Familienbild in den Medien ärgert Eltern

In der Öffentlichkeit wird mehr über die negativen als über die positiven Seiten des Familienlebens gesprochen. Außerdem werden negative Einzelfälle zu stark verallgemeinert. Diese Emfindung äußerten Eltern in einer neuen Forsa-Umfrage. Zwei Drittel der rund 1000 befragten Eltern ärgern sich über das verzerrte Familienbild in der Öffentlichkeit.

Die Zeitschrift "Eltern" hatte die Umfrage zur Situation der Eltern in Deutschland in Auftrag gegeben. Danach hat knapp die Hälfte der deutschen Eltern klare Vorstellungen von Kindererziehung und setzt diese nach eigener Einschätzung auch um. 41 Prozent suchen ab und zu Rat bei Freunden oder in Erziehungsratgebern. Laut Forsa suchen Eltern von Kindern unter einem Jahr am häufigsten Rat. Nur 8 Prozent gaben an, Probleme mit der Kindererziehung zu haben, 5 Prozent nehmen laut der Untersuchung professionelle Hilfe in Anspruch. Dabei scheint der Beratungsbedarf mit dem Alter der Kinder anzusteigen.

Insgesamt sehen Eltern viel Positives im Leben mit Kindern. Die Mehrheit fühlt sich durch Kinder beschenkt. Für 60 Prozent ist es das Schönste am Familienleben, zu sehen, wie sich die Kinder entwickeln. Knapp 40 Prozent der Frauen und 32 Prozent der Männer finden, dass man durch Kinder viel über sich selbst lernen könne und sich gemeinsam mit dem Nachwuchs weiter entwickle.

Frauen wünschen sich bessere Vereinbarkeit von Kinderbetreuung und Berufstätigkeit

Trotz aller Anstrengungen des Bundesfamilienministeriums: 44 Prozent der Mütter finden es oft schwierig, Beruf und Kinder miteinander zu vereinbaren. Dies bestätigen übrigens auch 30 Prozent der Männer. Immerhin wünschen sich 62 Prozent der Frauen und Männer, die in einer Partnerschaft leben, ein gleichberechtigtes Erziehungs- und Berufsmodell, bei dem Mutter und Vater beide berufstätig sind und sich die Kindererziehung teilen. Davon scheinen die meisten Eltern in Deutschland allerdings weit entfernt zu sein, denn: Nur 29 Prozent der Befragten leben dieses partnerschaftliche Modell tatsächlich. 58 Prozent gaben an, dass sich die Frau überwiegend um die Kindererziehung kümmert.

Trotzdem ist die Mehrheit der Eltern (87 Prozent der Frauen und 97 Prozent der Männer) mit der Arbeitsteilung in der Familie zufrieden. Überraschende Erkenntnis: 72 Prozent aller Befragten quer durch alle Altersschichten geben an, heute so zu leben, wie sie dies vor der Geburt der Kinder vereinbart hätten. Dass es aber noch einiges zu tun gibt in Sachen Vereinbarkeit von Familie und Beruf, zeigt sich darin, dass 38 Prozent der Eltern sagten, sie hätten gerne mehr Zeit für die Kinder, aber die Arbeitswelt habe dafür kein Verständnis.

Familien fühlen sich finanziell benachteiligt

77 Prozent der Eltern stimmen der Aussage zu, dass Eltern in Deutschland "draufzahlen", in den östlichen Bundesländern sagten dies sogar 81 Prozent. 47 Prozent der Eltern im Westen gaben an, sie müssten wegen der Kinder auf vieles verzichten, im Osten empfinden dies nur 33 Prozent so. Vor allem die Lebenshaltungskosten in Deutschland beurteilen viele als zu hoch. Trotzdem gaben 62 Prozent an, keine nennenswerten finanziellen Probleme zu haben.

Mehr als die Hälfte (58 Prozent) der Familien investieren allerdings privat in die Bildung ihrer Kinder, weil die Bildungsangebote des Staates ihrer Ansicht nach nicht ausreichen. 44 Prozent finden, es werde vonseiten der Politik nicht genug getan, um die Situation von Familien zu verbessern

Von: EN

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