Möchte neuen Schwung in die Angebote der Anglikanischen Kirche bringen: der Erzbischof von Canterbury Justin Welby

Möchte neuen Schwung in die Angebote der Anglikanischen Kirche bringen: der Erzbischof von Canterbury Justin Welby

Anglikaner planen 100 neue Kirchen in England

Die „Church of England“ will 27 Millionen Pfund investieren, um die Menschen mit neuen Kirchen für den christlichen Glauben zu begeistern. Der Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, forderte attraktive Angebote für die Gläubigen. Geplant ist das Geld für rund 100 Projekte.

Die Anglikanische Kirche möchte den christlichen Glauben wiederbeleben. Von der Finanzspritze in Höhe von 27 Millionen Pfund (31,46 Millionen Euro) sollen etwa 100 neue Kirchen profitieren. Das Geld möchte die Kirche dazu nutzen, sich wieder neu auf das Evangelium auszurichten. Im Blick hat die Kirche dabei vor allem Kleinstädte und Neubaugebiete.

Der Erzbischof von Canterbury Justin Welby hält diesen Schritt für notwendig. Die Zahl der regelmäßigen Gottesdienstbesucher sinke rapide. Die Anglikanische Kirche müsse zudem ihre veralteten Vorschriften reformieren. Die neuen Kirchen sollten dort angesiedelt sein, wo sie in der Gesellschaft am meisten gebraucht würden. Mit diesen Worten zitiert ihn die britische Zeitung The Guardian. Das Programm „Erneuerung und Reform“ der Kirche von England zielt laut der Zeitung darauf ab, vor allem in missionarische Kirchen in Städten zu investieren und weniger in ländliche Gebiete. „Diese Projekte sind wundervolle Beispiele dafür, wie Menschen ihrer Umgebung den christlichen Glauben nahebringen wollen. Durch ihre Innovation signalisieren sie eine wachsende Bedeutung in der Kirche.

Vor allem in sozialen Brennpunkten tätig

Das Geld soll unter anderem für ein Modell verwendet werden, in dem Kirchen im Café-Stil umgebaut werden und dort niedrigschwellige Angebote entstehen. Solche Modelle gibt es in England seit zehn Jahren. Sie sind vor allem in sozialen Brennpunkten angesiedelt. Einige der Kirchen befinden sich in den Küstenstädten beziehungsweise auf der Insel Sheppey.

Drei weitere Kirchen sollen in Neubaugebieten der Stadt Plymouth und weitere neun in Kleinstädten im Osten Englands entstehen. In Swindon soll die Kirche umgestaltet werden und sich hauptsächlich an Menschen unter 40 Jahren richten. 50 neue Kirchen sollen in der Diözese Leicester und 16 in der Diözese von Manchester entstehen.

Immer weniger Kirchenmitglieder

Für das Programm hatten sich unter anderem die Erzbischöfe von Canterbury und York starkgemacht. Kritiker warfen ein, dass sie mit den verschobenen Prioritäten ihren traditionellen Rückhalt verlören. Im vergangenen Jahr hatte eine Studie herausgefunden, dass nur drei Prozent der Erwachsenen unter 24 und fünf Prozent der 25- bis 34-Jährigen sich selbst als Anglikaner bezeichnen. Waren laut Statistik 1983 noch 40 Prozent der britischen Gesamtbevölkerung von 65 Milllionen Einwohnern Mitglieder der Anglikanischen Kirche, sind es heute 15 Prozent.

Vor allem die „FreshX“-Bewegung steht für eine Reihe von neuen kirchlichen Gruppen, die sich innerhalb der Church of England seit 1990 entwickelt haben. Ein Teil dieser Bewegung hat sich auch in Deutschland ausgebreitet, wo einzelne Projekte umgesetzt werden.

Die Generalsynode der Kirche hatte sich am Dienstag zudem mit dem finanziellen Druck beschäftigt, unter dem zahlreiche Kathedralen stünden. Zwar besuchten über 11 Millionen Menschen die englischen Kirchen. Aber auch die laufenden Kosten zum Erhalt der Kirchen seien enorm.

Von: Johannes Blöcher-Weil

Sie können sich über Disqus, facebook, Twitter oder Google+ anmelden um zu kommentieren. Bitte geben Sie einen Namen, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine E-Mail-Adresse ein. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Um Missbrauch zu vermeiden, werden wir Ihren Kommentar erst nach Prüfung auf unserer Seite freischalten. Wir behalten uns vor, nur sachliche und argumentativ wertvolle Kommentare online zu stellen. Bitte achten Sie auch darauf, dass wir Beiträge mit mehr als 1600 Zeichen nicht veröffentlichen. Mit Abgabe des Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.

Datenschutz
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Moderation
Die Moderation der Kommentare liegt allein beim Christlichen Medienverbund KEP e.V. Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in den Nutzungsbedingungen.

comments powered by Disqus

Anzeige

Anzeige