In China haben es die Christen schwer

In China haben es die Christen schwer

„Lage für Untergrundchristen spitzt sich zu“

Die Lage für die Untergrundchristen in China spitzt sich immer weiter zu. Dies konstatieren die Steyler Missionare. Die Ordensgemeinschaft in der römisch-katholischen Kirche will den Weltgebetstag für die Kirche in China nutzen, um auf die Probleme dort aufmerksam zu machen.

Am heutigen Freitag findet der Weltgebetstag für die Kirche in China statt. Er soll auf die Probleme der Christen vor Ort hinweisen und ihnen Mut machen, zu ihrem Glauben zu stehen. Aus diesem Anlass hat das Erzbistum Köln in Zusammenarbeit mit dem China-Zentrum ein Gebetsheft herausgegeben.

Darin finden sich Beispiele für Gebete und Fürbitten. Das Heft beinhaltet unter anderem ein Gebet von Bischof Michael Yeung Ming-cheung, der von 2017 bis 2019 Bischof von Hongkong war. Er wünscht sich, dass im ganzen Land „die Religionsfreiheit immer mehr respektiert und in immer vollerem Maß aufrechterhalten wird“.

Im Gebet mit der Kirche in China vereinen

Den Weltgebetstag für die Kirche in China hatte Papst Benedikt XVI. 2007 ins Leben gerufen und auf den 24. Mai datiert. Die Katholische Kirche versucht seit einigen Jahren bessere Beziehungen zur chinesischen Regierung aufzubauen. Der Tag biete „Katholiken auf der ganzen Welt Gelegenheit, sich im Gebet mit der Kirche in China zu vereinen“.

Die Steyler Missionare schreiben in einer Pressemitteilung, dass selbst nach einer „vorläufigen Vereinbarung“ zwischen China und dem Vatikan die Spaltung zwischen der sogenannten „Untergrundkirche“ und der regierungstreuen „offiziellen“ Kirche in China bestehen bleiben. Darin heißt es: „Aufgrund verschärfter Vorschriften für Religionsangelegenheiten werden Kirchengebäude zerstört, Gebetsräume geschlossen und Kindern der Besuch von Gotteshäusern verboten. Eine freie Weitergabe des Glaubens ist so kaum noch möglich.“

Einfluss auf Glaubensdoktrinen nehmen

Die kommunistische Zentralregierung versuche gerade mit aller Macht, die Christen der sogenannten Untergrundkirche unter eine enge staatliche Kontrolle zu zwingen, erklärt Pater Martin Welling, Steyler Missionar und Direktor des China-Zentrums in Sankt Augustin. „Die kommunistische Partei will damit nicht nur innerkirchliche Verwaltungs- und Personalangelegenheiten regeln, sondern letztlich auch Einfluss auf die Glaubensdoktrinen nehmen. Ziel ist eine politisch korrekte Kirche mit einer chinesisch-sozialistischen Prägung. Wer sich ohne Registrierung religiös engagiert, muss mit harten Konsequenzen rechnen.“

In manchen Teilen Chinas sei es schon verboten, Minderjährigen den Zugang zu religiösen Stätten zu erlauben. Diese Entwicklung breite sich über ganz China aus. „Das Grundrecht auf Religionsfreiheit wird durch ein dichtes Netz an Vorschriften und Gesetzen faktisch ausgehebelt“, findet Pater Welling. Aufgrund dieser Situation wünsche er sich eine rege Beteiligung am Weltgebetstag, „damit sich Wege auftun, wie die Einheit der Katholiken in China verwirklicht werden kann“.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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