mit einem mutmaßlich gefälschten Dollarschein bezahlen wollen. Daraufhin wurde die Polizei herbeigerufen. Der Mann war unbewaffnet und rief bei der Festnahme durch die Polizisten mehrfach „I can’t breathe“ – „Ich kann nicht atmen“. Die Gewalt der Polizisten und der Tod des Mannes haben in den USA eine Welle des Protestes und eine Debatte über das Ausmaß von Rassismus in dem Land ausgelöst.

Floyd war Sicherheitsmann einer Notunterkunft

Nach Angaben der Salvation Army Nord war Floyd 2017 als Sicherheitsbeauftragter in einer Notunterkunft in Minnesota tätig. Auf Facebook teilte die Salvation Army mit: „George hatte, wie die vielen anderen Mitarbeiter der Notunterkünfte in unserer Gemeinde, ein Herz für die Menschen und unsere Gemeinschaft. Dieser tragische Vorfall ist symptomatisch für viel tiefere rassistische und sozioökonomische Probleme in unserer Gemeinschaft. In der Heilsarmee glauben wir, dass wir alle nach Gottes Bild mit unschätzbarem Wert und Würde geschaffen sind – George war darin nicht anders.“

Der Territorialleiter der Salvation Army Mitte, Kommandeur Brad Bailey, teilte auf seinem privaten Facebook-Account seine Bestürzung über den gewaltsamen Tod Floyds. Der Beitrag zeigt ein Bild des Opfers und ehemaligen Mitarbeiters in einem T-Shirt der Heilsarmee. Bailey spricht auf Facebook von einem „schrecklichen Beispiel der Unmenschlichkeit des Menschen gegenüber dem Menschen“, einem „sinnlosen, barbarischen Akt, der an einem weiteren afroamerikanischen Mann verübt wurde“.

Die Heilsarmee Deutschland teilt die Trauer um den ehemaligen Mitarbeiter der Schwesterorganisation in den USA. „Es ist unglaublich, dass in einem demokratisch geführten Land immer wieder Menschen durch Rassismus zu Tode kommen“, erklärte Oberst Hervé Cachelin, Territorialleiter Heilsarmee Deutschland, auf Anfrage. „Wir beten und trauern mit den Familienangehörigen und den Kollegen der Salvation Army in den USA.“

Weltweit setzt sich die Heilsarmee nach eigenen Angaben für Menschenrechte und gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ein. Auch in Deutschland nähmen rechtsnationale und fremdenfeindliche Gewalttaten zu, erklärte der Sprecher der Heilsarmee Deutschland. Das sei Anlass zur Sorge um die politische Kultur. Justiz und Polizei stünden in der Verantwortung, rechtsstaatlichen Grundsätze umzusetzen – unabhängig von sozialem Status, Herkunft oder Hautfarbe.

Von: Norbert Schäfer

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