Die Bewegung „Demo für alle” wächst. Im Oktober soll der Protest fortgesetzt werden
Die Bewegung „Demo für alle” wächst. Im Oktober soll der Protest fortgesetzt werden

Bewegung gegen „Ehe für alle“ wächst

Mehr als 4.000 Menschen haben am Wochenende in Stuttgart bei der „Demo für alle“ gegen die „Ehe für alle“ und die „Sexualisierung“ von Kindern im Schulunterricht demonstriert. In Italien gingen Hunderttausende gegen die Homo-Ehe auf die Straßen.

Unter dem Banner „Ehe bleibt Ehe“ zogen am Sonntag laut Polizeiangaben 4.000 Bürger durch die Stuttgarter Innenstadt, die Veranstalter sprechen von 4.600 Teilnehmern. Die Bewegung demonstriert in unregelmäßigen Abständen gegen den grün-roten Bildungsplan in Baden-Württemberg, der im Schuluntericht die fächerübergreifende Sensibilisierung für „sexuelle Vielfalt“ vorsieht. Auch die sogenannte „Gender-Ideologie“ und nun die „Ehe für alle“ gehören zu Entwicklungen, die von den Teilnehmern kritisiert werden. Die Organisatorin der Kundgebung, Hedwig von Beverfoerde, teilte mit, die „Demo für alle“ wachse weiter. Am Sonntag habe es einen Teilnehmerrekord gegeben.

Laut den Stuttgarter Nachrichten kamen Grußworte zur Demonstration von den Bundestagsabgeordneten Thomas Bareiß und Thomas Dörflinger (beide CDU), ebenso vom katholischen Weihbischof Thomas Maria Renz. Die Abgeordneten brachten die Sorge zum Ausdruck, die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare beinhalte letzten Endes die Abschaffung der Ehe. Zu den Sprechern der Kundgebung gehörten Lokalpolitiker der CDU sowie der Alternative für Deutschland (AfD).

Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur war es am Rande zu Rangeleien zwischen Gegendemonstranten und der Polizei gekommen. Gut 250 Befürworter der Homo-Ehe hätten sich mit Regenbogenfahnen am Stuttgarter Schlossplatz versammelt; es habe einige Festnahmen wegen Beleidigung gegeben. Auf Twitter tauchten Fotos vermeintlicher Gegendemonstranten auf, die teils vermummt waren und das Bild eines umgekehrten Kreuzes vor sich hertrugen.

Italien: 300.000 gegen Adoptionsrecht

Bereits am Samstag versammelten sich in Rom nach Medienberichten etwa 300.000 Menschen, um bei einem „Family Day“ gegen Pläne der sozialdemokratischen Regierung zur Einrichtung einer eingetragenen Partnerschaft für homosexuelle Paare zu demonstrieren. Auf Transparenten wurde auch ein mögliches Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare abgelehnt. Die Veranstalter in Italien sprechen von einer Million Demonstranten. Italien ist eines von wenigen EU-Ländern, in dem es keine Möglichkeit der eingetragenen Lebenspartnerschaft gibt – auch wenn Kommunen laut einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur Homosexuelle inoffiziell trotzdem trauen. Die Kundgebung am Samstag wurde vor allem von Katholiken und Muslimen unterstützt.

Österreich: Parlament lehnt „Ehe für alle“ ab

Bereits am vergangenen Donnertag befasste sich der österreichische Nationalrat mit einem Entschließungsantrag der Grünen zur Einführung der „Ehe für alle“. Der Antrag wurde mit 110 zu 26 Stimmen klar abgelehnt, berichtet das Portal heute.at. Laut einer Umfrage von 2014 seien aber 73 Prozent der Österreicher für die Homo-Ehe. Die SPÖ stimmte gegen den Antrag, obwohl sie die Homo-Ehe befürwortet – um ihre Koalition mit der ÖVP nicht zu gefährden. (pro)

Von: mb

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