Zeitungen als Informationsquelle nutzt vor allem die ältere Generation

Zeitungen als Informationsquelle nutzt vor allem die ältere Generation

Einseitige Mediennutzung kann politische Wahrnehmung verzerren

Wer sich ausschließlich über ein einzelnes Medium zu aktuellen Ereignissen informiert, der erfasst möglicherweise nicht die ganze Realität. Das fand eine Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach heraus. Vor allem die Sozialen Medien, die häufig junge Menschen nutzen, können die Wahrnehmung verzerren.

Soziale Medien sind die wichtigste Quelle politischer Informationen für junge Menschen und für AfD-Anhänger. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). 53 Prozent der 16- bis 29-Jährigen informieren sich in Sozialen Medien über aktuelle Ereignisse, 50 Prozent durch öffentlich-rechtliches Fernsehen und 26 Prozent durch Lokalzeitungen. Das Institut spaltete die Befragten auch nach Parteianhängern auf. Dabei wurde deutlich, dass 34 Prozent der AfD-Anhänger Soziale Netzwerke nutzen, um sich politisch zu informieren. Im Vergleich: Bei den Grünen waren das 26 Prozent, bei der SPD 24 Prozent, bei den Linken 21 Prozent, bei der CDU/CSU 17 Prozent und bei der FDP 14 Prozent.

Menschen im Alter von 60 Jahren und älter informieren sich hauptsächlich über das öffentlich-rechtliche Fernsehen (90 Prozent). Danach folgen die Lokalzeitungen (74 Prozent) und dann die sozialen Netzwerke mit fünf Prozent. Menschen im Alter ab 30 bis 44 Jahren nutzen ebenfalls vorwiegend das öffentlich-rechtliche Fernsehen als Informationsquelle (71 Prozent). 40 Prozent informieren sich in Lokalzeitungen und 31 Prozent in Sozialen Medien.

Das Allensbach-Institut ging in der Studie auch der Frage nach, inwieweit die Mediennutzung die Wahrnehmung verzerrt, also wie sehr die jeweiligen Parteianhänger in sogenannten Informationsblasen leben. Damit ist gemeint, dass man sich bei der Information über Ereignisse nur unter seinesgleichen bewegt und dadurch in seiner eigenen Meinung lediglich bestärkt wird, anstatt sich auch über andere Sichtweisen zu informieren. Das Institut stellte den Studienteilnehmern zum Beispiel die Frage: „Was glauben Sie, sind die meisten Leute bei uns in Deutschland mit der Politik von Angela Merkel einverstanden oder nicht einverstanden?“ Dann wurde ausgewertet, aus welcher Quelle die Befragten ihre Informationen vorwiegend beziehen.

Einseitigkeit unabhängig vom Medium

Bei Anhängern der CDU/CSU fand das Institut keine nennenswerten Unterschiede zwischen den Antworten – egal, ob sich die Befragten durch Zeitungen, das Fernsehen oder soziale Netzwerke informierten. Bei den Anhängern der AfD sah das anders aus: Diejenigen, die ausschließlich Blogs, Internetforen oder Soziale Medien konsumierten, sagten zu 83 Prozent, sie glaubten, dass die meisten Menschen in Deutschland mit der Politik von Angela Merkel nicht einverstanden seien. Bei denen, die traditionelle Medien nutzten, waren das lediglich 70 Prozent.

Die Verzerrung der Wahrnehmung durch Mediennutzung ließ sich auch bei einer anderen Frage feststellen. Die Teilnehmer mussten auf die Frage antworten: „Was glauben Sie, gefallen den meisten Leuten bei uns in Deutschland im Augenblick die Grünen gut, oder glauben Sie das nicht?“ Anhänger der Grünen, die wenig fernsahen, glaubten zu 57 Prozent, dass die meisten Menschen die Grünen mögen. Von denjenigen, die viel fernsahen, vertraten diese Auffassung 66 Prozent. Es sei also nicht ausschließlich ein Phänomen der sozialen Netzwerke, dass sich die Wahrnehmung von bestimmten Informationen verzerren könne, folgert die Studie.

Von: Swanhild Zacharias

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