Peter Pfister vermittelt in seinen Shows Inhalte des christlichen Glaubens

Peter Pfister vermittelt in seinen Shows Inhalte des christlichen Glaubens

„Die Arbeit mit den Pferden ist eine missionarische Chance“

Wer Peter Pfister besucht, taucht in eine eigene Welt ein. Und wer ihn in seinem Beruf beobachtet, kann nachvollziehen, was das Sprichwort „Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde“ bedeutet. Im Mai kam die Lebensgeschichte des Pferdeflüsterers in die deutschen Kinos.

Peter Pfister reitet mit seinem Pferd auf den Feldwegen entlang in Richtung Wald. Bei Bedarf und auf Zuruf macht er Kunststücke auf dem Vierbeiner. Es ist eine der Szenen über den Pferdeflüsterer Pfister, dessen Lebensgeschichte seit Mai in den deutschen Kinos zu sehen ist.

„Solange ich denken kann, begeistern mich Pferde“, sagt Pfister. Der Mann mit der Baskenmütze hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Der 65-Jährige aus dem mittelhessischen Eibelshausen liebt seine Tiere. Er hat sie wie kaum ein anderer in der Reitsport-Szene im Griff. Pfister betreibt mit Frau, Tochter und Schwiegersohn den Reiterhof „Meggi’s Farm“. Hierhin kommen regelmäßig Menschen, die er im Umgang mit den Pferden schult. Und hier entwickelte er seine trickreichen Shows, die ihn zu einem der bekanntesten Pferdetrainer Deutschlands gemacht haben. Dann liegen ihm sogar die Vierbeiner zu Füßen, lassen sich mit einer Plane zudecken und liefern sich ihm vertrauensvoll aus. Doch bis er dahin gekommen ist, war es ein langer Weg mit Höhen und Tiefen. Diese Geschichte erzählt der Kinofilm „Peter Pfister – der Pferdemann“.

Nach der Schule absolvierte Pfister zunächst eine kaufmännische Lehre. In der Freizeit nahm er Reitunterricht am Dillenburger Landgestüt. Auf der Zugfahrt zum Unterricht lernte er Meggi kennen. Aus der Reiterfreundschaft wurde mehr. „Sie ist heute die Oma meiner Enkel“, sagt Pfister.

Mit Meggi ist er bis heute verheiratet und auch die Pferde faszinieren ihn nach wie vor. „Dank Meggi habe ich schon als Jugendlicher angefangen, über den Glauben nachzudenken, und mich bekehrt.“ In puncto Pferde reizte den Familienmenschen von Anfang an das Freizeitreiten, das den Wettkampfgedanken nicht im Blick hat. „Wobei Leistungsdenken und Weiterentwicklung für mich schon wichtig sind.“ Pfister wechselte noch einmal den Beruf vom Kaufmann zum Krankenpfleger, dachte aber da schon an seine Passion. „Im Schichtdienst als Krankenpfleger hatte ich viel Zeit für mein Hobby“, erzählt er.

Pfister studierte erste kleine Showelemente ein. Damit trat er 1993 mit der sportmissionarischen Organisation „Sportler ruft Sportler“ auf der Weltmesse des Pferdesports, der Equitana, auf. Es war der erste Schritt in Richtung Professionalität. Der Chefredakteur der Pferdezeitschrift Cavallo fragte ihn, ob er sein Wissen in einem Buch niederschreiben wolle. Außerdem solle er doch einmal darüber nachdenken, sich mit dem Pferdesport selbständig zu machen.

Shows mit missionarischem Hintergrund

Das Fachpublikum wurde auf Pfister aufmerksam. In seinen Dressur-Shows verbindet er einzelne Aktionen mit der christlichen Botschaft. „Die Shows hatten einen missionarischen Hintergrund. Ich wollte die Leute aber nicht vollpredigen.“ Am Ende seiner Show legen sich die Pferde hin und werden von Pfister zugedeckt. Ein ungewöhnliches Verhalten für Herdentiere. Das Bild steht sinnbildlich für den Glauben. So wie die Pferde sich ihm anvertrauen, können sich die Menschen Gott anvertrauen und Höhen und Tiefen im Leben bewältigen. „Wir dürfen uns hinlegen und ausruhen, weil wir wissen, er passt auf.“

An einem Tag während der Europamesse des Pferdesports in Offenburg legte sich das Pferd nicht hin, sondern lief weg: „Ich musste meinem Pferd mehrmals nachlaufen und es wieder zu mir holen.“ Dieses Bild griff die Moderatorin damals auf. Auch Gott gehe den Menschen nach. Im dritten Anlauf ließ sich das Pferd schließlich zudecken. Pfister fordert es dann auf, sich aus dem Liegen auf den Hintern zu setzen. Auch Gott richte die Menschen auf, damit sie gestärkt durch das Leben gehen können. Das versetzte viele Zuschauer ins Staunen.

Der Entschluss zur Selbständigkeit reifte weiter. Pfister, mittlerweile Pflegedienstleiter der heimischen Diakoniestation, nahm ein Sabbatjahr – und kehrte nicht mehr in seinen ursprünglichen Beruf zurück. Er machte sein Hobby zum Beruf. Vor allem seine Frau hatte Bauchschmerzen mit dem Weg in die Selbständigkeit. Im Rückblick betrachtet Pfister es als Geschenk, dass er es gewagt hat. Das Familienunternehmen hat mehrere Standbeine, die alle etwas mit Pferdesport zu tun haben: Es hat sich ein reger Internethandel für Pferdeutensilien entwickelt. Und es gibt breit gefächerte Schulungen auf „Meggi’s Farm“. Manche wollen Tipps in der Freiheitsdressur, andere haben Lust, Grundlagen für die Trickreiterei zu lernen, die ihnen Kunststücke auf den Pferden ermöglichen.

Für Pfister sind in der Ausbildung der Pferde vier Dinge maßgeblich. Ganz oben steht die Frage der Autorität. „Das Pferd ist ein Herdentier und lebt in einer natürlichen Hierarchie. Es bekommt Sicherheit mit einem kompetenten Ausbilder. Er trifft Entscheidungen und bringt dem Pferd Respekt und Achtung entgegen, aber er erniedrigt es nicht.“ Zweitens geht es darum, Vertrauen aufzubauen. Respekt und Achtung sind die Basis für Vertrauen: „Das Pferd ist nicht nur ein Herdentier, sondern auch ein Fluchttier, also ein ‚geborener Feigling‘. Über Mauern springen ist keine Aufgabe, die ein Pferd von Natur aus machen würde. Der Mensch muss die Vertrauenssituation schaffen, damt sich sein Vierbeiner dennoch darauf einlässt.“

Die dritte Säule steht für System. Nur wer weiß, wie er mit dem anderen kommunizieren kann, kann sich diesem mitteilen. Hier geht es um das Wissen darum, wie ein Pferd lernt, wie sich erwünschte Verhaltensweisen festigen und unerwünschte abbauen. Die vierte Säule steht für Konsequenz. „Nur wenn meine Rede klar ist, kann der andere sie verstehen. Nur durch konsequentes Handeln kommen klar Ergebnisse zustande.“ Pfister verweist in diesem Zusammenhang auf ein Jesus-Wort aus Matthäus 5,37: „Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein“.

Fürsorge für das Geschöpf Pferd

Bis Pfister „die Pferde zu Füßen lagen“, waren eine solide Grundlagenarbeit und viel Geduld nötig. In seinen Kursen ist ihm wichtig, dass die Pferde Pausen brauchen, um Dinge zu verarbeiten. Dabei hat er drei ethische Ansprüche. Der erste lautet Demut. „Ich muss auch den Mut haben, mich selbst zurückzunehmen und infrage zu stellen.“ Der zweite heißt Achtung im Sinne von Respekt, der dritte Fürsorge für das Geschöpf Pferd. „Ich danke Gott, dass es die Pferde gibt und ich sie nutzen darf.“

Die kleinen, kniffligen Momente seiner Shows bekommt der Zuschauer nicht immer mit. „Natürlich kann ich meine Vorführungen nach dem Prinzip ‚Schneller, höher, weiter‘ gestalten. Für Pferdefreunde ist es aber oft viel beeindruckender, wenn das Fluchttier Pferd sich auf meine Anfrage hinlegt und sich dabei auch noch mit einer großen Plastikplane zudecken lässt. Ein Pferd legt sich nämlich nur hin, wenn es sich in absoluter Sicherheit weiß, und Plastikplanen jagen ihm meist einen großen Schrecken ein. Tut es das dennoch bei einer Show für mich, weil es mir vertraut, ist das schon etwas ganz Besonderes,“ sagt Pfister.

Nach einer seiner Vorstellungen sei ein Mann auf ihn zugekommen und habe geweint: „Er hatte durch meine Vorführung und wie ich die Pferde anleite, begriffen, was es heißt, wenn Gott einen an die Hand nimmt und zurückführt.“ Auch Pfister hat diese Führung Gottes erlebt. Das möchte er weitergeben. Bei „Sportler ruft Sportler“ hat er ein Netzwerk für Profis im Pferdesport geschaffen. Dort tauschen sich Menschen über Sorgen und Probleme aus, die von ihrem Beruf im Reitsport leben.

Talente und Begabungen für Gott einsetzen

„Gott hat mir Begabungen und Talente gegeben. Diese möchte ich für ihn einsetzen.“ Er sagt: „Viele nehmen wahr, wes Geistes Kind wir sind“, beobachtet er. „In abendlichen Gesprächen fragen sie mich und meine Familienmitglieder nach unserem Glauben, den ich vielleicht einmal im Laufe des Tages erwähnt habe.“ Letztens habe ihm eine Teilnehmerin gesagt: „Sobald ich bei euch bin, geht es mir gut!“

Vielleicht ist es kein Zufall, dass Pfister am Eingang des Reiterhofes zwei Wegweiser aufgestellt hat: Der eine weist auf „Meggi’s Farm“ hin, der entgegengesetzte in die „richtige Welt“.

Diesen Beitrag finden Sie auch in der Ausgabe 3/2019 des Christlichen Medienmagazins pro. Sie können die Zeitschrift kostenlos und unverbindlich bestellen unter der Telefonnummer 06441/5667752, via E-Mail an info@pro-medienmagazin.de oder online.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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