Eines der Bilder von Magnusson: Der Fotograf wollte die Vater-Tochter-Beziehung abbilden
Eines der Bilder von Magnusson: Der Fotograf wollte die Vater-Tochter-Beziehung abbilden

Keuschheit bis zur Ehe: Papa muss mit

Einige amerikanische Mädchen wollen keinen Sex, bevor sie heiraten. Das geloben sie öffentlich und setzen dabei auf die Unterstützung ihrer Familien. Bei einem „Purity Ball“, zu dem die Väter sie begleiten, feiern sie ihr Gelöbnis. In seinem Bildband „Purity“ will der schwedische Fotograf David Magnusson die vertrauten Beziehungen zwischen Vätern und Töchtern darstellen.

Bei den Keuschheits-Bällen versprechen die Mädchen feierlich vor allen Anwesenden, keinen Sex vor der Ehe zu haben. Ihre Väter wollen sie bei dem Vorhaben unterstützen und begleiten ihre Töchter zu dem Ball. Die Mädchen legten ihre Gelübde vor Gott, vor sich selbst und vor ihrer Familie ab, sagte Magnusson im Interview mit Spiegel Online. Die Väter geloben, die Töchter zu beschützen und ihnen stets ein gutes Vorbild zu sein. Viele dieser „Purity Balls“ werden im Bible-Belt der USA, im christlich geprägten mittleren Westen und Süden, gefeiert,

Magnusson fotografierte einige der Vater-Tochter-Paare in sehr vertrauten Posen. Das habe auf viele Betrachter verstörend gewirkt, beinahe inzestuös, schreibt der Spiegel. Der Fotograf erklärt: „Die Location war klar, und auch, dass sie dieselbe Kleidung wie beim Ball tragen. Ansonsten habe ich keine Vorgaben gemacht. Ich habe sie nur darum gebeten, in ihrer Haltung ihre Vater-Tochter-Beziehung auszudrücken.“ Ob sie sich berührten oder umarmten, darauf hätte er keinen Einfluss genommen. Die Protagonisten seine „richtig stolz“ auf die Bilder gewesen „und haben sie zum Teil auf Facebook geteilt.“

Magnusson: Vorurteile ausgeräumt

Die meisten der Mädchen seien zwischen 12 und 17 Jahren alt. Auf einem Ball in Colorado Springs sei jedoch auch eine Fünfjährige dabei gewesen. Wenn die Töchter so jung seien, unterzeichneten nur die Väter das Gelübde. Die Mädchen könnten freiwillig ein symbolisches Versprechen ablegen.

Bevor der Fotograf einige seiner Protagonisten kennen lernte, habe er Vorurteile gehabt und sich übertrieben ängstliche Väter vorgestellt, die ihre Töchter vor der Welt beschützen wollten, erzählte Magnusson. Als er die Töchter dann traf, wurde er überrascht. „Viele der Mädchen wirkten stärker und unabhängiger, als ich es erwartet hatte. In vielen Fällen ging der Wunsch, bei der Purity-Bewegung mitzumachen, von den Mädchen aus. Einige Väter hatten vorher sogar noch nicht einmal von den Zeremonien gehört“, sagte er.

Grund für den Wunsch nach Enthaltsamkeit bis zur Ehe sei bei allen Mädchen eine tiefe Religiösität. Außerdem seien sie sich sicher, dass sie das richtige für ihr Leben täten. Die Keuschheit sei bei vielen deren Interpretation der Bibel, erklärte der Fotograf. Viele Töchter besuchten zudem christliche Schulen oder gehörten der Homeschooling-Bewegung an.

Ob die Mädchen ihr Versprechen bis zum Ende halten können, dessen ist sich Magnusson nicht sicher. Darüber, ob der von den Töchtern gewählte Weg der richtige oder falsche sei, wisse er nicht. Darüber wolle er nicht urteilen. Viele Eltern hätten jedoch erklärt, von ihren Söhnen wünschten sie sich dieselbe Einstellung wie von den Töchtern. (pro)

Von: sz

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