In der Süddeutschen Zeitung spricht eine Juristin über sexuelle Gewalt durch junge Flüchtlinge (Symbolfoto)

In der Süddeutschen Zeitung spricht eine Juristin über sexuelle Gewalt durch junge Flüchtlinge (Symbolfoto)

Juristin: Deutsche müssen mit mehr Gewalt rechnen

Durch Flüchtlinge kommt es vermehrt zu sexuellen Übergriffen. Haben Religion und Kultur etwas damit zu tun? Teilweise, sagt die Juristin Tatjana Hörnle – und sieht das Christentum ähnlich in der Pflicht wie den Islam.

In ihrer Donnerstagsausgabe berichtet die Süddeutsche Zeitung über Sexualdelikte in Deutschland und stellt fest: „Auffällig ist bei den Tatverdächtigen der hohe Anteil Nichtdeutscher.“ Das Blatt befragt dazu die Juristin Tanja Hörnle, Professorin für Strafrecht und Rechtsphilosophie an der Humboldt-Universität in Berlin. Global betrachtet gebe es in vielen Milieus eine Trennung zwischen ehrbaren und nicht ehrbaren Frauen, die durch äußere Merkmale wie die Verhüllung ausgedrückt werde. Wer diese Trennung aus seiner Heimat kenne, „wird eher geneigt sein, Frauen, denen er hier begegnet, als nicht ehrbare Frauen einzustufen, und manchmal auch dazu übergehen, sie als Objekte zu benutzen – für sexualisierte Verhaltensweisen oder zur Abwertung“.

Auf die Frage der Süddeutschen Zeitung, ob dabei Religion eine Rolle spiele, erklärt die Juristin, es sei falsch, solche Vorstellungen weiblicher Ehrbarkeit allein an der Zugehörigkeit zum Islam festzumachen. „Es gibt auch in manchen christlichen Kreisen, etwa im Nahen Osten, die Vorstellung, dass Sexualität stark reglementiert, das heißt strikt auf die Ehe begrenzt werden müsse und Frauen ihre sexuelle Nichtverfügbarkeit nach außen dokumentieren müssen.“

Mit mehr Gewalt rechnen

Dass beispielsweise in Deutschland Werbeplakate mit leicht bekleideten Frauen zu sehen seien, sei nicht Ursache des Problems: Über das Internet seien die Flüchtlinge Bilder von Frauen gewohnt, die sich von dem unterschieden, was von Frauen im eigenen Umfeld erwartet werde. Die damit verbundene Doppelmoral sei nicht neu für sie. Welche Konsequenz soll daraus gezogen werden, dass Frauen in Deutschland nicht etwa über Kleidung ihren Beziehungsstatus signalisieren? „Auf gar keinen Fall die, dass wir uns anders kleiden und uns an überkommene Ehrbarkeits- und Verhüllungspraktiken wieder annähern!“, sagt die Juristin.

Die Zeitung stellt des weiteren fest, dass unter muslimischen Jugendlichen öfter als bei anderen Bevölkerungsgruppen Männlichkeitsnormen verbreitet seien, bei denen auch Gewalt als legitim gelte. Auf die Frage, ob man deswegen mit mehr Gewalt in Deutschland rechnen müsse, antwortet Hörnle: „Das muss man leider mit Ja beantworten, die Gewaltbereitschaft ist höher.“ Das Wort „muslimisch“ würde sie aber in diesem Zusammenhang nicht verwenden wollen – vielmehr führten biographische Prägungen und eigene Gewalterfahrungen dazu. (pro)

Von: mb

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