Islamexperte Lewis: Dritte Angriffswelle auf Europa rollt

H a m b u r g (PRO) - "In den Augen einer fanatischen und entschlossenen Minderheit von Muslimen hat die dritte Angriffswelle auf die Christenheit und Europa begonnen." Diese Meinung vertritt der bekannte britische Historiker und Islamwissenschaftler Bernard Lewis in einem Beitrag für die Tageszeitung "Die Welt".

Die erste Welle des Islam bestand nach Ansicht des 90-jährigen Islamexperten in den Eroberungen der Religion in ihren Anfängen. Von der arabischen Halbinsel verbreitete sie sich auf Syrien, Palästina, Ägypten und Nordafrika – die damals alle noch zur christlichen Welt gehörten - und schließlich bis nach Europa; Spanien, Portugal, Süditalien und Teile Frankreichs wurden von Moslems erobert.

Die zweite Angriffswelle wurde von Türken und Tataren durchgeführt, so Lewis, der bis 1986 an der Princeton University in den USA lehrte und als einer der besten Kenner des Nahen Ostens gilt. In der Mitte des 13. Jahrhunderts konvertierten die mongolischen Eroberer Russlands zum Islam. 1453 besiegten sie Konstantinopel, später Teile des Balkans und Ungarn. 1529 und 1683 belagerten sie Wien.

Dritte Angriffswelle: Terror und Einwanderung

Die dritte Angriffswelle bestehe in "Terror und Einwanderung". Früher sei es "undenkbar" gewesen, dass ein Muslim freiwillig in ein nicht-muslimisches Land ging, so der Historiker. "Muslimische Juristen haben (...) ausführlich darüber debattiert, ob es für einen Muslim gestattet sei, in einem nicht muslimischen Land zu leben oder es auch nur zu besuchen." Eigentlich habe ein gläubiger Moslem das Land der Ungläubigen schnell wieder zu verlassen, es sei denn, sein Aufenthalt diente der Befreiung von Gefangenen.

Heutzutage böten westliche Länder den Muslimen jedoch zahlreiche Anziehungspunkte. So seien etwa Arbeitsstellen, der Wohlfahrtsstaat, Meinungsfreiheit und Bildung attraktive Anreize, dennoch in nicht-muslimischen Ländern sesshaft zu werden. Gerade die Meinungsfreiheit hierzulande gebe Terroristen die Möglichkeit, Anschläge zu planen, die sie in ihren eigenen Ländern nicht hätten, so Lewis.

Europa reagiert mit Multikulti und "Political Correctness"

Die Moslems in Europa haben die Demografie auf ihrer Seite, stellt der Historiker fest. Vor allem aber hätten die muslimischen Einwanderer "einige klare Vorteile: Sie haben Glut und Überzeugung, die in den meisten westlichen Ländern entweder schwach sind oder ganz fehlen. Sie sind überzeugt von der Gerechtigkeit ihrer Sache, während wir viel Zeit damit verbringen, uns selbst zu erniedrigen. Sie verfügen über Loyalität und Disziplin."

In Europa wie in den Vereinigten Staaten sei eine häufige Antwort hingegen "Multikulturalismus und Political Correctness", so Lewis. "In der islamischen Welt erlegt man sich keine solchen Zurückhaltungen auf. Man ist dort sehr identitätsbewusst. Muslime wissen, wer und was sie sind und was sie wollen – eine Eigenschaft, die wir großteils verloren zu haben scheinen." Allerdings, so der Wissenschaftler, hätten westliche Demokratien "auch ein paar Vorteile: die wichtigsten davon sind Wissen und Freiheit."

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Von: js

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