Vom gemeindeeigenen Kleinbus blieb nach dem mutmaßlichen Brandanschlag einer autonomen femistischen Zelle nur noch ein ausgebranntes Wrack übrig

Vom gemeindeeigenen Kleinbus blieb nach dem mutmaßlichen Brandanschlag einer autonomen femistischen Zelle nur noch ein ausgebranntes Wrack übrig

Tübingen: „Anschlag“ auf christliche Gemeinde politisch motiviert

Bei einem Fahrzeugbrand vor dem Gebäude einer Freikirche in Tübingen ist erheblicher Sachschaden entstanden. Im Internet ist ein mutmaßliches Bekennerschreiben einer „Feministisch Autonomen Zelle“ aufgetaucht.

Eine „Feministisch Autonome Zelle“ hat sich im Internet zu einem Anschlag auf eine freikirchliche Gemeinde in Tübingen bekannt. Ein entsprechendes Bekennerschreiben ist auf der Webseite des Independent Media Center, Indymedia genannt, aufgetaucht.

Bei einem Anschlag auf die „Tübinger Offensive Stadtmission“ (TOS) war am frühen Morgen des 27. Dezember das Gemeindezentrum der charismatisch geprägten Gemeinde mit Farbe beschmiert und ein gemeindeeigener PKW in Brand gesteckt worden. Der Kleinbus brannte aus. Nach Angaben der Gemeinde kamen keine Personen zu Schaden. Die Polizei bezifferte den entstanden Sachschaden auf rund 40.000 Euro. Die Ermittlungen wegen Sachbeschädigung und Brandstiftung führt der Staatsschutz, teilte das Polizeipräsidium Reutlingen am Donnerstag auf Anfrage von pro mit.

Die Ermittlungen der Polizei fokussieren sich demnach unter anderem auch auf die Überprüfung der Authenzität und Urheberschaft des Bekennerschreibens. „Derzeit liegen keine Gründe vor, die Zweifel an der Echtheit des Schreibens zulassen“, erklärte ein Polizeisprecher. Dennoch gestalteten sich die Ermittlungen schwierig, da die Veröffentlichung über indymedia anonym und damit im Grunde durch jedermann erfolgen könne.

Aufruf zur Gewalt

Auf der Internetplattform schreibt die „Feministisch Autonome Zelle“, sie habe sich für die „symbolträchtige“ Aktion „mit Farbe und Feuer“ entschieden, „um auf einen überregionalen antifeministischen Akteur [...] hinzuweisen“. Eigenen Angaben zufolge hat die Gruppe „das Foyer des TOS Gemeindezentrums mit lila Farbe eingedeckt“ und den „Kleinbus der reaktionären evangelikalen Gruppe niedergebrannt“. Den Anschlag verstehen die Autonomen offenbar als Protest gegen „koloniale Kontinuität, antifeministische Einstellungen und reaktionäre Grundstimmung“, die in der Gemeinde „grassierten“.

In dem Bekennerschreiben ruft die Gruppe zu Gewalt auf. „Wir würden uns über weitere Aktionen gegen antifeministische Institutionen und Akteure freuen. Denn diese gibt es überall – bildet Banden – macht sie platt!“, heißt es in dem Schreiben.

Die TOS ist eigenen Angaben zufolge „eine Freikirche und ein Missions- und Sozialwerk mit evangelikal-charismatischer Prägung“. Seit ihrer Gründung 1990 in Tübingen entstanden demnach zwölf Gemeinden, fünf Gebetsdienste, ein Rehabilitationszentrum für Drogenabhängige und vier Häuser für Straßenkinder.

Gemeinde ist für „friedliches Miteinander und gewaltfreien Diskurs“

Zu dem Anschlag hatte der Pastor der TOS, Guido Kasch, erklärt, dass die Gemeinde davon „geschockt, jedoch angesichts des zunehmend feindlichen Klimas gegen evangelikale Christen leider nicht überrascht“ sei. In den vergangenen Monaten habe es in Tübingen, „insbesondere aus der linken Szene ein aggressives Bedrohungsszenario gegen die TOS Gemeinde“ gegeben. Wer für den Anschlag verantwortlich ist, sei noch unklar. Die Gemeinde wolle sich jedoch nicht davon abhalten lassen, „weiter die Versöhnungsbotschaft des Evangeliums zu verkündigen“, teilte ein Sprecher der Gemeinde mit. „Gleichzeitig hoffen und beten wir, dass in Tübingen ein friedliches Miteinander und gewaltfreier Diskurs der Meinungen und Weltanschauungen wieder möglich werden.“

Die Internetplattform Indymedia versteht sich eigenen Angaben zufolge als ein „multimediales Netzwerk unabhängiger und alternativer Medien“, das „offene, nichtkommerzielle Berichterstattung" bietet mit dem Ziel, „bestehende alternative Strukturen“ zu unterstützten. Ein Ableger der Internetplattform, der Verfassungsschutz sprach von „gewaltorientierten Linksextremisten", wurde 2017 vom Bundesinnenministerium verboten. Unter anderem waren auf der Plattform Anleitungen zum Bau von Brandsätzen veröffentlicht worden.

Von: Norbert Schäfer

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