Einfluss des Islam nimmt in Deutschland zu

S o e s t (PRO) - Moslems drängen in Deutschland immer mehr in die Öffentlichkeit, etwa durch die Absetzung einer Oper in Berlin oder durch ein mögliches "Wort zum Freitag" im Internet. Auch die Zahl der Moscheen wächst - während zahlreichen Kirchen der Abriss oder die Umfunktionierung droht.

In Deutschland gibt es etwa 2.600 islamische Gebetstätten, berichtet der Evangelische Pressedienst (epd) am Dienstag unter Berufung auf das Zentralinstitut Islam-Archiv in Soest. Meist sind diese in ehemaligen Gewerberäumen untergebracht. Im Jahr 2005 gab es 143 klassische Moscheen. Weitere 128 Moscheen seien im Bau oder in Planung, sagte der Leiter des Islamarchivs, Muhammad Salim Abdullah. Nicht immer gehe es um Neubauten, oft würden Kuppel und Minarette nachträglich an einen Umbau angefügt.

Die Zahl der Moslems mit deutscher Staatsangehörigkeit habe sich seit Anfang der 80er Jahre von 56.000 auf fast eine Million erhöht, so Abdullah. In Duisburg-Marxloh entsteht mit staatlicher Förderung derzeit Deutschlands größte Moschee. Der Rohbau mit einer 23 Meter hohen Kuppel ist schon fertig gestellt. Auch in anderen deutschen Großstädten werden moslemische Gebetshäuser errichtet, so etwa in Berlin-Kreuzberg. In Köln-Ehrenfeld und München-Sendling sollen ebenfalls Moscheen entstehen.

Jede zweite Kirche bedroht

Um die Kirchen im Lande der Reformation ist es allerdings schlecht bestellt. Laut einer Immobilienstudie der Deutschen Bank vom vergangenen Jahr ist fast jede zweite Kirche in Deutschland gefährdet. Der Grund: Schrumpfende Gemeinden und sinkende Kirchensteuereinnahmen. Betroffen sind davon sowohl römisch-katholische Kirchen als auch evangelische Gotteshäuser. Zwischen den Jahren 1950 und 2000 ist die Zahl der Kirchgänger von zwölf auf vier Millionen Menschen zurückgegangen, so die Statistik der katholischen Deutschen Bischofskonferenz. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) gestand ein, dass nahezu die Hälfte ihrer bundesweit über 20.000 Kirchen und Kapellen in Zukunft nicht mehr für Gottesdienste gebraucht werde.

Oft bleibt den sakralen Bauten nur eine andere Nutzung, etwa als Kunst-, Kultur- und Begegnungsstätte, die Vermietung an andere christliche Glaubensgemeinschaften oder der Abriss. Zahlreiche Kirchen wurden bereits umgewidmet: in Sparkassenfilialen, Restaurants, Tanzlokale oder Wohnungen.

Von: CL

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