Erzbischof Dr. Heiner Koch (Vorsitzender der Kommission für Ehe und Familie der DBK), Prof. Dr. Klaus Stüwe (Direktor des Zentralinstituts für Ehe und Familie in der Gesellschaft ZFG), Jasmine Gotschke (Wissenschaftliche Mitarbeiterin des ZFG) stellen die Studie vor

Erzbischof Dr. Heiner Koch (Vorsitzender der Kommission für Ehe und Familie der DBK), Prof. Dr. Klaus Stüwe (Direktor des Zentralinstituts für Ehe und Familie in der Gesellschaft ZFG), Jasmine Gotschke (Wissenschaftliche Mitarbeiterin des ZFG) stellen die Studie vor

Katholische Kirchenmitarbeiter zufrieden mit Arbeitgeber

Die Beschäftigten der deutschen Bistümer und Erzbistümer fühlen sich ihren Dienstgebern sehr verbunden. Sie sind überwiegend zufrieden mit den angebotenen Leistungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dies hat eine Studie des Zentralinstituts für Ehe und Familie in der Gesellschaft der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt ergeben.

Die Mehrheit der Mitarbeiter der Katholischen Kirche in Deutschland ist zufrieden mit ihrem Arbeitgeber: zwei Drittel von knapp 4.000 Befragten einer Studie der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz sehen das so. Es gibt aber auch einige Kritikpunkte.

Die Ergebnisse wurden am Donnerstag in Eichstätt vorgestellt. Die Zahlen stammen aus dem Jahr 2017 und wurden in 24 Bistümern erhoben. In der Umfrage ging es auch um die familienfreundlichen Leistungen der Dienstgeber. Vor allem die Arbeitszeitgestaltung, die Betreuungsmöglichkeiten für Kinder und Familienserviceangebote kommen gut beim Personal an. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wurde überwiegend positiv bewertet.

Geringschätzung von Patchwork-Familien

Mehr als 83 Prozent der befragten Beschäftigen gaben an, sich mit den Werten der Kirche zu identifizieren. Die kirchlichen Angestellten in den Bistümern Osnabrück, Paderborn, Fulda und Hildesheim fühlen sich demzufolge am stärksten mit ihrem Arbeitgeber verbunden. Kritisch sahen die Befragten die Geringschätzung von Patchwork-Familien oder gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. Demnach müssten einige Mitarbeiter ihre Beziehung oder Familie verstecken und leugnen, weil sie nach dem Kirchenrecht nicht akzeptiert würden.

Bemängelt wurde auch die Schwäche von Führungskräften und die Tatsache, dass an Feiertagen und am Wochenende zu viel gearbeitet werde. „Die Mehrheit der Bistümer kann gute Ergebnisse vorweisen, wenn es um die Möglichkeiten der Arbeitszeitgestaltung, Angebote für Eltern und Elternzeit, Betreuungsmöglichkeiten für Kinder und Angehörige sowie Familienserviceangebote wie Rechtsberatung oder Informationsangebote geht“, sagte der Direktor des Zentralinstituts für Ehe und Familie in der Gesellschaft (ZFG), Klaus Stüwe, bei der Präsentation der Ergebnisse.

Pflege wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus

Individuell vereinbarte Arbeitszeiten oder auch flexible Tages- und Wochenarbeitszeiten haben einen hohen Stellenwert für die befragten Angestellten. In allen an der Studie teilnehmenden Bistümern wird eine Beschäftigung während der Elternzeit beziehungsweise eine Elternzeit speziell für Väter ermöglicht. „Auch in diesem Feld bietet die katholische Kirche eine Vielzahl familienfreundlicher Leistungen. Ein Grund für die mittlere Zufriedenheit könnte darin liegen, dass über die Hälfte der Beschäftigten äußerte, nur in geringem Maße über die Angebote informiert worden zu sein“, erklärt die wissenschaftliche Mitarbeiterin des ZFG Jasmine Gotschke.

Wichtiger als ein Kantinenessen für Kinder oder Wickelmöglichkeiten finden die Befragten eine betriebliche Altersvorsorge, Rechtsberatungen oder die generelle Akzeptanz von Familienzeiten durch Vorgesetzte und Kollegen. Aufgrund von sechs Items wie unter anderem „Verhalten des direkten Vorgesetzten“ wurde ein Index gebildet, der den Grad der allgemeinen Zufriedenheit mit dem Arbeitgeber misst. Demnach sind zwei Drittel der Befragten mit ihrem Dienstgeber zufrieden, 72 Prozent fühlen sogar eine (hohe) Verbundenheit. Das ZFG der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt hatte 4.403 Mitarbeiter von 24 deutschen Bistümern online befragt. Bundesweit gibt es 27 (Erz-)Bistümer.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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