Brad Dacus ist Präsident des Pacific Justice Institute. Diese Non-Profit-Organisation vertritt in Fällen von eingeschränkter Religionsfreiheit und anderen Bürgerrechten in den USA kostenlos Menschen vor Gericht, die sich sonst keinen Anwalt leisten können.

Brad Dacus ist Präsident des Pacific Justice Institute. Diese Non-Profit-Organisation vertritt in Fällen von eingeschränkter Religionsfreiheit und anderen Bürgerrechten in den USA kostenlos Menschen vor Gericht, die sich sonst keinen Anwalt leisten können.

„Soziale Medien diskriminieren Christen“

Das gesellschaftliche Klima in den USA wird für Christen unangenehmer. Das sagt Brad Dacus im pro-Interview. Er ist Präsident des Pacific Justice Institute, das Bürger in Sachen Religionsfreiheit juristisch untersützt. Auch die Sozialen Medien versuchten Christen stummzuschalten. Präsident Donald Trump jedoch setze sich für freie Äußerung des Glaubens ein.

pro: Wie bedroht ist die Glaubensfreiheit in den Vereinigten Staaten?

Brad Dacus: Sie ist es in mehrfacher Hinsicht. Zum einen gab es noch nie in der Geschichte dieses Landes so viele Menschen, die nicht nur nicht gläubig sind, sondern Christen offen feindlich gegenüberstehen. Wir sehen es auch an öffentlichen Schulen, deren Lehrpläne im Gegensatz zur christlichen Weltsicht stehen. Der Vorteil, den wir hier haben, ist das grundlegende Recht von Eltern, ihre Kinder zu Hause zu unterrichten. Es hat sich herausgestellt, dass die Kinder damit eine bessere Bildung als an Schulen bekommen.

Können Sie ein Beispiel für bedrohte Glaubensfreiheit geben?

Sicher. Trotz zahlreicher Schutzregelungen für Gemeinden wollen viele Städte auf einmal Kirchen besteuern oder sie am Bauen hindern. Die Polizei geht gegen Christen vor, die auf dem Bürgersteig predigen, wenn es nicht politisch korrekt, sondern biblisch begründet ist. Wir vertreten diese Leute vor Gericht, damit sie nicht hinter Gittern landen.

Ein anderes Beispiel: Private christliche Werke, die schwangere Frauen dahingehend beraten, ihr Kind zu bekommen, werden in einer Stadt in Kalifornien dazu gezwungen, große Werbeplakate für Abtreibungskliniken aufzuhängen. Wir werden in liberalen und zugleich wenig toleranten Staaten wie Kalifornien, Oregon oder Washington immer mehr Angriffe dieser Art sehen.

Stimmt es, dass die großen Internetriesen wie Facebook oder Google christliche Inhalte zensieren?

Ja, Big Tech Unternehmen und soziale Medien diskriminieren Meinungsäußerungen christlicher Werke zunehmend und versuchen, sie regelrecht stummzuschalten. Das gilt zum Beispiel für Internetseiten und Auftritte auf YouTube. Das ist keine Spekulation, das ist offenkundig. Viele kämpfen mit der Frage, wie damit umzugehen ist – denn wir reden hier über die öffentlichen Marktplätze des digitalen Zeitalters.

Ist es möglich, gegen solche Willkür vorzugehen?

Einfach ist es nicht. Wir prüfen das. Historisch betrachtet, durfte auf dem Marktplatz immer jeder frei seine Meinung sagen. Aber die neuen Marktplätze sind in privater Hand. Auf der einen Seite sagen Konservative: Lasst den freien Markt alles regeln, der Staat soll sich raushalten. Auf der anderen Seite sagen dieselben Leute: Wir wollen Glaubensfreiheit, und zwar auch bei den neuen Kommunikationsmonopolen.

Werden Klagen gegen Facebook und Co. angestrengt?

Derzeit noch nicht. Das Pacific Justice Institute untersucht derzeit, ob es gegen mindestens eines dieser Unternehmen Schritte unternimmt, da sie sich sehr verstörend verhalten.

Wie steht die Regierung der USA zum Erhalt der Glaubensfreiheit?

Viele Christen hatten vor der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten Zweifel an seiner Haltung dazu, zumal er persönlich nicht unbedingt als Vorbild für einen moralischen Lebenswandel gilt. Es steht jedoch außer Frage, dass er seit vielen Jahren der Präsident ist, der am meisten für religiöse Freiheit eintritt. Er hat sich an vielen Stellen dafür eingesetzt, dass Christen nicht als Bürger zweiter Klasse schikaniert und diskriminiert werden.

Woran machen Sie das fest?

Er hat zum Beispiel ein Gesetz revidiert, das Pastoren verbot, sich über die Regierung oder Politiker zu äußern – egal ob positiv oder kritisch. Er versteht, dass Christen und die Kirche historisch gesehen immer das Gewissen der Nation waren. International hat der Präsident sich ausdrücklich verpflichtet, das Existenzrecht Israels zu verteidigen und sich für Jerusalem als Hauptstadt eingesetzt. Mit Abstand am wichtigsten sind aber seine Nominierungen konservativer Bundesrichter am Obersten Gericht – damit hat er wahrscheinlich mehr als alle Amtsinhaber vor ihm für die Freiheit gläubiger Christen und das ungeborene Leben getan.

Vielen Dank für das Gespräch!

Die Fragen stellte Stefan Ernst

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