Clowns sind im Zirkus und auf vielen Bühnen zu sehen, aber in der Kirche sind die Spaßmacher eher eine Seltenheit. Humor kann aber auch im religiösen Kontext hilfreich sein.

Clowns sind im Zirkus und auf vielen Bühnen zu sehen, aber in der Kirche sind die Spaßmacher eher eine Seltenheit. Humor kann aber auch im religiösen Kontext hilfreich sein.

Ein bisschen Spaß muss sein – auch im Gottesdienst

Beim Lachen entspannen die Menschen und hören besser zu. Dies könnte auch für Kirchen und christliche Gemeinden wichtig sein. Zu diesem Ergebnis kommt ein Beitrag im Deutschlandfunk, der sich mit Humor und Religion beschäftigt.

Lachen ist ein wichtiger Bestandteil im Leben der Menschen. Deswegen soll Humor auch in Kirchen vorkommen. Jährlich treffen sich Clowns in London zum Clown-Gottesdienst. Dies hat der Deutschlandfunk zum Anlass genommen, sich mit dem Thema Humor und Religion zu befassen. Die Clowns beten im Gottesdienst für eine glückliche Welt.

Pastorin Laura „Joy“ Fawcett betont, dass Humor „wichtig für die Religion ist. Manchmal nehmen wir uns selbst zu ernst. Aber Humor macht den Menschen aus. Gott hat uns so geschaffen!“

Hinführen zu etwas Unerwartetem

Der Wissenschaftler Patrick McKearney sieht sogar Parallelen zwischen einem Gottesdienst und einer Stand-up-Comedy-Show. Er forscht als Sozialanthropologe an der Universität Cambridge zum Thema Humor und Religion. Bei beiden Aufgaben gehe es darum, „Menschen dort abzuholen, wo sie sind“. Sie sollten gedanklich zu etwas hingeführt werden, „was sie nicht erwartet haben“, sagte er dem Deutschlandradio.

Fromme Menschen müssten nicht immer ernsthaft agieren. Zudem hält er es für ein „weit verbreitetes Klischee“, dass fromme Menschen so gefestigt und ihres Glaubens sicher sein müssen, „dass man nicht darüber lachen kann“. Religion und Hingabe auf der einen und Humor und Kritik auf der anderen Seite schließen sich für den Wissenschaftler nicht aus.

Für McKearney hat der Humor aber auch deutliche Grenzen. Normalerweise würde er als etwas Gutes angesehen, aber Humor und bestimmte Formen von Blasphemie hätten auch dunkle Seiten, etwa dann, wenn andere Menschen denunziert oder gedemütigt würden. Mit Humor und Ironie würden Tabu-Themen ausgelotet und Grenzen überschritten.

Mit Humor die Welt mit anderen Augen sehen

Pastorin Fawcett betonte in ihrer Predigt zum Clown-Gottesdienst das verbindende Element von Humor: „Er hilft uns Gott in der Welt zu sehen: Dinge, die uns zum Lächeln bringen, Dinge, für die wir dankbar sein können. Dinge, die wir manchmal als selbstverständlich hinnehmen.“ Deswegen hätten Humor und Sketche auch hier im Gottesdienst ihren Raum.

Einmal jährlich feiern die Clowns einen Gottesdienst in London. Damit gedenken sie Joseph Grimaldis, der als Urvater des modernen Clowns gilt und in London bestattet wurde. In diesem Jahr waren 50 Clowns in der Londoner All-Saints-Kirche.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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