Familien planen Demonstration gegen Familienpolitik

B e r l i n (PRO) – Im Streit um die Kleinkinderbetreuung gehen die Meinungen bei Politikern und einigen Eltern weit auseinander: Die einen wollen, dass das vorgesehene Betreuungsgeld in Form von Gutscheinen ausgezahlt wird, die anderen sind für eine Barauszahlung. Zahlreiche Eltern fühlen sich allerdings von den Politikern entmündigt und diskriminiert. Jetzt wollen sie demonstrieren.

„Wir wollen keine Prämie und andere Almosen. Wir wollen keine Gutscheine und andere Bevormundungen“, heißt es in einem Aufruf zu einer Demonstration, die am 1. Juli in Berlin stattfinden soll. Die derzeitige Politik der Bundesregierung sei eine „Diskriminierung von Familien“. Initiiert und organisiert wird die Demonstration von dem CDU-Bundestagsabgeordneten Hans–Joachim Fuchtel.

Kontrolle durch Politiker?

Unterstützt wird die Kundgebung auch von dem Verein "Familien e.V.". Grundsätzlich kritisiert der Verein das so genannte „Gutscheinmodell“, das Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) einführen will. Es sieht vor, dass das geplante Betreuungsgeld in Form von Gutscheinen direkt bei Kindertagesstätten oder Krippen eingelöst werden kann.

Viele Eltern können mit diesem Modell wenig anfangen, kritisieren die Vorstellung als Kontrolle der Eltern. Politiker drückten durch ein Gutscheinsystem zudem ein Misstrauen gegenüber Eltern aus. Besser jedoch sei, so der Verein „Familien e.V.“, eine Barauszahlung. Diese erhielten auch Eltern, die ihre Kinder nicht in einer Kindertagesstätte oder von einer Tagesmutter betreuen lassen wollen. Der Staat solle Eltern, die ihre Kinder selbst betreuen, die gleiche Summe für jedes Kind zukommen lassen, die der Staat für einen Krippenplatz aufwendet. Mit diesem Modell hätten Eltern die Entscheidungsmöglichkeit, das Geld für die eigene Betreuung der Kinder einzusetzen oder dafür einen Krippenplatz zu bezahlen.

Das Familiennetzwerk ist ein bundesweiter Zusammenschluss von Vereinen, Einzelpersonen, Institutionen, Familien und Wissenschaftlern. Beispielsweise gehören zu dem Netzwerk die bekannte Fernseh-Moderatorin Eva Herman, das Institut für Lebens- und Familienwissenschaften, die Homeschool-Initiative Baden-Württemberg und zahlreiche andere. Das Netzwerk gibt es seit Juli 2005. Es setzt sich unter anderem für die Förderung von Ehe und Familie und gegen eine „staatliche Bevormundung und finanzielle Ausbeutung der Familien“ ein und will die Verantwortlichkeit der Eltern für die Erziehung und das Wohl der Kinder stärken. Die Demonstration soll am 1. Juli in Berlin stattfinden.

Von: C.S.

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