Giordano: "Nicht die Moschee, der Islam ist das Problem"

F r a n k f u r t / M a i n (PRO) - Der Schriftsteller und Publizist Ralph Giordano hat sich erneut in die Debatte um den Moscheebau in Köln und den Umgang mit dem Islam eingeschaltet. In einem Gastkommentar in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" plädierte der 84-Jährige für ein "Ende der Multi-Kulti-Illusion".

Während Deutschland ein demokratischer Staat sei, in dem Meinungsfreiheit, Menschenrechte und Gleichberechtigung gälten, finde man im Alltag der Muslime noch immer Unterdrückung, Ausbeutung und Zwangsehen, so Giordano. "Es gibt innerhalb der muslimischen Minderheit türkische Gewaltkultur, Nationalismus und Fundamentalismus, außerordentlich aggressives Verhalten in der Öffentlichkeit und Siegergebaren mit demographischer Drohung, und all das mitten unter uns und tagtäglich."

Giordano kritisierte zudem die deutsche Immigrationspolitik. Man habe sich geweigert, "Deutschland zu einem Einwanderungsland zu erklären und es mit den entsprechenden Gesetzen und Regularien auszustatten". Diesem Versäumnis sei ein großer Zuwanderungsstrom gefolgt. "Das Ergebnis ist die Anwesenheit von Millionen Menschen aus einer gänzlich anderen Kultur, viele von ihnen ohne jede Qualifikation und nur bedingt integrationsfähig und –willig", so der Schriftsteller. Es sei eine "unbequeme Wahrheit", fügte Giordano hinzu: "Die Integration ist gescheitert! Und die 'Parallelgesellschaften' sind der deprimierende Ausweis dafür."

"Laizistisches Islamverständnis hielte näherer Prüfung nicht stand"

Als "höchst zwielichtig" bezeichnete der Publizist zudem die Rolle der "geradezu inflationär emporschießenden türkisch-muslimischen Migrantenverbände" in Deutschland, allen voran die Türkisch Islamische Union der Anstalten für Religion e.V. (Ditib). Die Ditib ist ein Dachverband für rund 870 Moscheevereine in Deutschland. "Obwohl sie dauernd ihre Treue zum Grundgesetz beteuert, hielte ihr vorgegebenes laizistisches Islamverständnis einer näheren Prüfung nicht stand", so Giordano. "Türkische Kritiker halten sie für von radikalen nationalistischen Organisationen unterwandert und nennen Querverbindungen zu Verbänden und Parteien, die statt auf Integration auf kulturelle Identitätsbewahrung der Immigranten und ihrer Nachkommen hinarbeiten."

Der jüdische Publizist kritisierte außerdem, dass es das Prinzip muslimischer Verbände sei, "zu fordern, fordern, fordern, ohne jeden Sinn für eine Bringschuld". Deutlich werde dies, "wenn die Ditib und andere Verbände wieder einmal penetrant auf Religionsfreiheit pochen – ohne das Bemühen um Religionsfreiheit in der Türkei". Dabei nannte er auch den Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZDM) und die Islamische Gemeinschaft in Deutschland (IGD).

"Unvereinbar mit dem Grundgesetz"

"Wenn es denn stimmen sollte", so Giordano weiter, " dass es einen Unterschied zwischen Islam und Islamismus gibt (was wiederum gerade Muslime bestreiten), dann sollte der Islam bemüht sein, den Unterschied glaubhaft zu machen." Geschehe dies nicht, könne der Islam mit einer Bewegung identifiziert werden, die das Zeug zum Totalitarismus des 21. Jahrhunderts" in sich trage.

Von: AK

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